Neustadt an der Waldnaab
09.05.2024 - 13:24 Uhr
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Hautnah beim Nofi-Lauf dabei: Wie wenn Deutschland Weltmeister geworden wäre

Als eine von knapp 5000 Teilnehmern läuft Maren Schönhofen von Oberpfalz-Medien über die Ziellinie. Das Gefühl, am Nofi-Lauf mitzulaufen, ist unglaublich. Wie sie die Strecke erlebt und was sie während des Laufs durch Neustadt antreibt.

Ein ergreifendes Gefühl, einer von knapp 5000 Menschen zu sein, der gespannt auf den Countdown wartet. Ein letztes Mal zieht ein Storch seine Kreise über die Masse. Der Vogel fliegt, der Mensch läuft. Es scheint so, als würde der treue Freund der Stadt den Läufern seinen Segen hoch oben aus den Lüften geben. Der Startschuss ertönt.

Ein Schritt folgt langsam dem anderen. Erst tippelnd, dann leicht trabend, wirkt der Berg zu Beginn der Strecke gar nicht mal so herausfordernd. Angetrieben von Zuschauern mit lächelnden Gesichtern, atme ich im Takt des Trommelschlags. Ohne zu wissen, was mich in Neustadt erwarten wird, verspüre ich nach jeder Steigung Erleichterung, wenn ich auf laufende Menschen blicke, die bereits wieder bergab laufen.

Nach kurzer Zeit ist die Kehle trocken. Sehnsüchtig greife ich nach einem Papierbecher, den mir ein kleiner Junge entgegenstreckt. Noch während ich den ersten Schluck nehme, kippe ich mir das Wasser aus Versehen auf den Pullover. "Das war wohl nichts", denke ich mir und hüpfe vom Bordstein.

Bergauf, bergab. Vorbeischlängelnd an Läufern, die den Berg zum Wohngebiet als Verschnaufpause nutzen, weiche ich immer wieder auf den Bürgersteig aus. Ich erblicke das Schild, auf dem steht: "Drei Kilometer." Ich kann nicht mehr. So fühlt sich die Ewigkeit an.

Für einen Moment innerlich leicht verzweifelnd, blicke ich am Rand der Strecke in die Gesichter von überglücklichen Zuschauern. Sie feuern uns an. Plötzlich empfinde ich wieder Freude. Beinah so, als wäre Deutschland Weltmeister geworden. Endorphine und Adrenalin strömen durch meinen Körper. Die Beine werden wieder schneller. Der letzte Berg zum Ziel kann mir nicht mehr den Atem rauben. Die Begeisterung der Zuschauer befeuert mich, weiterzumachen. Im Ziel angekommen, brennen meine Muskeln, aber mein Pulli ist längst wieder getrocknet.

Abends dauert die Runde wegen des großen Andrangs rund um die Stadthalle beinah länger als der gesamte Lauf. Die Beine sind müde. Vom Schwitzen und der Anstrengung kommt langsam Gänsehaut und großer Appetit: In der einen Hand das Erfrischungsgetränk, in der anderen die Energie spendende Banane. Ich setze mich zufrieden auf die Bierbank, lasse die Füße baumeln und genieße den Anblick der feiernden Menschen.

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