12.09.2018 - 13:50 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Hofer Symphoniker präsentieren Gleißner-Werke

Nach 200 Jahren werden die Werke des Neustädters Franz Gleißner wieder aufgeführt. Die Hofer Symphoniker veranstalten ein Festkonzert mit Sopran-Solistinnen zur 800-Jahr-Feier.

Die Hofer Symphoniker kommen zum Festkonzert nach Neustadt.
von KRBProfil

Die Hofer Symphoniker präsentieren in Zusammenarbeit mit "Mixtura Cantorum" und dem Jugendchor des Fränkischen Sängerbunds am Sonntag, 4. November, um 16 Uhr in der Stadtpfarrkirche St. Georg klassische Werke des Neustädter Komponisten Franz Gleißner. Neben dem Jubiläum der Stadt Neustadt wird in diesem Jahr auch dem 200. Todesjahr der Neustädter Komponisten gedacht.

1804 wurde die Eroica Beethovens unter seiner eigenen Leitung im Festsaal des Lobkowitz-Palais zum ersten Mal in Wien aufgeführt. Die Lobkowitzer hatten damals noch die Herrschaft über Neustadt. In dieser Zeit entstand ebenfalls in Wien die Sinfonia Op. XV in B-Dur von Franz Gleißner. Es ist ein heiteres, in sich ruhendes, den Geist Mozarts atmendes, jedoch eigenständiges Werk, das sich in leuchtender und edler klassischer Schönheit ausbreitet und keine Grenzen sprengt, wie bei Beethoven.

Mit dieser Sinfonia Op. XV wird das Konzert zu Ehren der 800-Jahr-Feier der Stadt und zugleich zum Andenken an ihren großen Sohn, den 1761 geborenen Franz Gleißner, eröffnet. Die Sinfonia Op. I Nr. 2 in Es-Dur ist dagegen schon 1798 in München entstanden. Hier wendete Gleißner das neue und in der Leipziger Zeitung vom 5. Juni 1799 hochgelobte Druckverfahren an, das er zusammen mit Aloys Senefelder entwickelt hatte und wofür sie beide ein "Privilegium exclusivum" auf 15 Jahre von Maximilian IV. erhielten, dem späteren König Max I. von Bayern. Auch diese Sinfonia hat eine klassische Handschrift. Viersätzig gebaut, jedoch mit einer Überraschung: Das Menuett ist der zweite Satz, der langsame Andante moderato-Satz kommt auf die dritte Stelle, also genau umgekehrt wie in anderen Symphonien.

Aus den "Lytaniae Lauretaniae Solennes" von 1799 wird das "Virgo prudentissima" erklingen. Es ist nach dem Allegretto aus dem Duett Nr. 20 von Mozarts Idomeneo gearbeitet. Eine weitere Überraschung: Die Sopransolistinnen in "Virgo prudentissima" sind "Oberpfälzer Gewächse". Katrin Arnold, geborene Lang, aus Neustadt und Jutta Hörl aus Windischeschenbach besuchten beide das Gymnasium in Neustadt.

Als letzte und mächtigste Komposition folgt das Requiem in g-Moll, das in der Münchener Frauenkirche in einer Abschrift von 1818 aufgefunden wurde. Vermutlich ist es aber schon vor 1800 entstanden. Für die damalige Zeit bemerkenswert und auffallend ist die Besetzung mit vier Hörnern und drei Posaunen neben den Streichern und dem gemischten Chor mit vier Solisten.

Hier können die Hofer Symphoniker, je vier 1. und 2. Violinen, drei Bratschen, zwei Violoncelli und ein Kontrabass neben den Holz- und Blechbläsern, die mit "Mixtura Cantorum" und dem Jugendchor des Fränkischen Sängerbunds das gesamte Konzert gestalten, ihre instrumentalen Klangfarben äußerst effektvoll ausspielen.

Karten im Vorverkauf für 15 Euro gibt es im Rathaus der Stadt Neustadt/WN.

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