18.01.2019 - 20:05 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Hospiz St. Felix: Pflege ist Teamarbeit

Sie kommen aus der Kranken-, Kinder- oder Altenpflege und freuen sich auf ihre neuen Aufgaben. 18 Pflegefachkräfte zählt das Team im stationären Hospiz St. Felix in Neustadt/WN. Vor der Eröffnung am 11. Februar gibt es noch viel zu tun.

Pflegedienstleitern Elfriede Dollhopf und Susanne Wagner (rechts), Leiterin des Hospiz St. Felix, freuen sich auf die Eröffnung. Noch haben die Handwerker das Sagen.
von Stephanie Hladik Kontakt Profil

Hospizleiterin Susanne Wagner und Pflegedienstleiterin Elfriede Dollhopf sind froh, gute qualifizierte Mitarbeiter gefunden zu haben. "Die Motivation ist unwahrscheinlich hoch. Ein Teil der Mitarbeiter bringt bereits Erfahrung in der Hospizarbeit mit, eine Palliativ-Care-Weiterbildung haben sie alle. Die meisten sind 45 Jahre und älter." Personal zu finden, sei nicht so schwer gewesen, sagt Wagner. Kein Wunder, könnten die Mitarbeiter in der Einrichtung weitgehend so pflegen, wie sie es einmal in ihrer Ausbildung gelernt haben - vor allem ohne den üblichen Zeitdruck.

"Unsere Aufgabe ist es nun, aus den Fachkräften ein Team zu formen und sie in ihrer verantwortungsvollen Aufgabe zu unterstützen", sagt Dollhopf. Die Mitarbeiter haben sich in mehreren Treffen bereits kennengelernt und ausgetauscht. Pflege individuell zu gestalten, sei für viele von ihnen ein hohes Gut und motiviere sie in der Hospizarbeit mit den sterbenskranken Menschen besonders. Sie wollen wieder näher am Menschen arbeiten, sie mehr begleiten. Eine Mitarbeiterin habe es sehr treffend formuliert, sagt Dollhopf: "Helfen, ein gutes Ende zu finden für ein gelebtes Leben".

"Fühlen uns aufgehoben"

Während die Mannschaft sich zusammenfindet, haben in den Räumen auf dem Felixberg noch die Handwerker das Sagen. Jedes der neun Zimmer wird farblich etwas anders gestaltet. "Hell und freundlich soll es sein, ein Ort der Geborgenheit", sagt Wagner. "Dass wir in die ehemaligen Räume der Palliativstation ziehen konnten, ist für uns ein Glücksfall. Auch deshalb, weil eine solche Pflegeeinrichtung für die Nachbarn nicht mehr befremdlich ist. Dafür sind wir dankbar, hier fühlen wir uns gut aufgehoben."

Damit sich auch die Patienten wohlfühlen - das Hospiz spricht von Gästen - spielen neben den wohnlichen Aspekten vor allem die menschlichen eine Rolle. "Wir pflegen hier unheilbar Kranke bis zu ihrem Tod, begleiten aber auch die Angehörigen im Umgang mit den Sterbenden und helfen ihnen bei der Trauerarbeit." Zwei Gästezimmer stünden zur Verfügung. Kinder werden bewusst nicht ausgeschlossen. "Sie haben ein feines Gespür, wenn es jemandem nicht gut geht. Sie können oft besser mit der Situation umgehen, als Erwachsene", weiß Elfriede Dollhopf aus ihrer Erfahrung.

Hospiz schließt Lücke

Die 57-Jährige gelernte Krankenschwester arbeitete in der Onkologie, wechselte dann auf die Palliativstation am Klinikum Bayreuth und hatte die vergangenen vier Jahre die Leitung der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV) inne, die zu den Menschen nach Hause kommt. Das stationäre Hospiz sei auch für sie neu. Vergleichbare Einrichtungen gebe es in Regensburg und Bayreuth. Neustadt schließe nun eine Versorgungslücke. "Eine Chance für die Region und für uns hier", sagt Dollhopf, die auch als Dozentin in "Palliativ Care" Seminare hält.

Susanne Wagner ist examinierte Pflegefachkraft und arbeitete 25 Jahre für die Kliniken Nordoberpfalz, die vergangenen 13 Jahre verantwortete sie die Patientenkoordination. "Ich kenne fast alle niedergelassenen Ärzte. Auch das ist für unsere Arbeit hilfreich." Sie wünscht sich, "dass wir den Menschen hier einen guten Platz schaffen und die Familien entlasten".

Hospiz St. Felix:

Das Hospiz St. Felix steht unter der Trägerschaft der Gemeinnützigen GmbH St. Felix. Deren Gesellschafter sind zu 52 Prozent der Malteser Hilfsdienst und die Kliniken Nordoberpfalz (48 Prozent). 95 Prozent der Kosten werden von den

Krankenkassen getragen, 5 Prozent von den Maltesern. Das seien rund 150 000 Euro im Jahr, sagt Hospizleiterin Susanne Wagner. Spenden seien deshalb immer willkommen. Unterstützung gibt es vom Förderverein für Schwerkranke Weiden.

In Deutschland gibt es 234 stationäre Hopize für Erwachsene und 16 für Kinder. (shl)

Auch für Hospiz-Leiterin Susanne Wagner (links) und Pflegedienstleiterin Elfriede Dollhopf ist es ein Neuanfang.
18 Pflegefachkräfte umfasst das Team im Hospiz St. Felix in Neustadt/WN. Sie kommen aus der Kranken-, Alten- oder Kinderkrankenpflege und haben sich zu Palliativ Care-Fachkräften weitergebildet.

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