Im Jahr 2018 hat das Heilpädagogische Zentrum Irchenrieth (HPZ) das Hotel "Am Hofgarten" für 1,3 Millionen Euro gekauft. Etwa eine weitere Million war damals für den Umbau in ein Wohnheim mit 24 Plätzen vorgesehen. Darin sollten Menschen einziehen, die zwar ein Handicap haben, aber dennoch eigenständig einen Haushalt führen können und in den HPZ-Werkstätten arbeiten.
Bis heute ist in dem markanten Gebäude jedoch kein Quadratzentimeter Teppich herausgerissen oder ein Wasserhahn abmontiert worden. Hohe Baukosten, unerwartet strenge Auflagen und nicht zuletzt Corona haben die Entscheidungsträger das Projekt immer weiter nach hinten verschieben lassen.
"Wir sind in den letzten Zügen", sagt HPZ-Chef Christian Stadler nun zum aktuellen Stand der Planungen. Er rechnet bis Ende des Jahres mit einer Entscheidung. Zusammen mit der Oberpfälzer Heimaufsicht und dem Bezirk habe man sämtliche Bauprojekte des HPZ durchgerechnet. Dazu zählen Vorhaben in Irchenrieth, der "Hofgarten" und ein weiteres Heim in Weiden Hinterm Rangierbahnhof. Dies gelte es im Gesamtpaket zu sehen.
"Die Gespräche waren sehr gut, wir werden das in den nächsten Tagen beim Bezirk einreichen", sagt Stadler. Der Bezirk als Kostenträger ist danach maßgeblich daran beteiligt, ob es in Neustadt hopp (Umbau) oder top (Verkauf) heißt. Durchgerechnet habe man auch Lösungen die dazwischenliegen, etwa eine kurzfristige Nutzung zur Miete. Im äußersten Fall seien 2,5 Millionen Euro Umbaukosten kalkuliert.
"Ich bin in jede Richtung offen", sagt Stadler. "Vor einigen Wochen wäre ich noch skeptischer gewesen", lässt er speziell zum "Hofgarten" leise Hoffnung anklingen. Das Grundproblem: Je höhere Kosten zu schultern sind, desto höher steigen die Pflegesätze für die Heimaufsicht, auf die die Baukosten umgelegt werden. "Ich habe versucht, Wohnplätze außerhalb Irchenrieths zu schaffen, aber das ist wesentlich teurer, wenn ich die Weidener Mietpreise höre", beschreibt der HPZ-Vorstandschef das Dilemma.
Auf der anderen Seite stehe der Freistaat über den Bezirk in der Pflicht, Konversion zu betreiben. Darunter versteht man das Ziel, an zentralen Standorten wie dem HPZ-Komplex in Irchenrieth stationäre Plätze abzubauen und dezentrale Wohnmöglichkeiten in Gemeinden zu schaffen.
Das Haupthindernis dabei ist im Fall "Hofgarten" die bayerische "Verordnung zur Ausführung des Pflege- und Wohnqualitätsgesetzes", kurz AVPfleWoqG. Sie sieht Auflagen vor, die in einem Haus für weitgehend selbstständige und fitte Menschen mit Behinderung kostspieligen Pflegeheimstandard nach dem Umbau verlangt. Dies hofft Stadler zumindest ein bisschen aufweichen zu können.
Die HPZ-Wohnstätten
- Kinderhaus (8 Plätze)
- Heilpädagogisch-therapeutische Kindergruppe (7 Plätze)
- Wohnheim für Werkstattmitarbeiter und Förderstättenbesucher (120 Plätze, gegliedert in Wohngruppen)
- Seniorengruppe (8 Plätze)
- Beschützte Gruppe für Erwachsene mit einer primär geistigen Behinderung (8 Plätze)
- Außenwohngruppe (9 Plätze)
- Ambulant Betreutes Wohnen (10 Plätze)
- Pflegeheim für Menschen mit geistiger und/oder Mehrfachbehinderung (67 Plätze)
- Kurzzeit- und Verhinderungspflege





















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