18.11.2020 - 18:30 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Impulse für eine gemeinsame Bildungsregion

Coronabedingt war die Veranstaltung zunächst verschoben worden. Nun werden alle Elemente ersten interkommunalen Bildungskonferenz des Landkreises Neustadt/WN und der Stadt Weiden rund ums Thema MINT online angeboten.

Eine Podiumsdiskussion mit Frank Holzförster (von links), Prisca Straub, Olaf Köller (via Bildschirm), Andrea Klug und Severin Hirmer zeigt Modelle der Zusammenarbeit auf.
von Externer BeitragProfil

Thema der ersten interkommunalen Bildungskonferenz war das Bildungsfeld MINT – also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Ziel ist, Angebote vor Ort sichtbar zu machen, aber auch gemeinsame Ideen für unsere Region zu entwickeln. "Neustadt und Weiden sind eine Bildungsregion", heißt es in der gemeinsamen Pressemitteilung von Kreis und Stadt. "Es gibt ein gemeinsames Schulamt und viele Bildungspendler an weiterführende und berufliche Schulen. Durch den Kontakt der Schulen und der OTH Amberg-Weiden zu den Firmen entstehen wichtige Netzwerke."

Zudem sollten demnach Impulse gesetzt werden: Wohin will die Region? Wo gibt es noch Verbesserungspotenzial? Zum Auftakt konnten die Teilnehmer online eine Key-Note des Direktors des IPN Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik, Professor Olaf Köller sowie eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion live mitverfolgen.

Landrat Andreas Meier zählte einige der zahlreichen Initiativen des Landkreises im Bereich Digitalisierung und künstliche Intelligenz auf, beispielsweise sei der dieser Modellregion für "Smarte Landregionen" und "Hy-Starter-Wasserstoffregion". Im Bereich Natur und Naturwissenschaften brächten die Naturpark-Ranger diese Themen den Kindern in Naturpark-Kitas und -Schulen näher. "Wir haben viele starke MINT-Institutionen vor Ort. Das Kepler-Gymnasium Weiden ist MINT-EC-Schule, die Realschule Vohenstrauß ist "smart school", das Geo-Zentrum an der KTB das größte geowissenschaftliche Lernlabor Deutschland, die Denkwelt Oberpfalz ein Innovationscluster zu digitaler Zukunft und die OTH Amberg-Weiden habe MINT im Markenkern. Beste Voraussetzungen also für eine zukunftsfähige Bildungsregion.

"Ausbildungen und Studiengänge im MINT-Bereich sind in Deutschland viel beliebter als oft angenommen, wir sind sogar Spitzenreiter im OECD-Vergleich bei den Studienabsolventen", erläuterte Professor Köller. Der Key-Note-Speaker unterstrich außerdem die hohe Bedeutung der frühkindlichen spielerischen MINT-Förderung. Besorgniserregend seien die geringen digitalen, computerbasierten Kompetenzen der Schüler in Deutschland im internationalen Vergleich. Daher forderte er, dass Informatik als obligatorisches Fach in der Sekundarstufe 1 angeboten werden sollte. Abschließend erläuterte er die Zusammenhänge zwischen MINT-Studienabbrüchen, Interessen und Fähigkeiten.

In der anschließenden Podiumsdiskussion, moderiert von Prisca Straub vom Bayerischen Rundfunk, stellte der Leiter des Geozentrums an der Kontinentalen Tiefbohrung (KTB) bei Windischeschenbach, Frank Holzförster sehr anschaulich die Möglichkeiten des Geo-Zentrums als Schülerlabor dar. Digitale Modelle seien eine wichtige Voraussetzung für geologische Berechnungen und Vorhersagen. Auch in den Mittel- und Förderschulen seien die Angebote weiter ausgebaut worden. Professorin Andrea Klug, Präsidentin der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Amberg-Weiden, legte nach eigenen Worten besonderen Wert auf die Studienorientierung und Angebote wie ein Bevor- und Orientierungs-Studium. Hier seien Kooperationen mit Schulen und Unternehmen immens wichtig. Die Verzahnung von Theorie und Praxis sieht sie als Markenzeichen der OTH Amberg-Weiden. "80 Prozent der OTH-Absolventen arbeiten im Anschluss an das Studium in der Region."

Neu sei die Ausbildung von Lehrkräften für berufliche Schulen im Studiengang Ingenieurpädagogik. Hier fand Klug besonderen Zuspruch von Köller: "Die Idee fasziniert mich. Ein unheimlich zielführender, erfolgsversprechender Weg." Severin Hirmer stellte im Namen der Lars- und Christian-Engel-(LUCE) Stiftung den neuen "Science Park" in Weiherhammer als Ort der Aus- und Weiterbildung auf 3000 Quadratmetern mit "Future Lab" als Lernumgebung mit modernster Zukunfts-Technik vor. Die Bayerische Staatsregierung habe sie beauftragt, eine KI-Plattform aufzubauen. Zudem sei sie auch der "Steigbügelhalter" für die Öffnung und Institutionalisierung der Schülerforschungswerkstatt des Kepler-Gymnasiums für die ganze Region. Im Anschluss an die Diskussion wurde von der Möglichkeit, online Fragen zu stellen, rege Gebrauch gemacht.

Wer die Bildungskonferenz verpasst hat, kann Vortrag und Podiumsdiskussion auf Youtube unter New-Perspektiven ansehen. Die Foren zu den Themen "MINT und Mädchen", "MINT und Forschen", "MINT und Nachhaltigkeit" sowie "MINT und Medienkompetenz" schließen sich am 16., 18., 25. und 26. November jeweils ab 14 Uhr an. Weitere Infos gibt es auf der Seite www.ausbildungsfaehig.de. Auch die Foren werden anschließend online gestellt. Die Veranstaltung wurde über das Regionalmanagement im Landkreis NEW aus Mitteln des Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie mit 90 Prozent gefördert.

Die komplette Veranstaltung wurde online übertragen. Hier Landrat Andreas Meier bei der Eröffnung.

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