16.06.2019 - 14:55 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Iranischer Tierarzt bei Oberpfälzer Klauenpflegern

5000 Rinder leben auf dem iranischen Betrieb, auf dem Amirhossein Farajnejhad als Tierarzt tätig ist. Expertenwissen holt sich der Veterinärmediziner in der Oberpfalz.

Maximilian Sternkopf (von links), Geschäftsführer der MR Agrarservice GmbH, freut sich zusammen mit den beiden Klauenpflegern Norbert Stock und Alexander Schewschenko über den Gast aus Teheran. Amirhossein Farajnejhad informierte sich über die Arbeitsweise des Dienstleistungsunternehmens.
von Benedikt GrimmProfil

Die Maschinenring Agrarservice GmbH ist eine Kooperation der Maschinen- und Betriebshilfsringe aus den Landkreisen Amberg-Sulzbach, Neustadt/WN und Tirschenreuth. Der Dienstleister für landwirtschaftliche Betriebe hat sich auf die Klauenpflege bei Rindern und die Aufrauhung von Stallböden spezialisiert. Dabei stößt es weit über die Grenzen der Region hinaus auf Interesse in der Fachwelt.

So befand ein iranischer Tierarzt das Unternehmen für so interessant, dass er aus Teheran für eine Woche in die Oberpfalz reiste. „Wir sind mit modernster Technik ausgestattet und verfügen ausschließlich über professionelles Personal“, betont Geschäftsführer Maximilian Sternkopf. Amirhossein Farajnejhad war bei Recherchen im Internet auf die MR Agrarservice GmbH aufmerksam geworden. Der Veterinär ist in seiner Heimat auf einem landwirtschaftlichen Großbetrieb mit 5000 Rindern tätig. Dort verantwortet Farajnejhad vor allem den Bereich der Versorgung der Tiere sowie die Klauenpflege.

Klauenpflege im Blick

In der Oberpfalz hatte der Iraner nun eine Woche lang die Möglichkeit, das Klauenpflegeteam des Maschinenrings bei seiner Arbeit zu begleiten und sich mit den Klauenpflegern Norbert Stock und Alexander Schewschenko über deren Arbeit auszutauschen. Nach Feierabend gab es natürlich auch Einblicke in die Oberpfälzer Zoiglkultur und eine Rundreise durch die Oberpfalz. Dank der guten Deutschkenntnisse, die sich der Tierarzt in seiner Heimat angeeignet hat, klappte die Verständigung problemlos.

„Klauenerkrankungen reflektieren Defizite in der Haltungsumwelt der Tiere. Moderne Laufställe sind ein großer Schritt hin zu einem besseren Tierwohl, allerdings verhindern die harten Böden ein Einsinken der Klauen und führen häufig zu Überlastungen bestimmter Sohlenabschnitte“, erklärt Geschäftsführer Sternkopf. Eine regelmäßige und fachgerecht durchgeführte Klauenpflege sei daher die wichtigste vorbeugende Maßnahme, um Klauenerkrankungen zu vermeiden. Damit spielt diese Maßnahme auch im Iran eine wesentliche Rolle für die Tiergesundheit. Überhaupt würden sich sowohl Kultur als auch Landwirtschaft in den beiden Ländern deutlich unterscheiden.

Großbetriebe dominieren

In dem vorderasiatischen Land würde die Agrarbranche durch staatliche Großbetriebe und private Unternehmen mit großen Rinderherden dominiert. Die Tiere werden in geräumigen Laufställen gehalten, allerdings kommt in den Liegebereichen Sand als Einstreu zur Anwendung. Das Futter, bestehend aus Mais-Grassilage und Luzernenheu wird meist importiert. Gülle und Mist werden vor Ort getrocknet und somit für den Export transportfähig gemacht.

Überrascht zeigte sich der iranische Gast über die bayerischen Fleckvieh-Kühe, die er so noch nie gesehen hat. Im Iran gebe es nur schwarzbunte Holstein-Kühe, die für ihre hohe Milchleistung bekannt sind. Nach einer Woche reiste Faranejhad mit vielen neuen Erfahrungen wieder ab. „Das Treffen war eine gegenseitige Bereicherung und ein interessanter Wissensaustausch“, freut sich Geschäftsführer Sternkopf über den außergewöhnlichen Besuch.

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