27.08.2021 - 10:16 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Jämmerlicher Zustand der Neustädter Schallerkapelle: Stadt nimmt Sanierung in Angriff

Die Stadt Neustadt will die Schallerkapelle an der Kreuzung zur Felixallee renovieren. Das sakrale Kleinod droht zu verfallen. Dabei steht der kleine sechseckige Bau schon seit Mitte des 18. Jahrhunderts.

Kulturreferent Max Peter und Pfarrgemeinderatsmitglied und Zweite Bürgermeisterin Tanja Kippes (von links) nehmen die Schäden an der Schallerkapelle in Augenschein.
von Hans PremProfil

Der Putz bröckelt innen wie außen, die Eisentür mit Gitter ist verrostet, der hölzerne Altar bedarf dringend der Renovierung. Die Schallerkapelle an der Kreuzung zur Felixallee befindet sich seit Jahren in einem jämmerlichen Zustand. Kein Wunder. Seit der letzten Renovierung 1968 sind mittlerweile 53 Jahre vergangen.

Vielen Neustädtern war der Zustand des sakralen Kleinods ein Dorn im Auge. Immer wieder traten sie an die Stadträte und Bürgermeister heran, um am Zustand etwas zu ändern. „Doch uns waren die Hände gebunden, da sich die Kapelle auf einem Grundstück befindet, das in Privatbesitz ist“, erklärt Stadtrat und Kulturreferent Max Peter vor Ort. Ein geplantes Unterrichtsprojekt zur Sanierung der Kapelle mit Schülern der Weidener Berufsschule und der Neustädter Hauptschule im Jahr 2008 verlief im Sand.

Nun kann die Stadt Neustadt jedoch die Renovierung angehen, da die Besitzerin des Grundstücks den Teil auf dem sich die Kapelle befindet, der Stadt geschenkt hat. Hinzu kommt noch der glückliche Umstand, dass für eine Sanierung wohl auch finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Noch zu Amtszeiten von Altbürgermeister Rupert Troppmann habe ein Neustädter Bürger Haus und Grund der Stadt vererbt mit der Auflage, dass der Bürgermeister entscheiden könne, wie der Verkaufserlös Verwendung finde, jedoch solle der Erlös für kulturelle Zwecke eingesetzt werden. Darüber informierte zweite Bürgermeisterin Tanja Kippes ebenfalls vor Ort.

So hat der Stadtrat den entsprechenden Beschluss zur Renovierung der Schallerkapelle gefasst. Die kleine Kapelle sechseckige Kapelle mit dem Zwiebeldach wurde Mitte des 18. Jahrhunderts erbaut, nachdem 1712 die Wallfahrt zur Statue des heiligen Felix auf dem gleichnamigen Berg begonnen hatte. Ihren Namen erhielt sie nach dem in Neustadt verstorbenen Pfarrer Paul Schaller von Ebnath, von dessen Nachlass sie erbaut wurde. „Man vermutet, dass sie als erste von 14 Kreuzwegkapellen gedacht war, die bis nach St. Felix hinauf errichtet werden sollten, aber nicht zur Ausführung kamen“, wusste Peter. Die Kapelle auf dem Grundstück Zacharias-Frank-Straße 31 sei auch in der Liste der Baudenkmäler der Stadt Neustadt aufgeführt.

Die Vision eines Kreuzweges, der von der Schallerkapelle aus beginne, sei auch im Pfarrgemeinderat der katholischen Pfarrei St. Georg diskutiert worden. „Da es in Neustadt keinen Kreuzweg gibt, wurde die Idee, einen Kreuz- oder Meditationsweg im Zuge der Corona-Pandemie zu schaffen, diskutiert“, informierte Kippes. Die Felixallee sei wohl zu kurz. Aber sie könne sich durchaus vorstellen, dass der Kreuzweg über die Bildkapelle entlang des Felixwaldes zur Wallfahrtskirche verlaufe. Nun soll aber erst einmal die Renovierung angepackt werden. Die Stadt sei bereits dabei, entsprechende Angebote einzuholen.

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Die Schäden an dem Bauwerk sind auch im Inneren nicht zu übersehen. Der hölzerne Altar ist ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen.
Hintergrund:

Geschichte der Schallerkapelle

  • Die Schallerkapelle wurde um 1740 gebaut
  • Benannt wurde sie nach dem verstorbenen Pfarrer Paul Schaller von Ebnath, von dessen Nachlass sie erbaut wurde
  • Auffallend an der Kapelle sind ihre sechseckige Form und das Zwiebeldach
  • Um 1900 wurde das Dach erneuert, beauftragt durch die Tochter des damaligen Grundbesitzers
  • 946 wird die Kapelle auf Betreiben des Stadtrates Andreas Wirth von Grund auf renoviert. Mauern und Stufen wurden von Maurermeister Baptist Greiner überarbeitet, Schmiedemeister Arnold (Flossschmied) fertigte und stiftete eine neue Eisentür, der Pfreimder Malermeister Anton Betz fasste den Altar neu. Am 11.1946 wurde die Kapelle geweiht
  • 1968 führte die Katholische Kirchenverwaltung eine vollständige Renovierung durch. Die Firma Weidner übernahm die Putzarbeiten innen und außen, Malermeister Pruischütz strich das Dach, Metallbau Fritsch fertigte ein Geländer und eine Eisentür, Glasermeister Prössl war für die Verglasung zuständig und Kirchenmaler Vogel aus Regensburg fasste Altar und Figuren neu

 

 

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