13.06.2018 - 14:59 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Kein Solarfeld an der Autobahn

Der eine möchte lieber wertvolles Ackerland erhalten als Solarpaneele aufstellen. Der andere verweist auf die Bedeutung einer sauberen Umwelt dank Photovoltaik. Diese beiden Positionen passen nicht zusammen. Die Stadträte bieten dafür besten Anschauungsunterricht.

Auf diesem Gerstenfeld am oberen Ende des Breiten Wegs kurz vor der A 93 möchte ein Münchner Investor eine Photovoltaikanlage installieren. Die meisten Stadträte halten davon wenig.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

(phs) Den Fraktionen lag eine Anfrage der Firma "Green City Energy" aus München vor. Sie würde gerne auf einer 1,5 Hektar großen Fläche eine Photovoltaikanlage bauen. Dafür hätte sie sich ein Getreidefeld ausgesucht, das am Ende des Breiten Wegs rechts vor der Autobahnbrücke beim Auffahrtskreisel liegt. Der Grund gehört vor allem der Stadt, aber auch zwei Privatleuten.

Alle drei Fraktionssprecher räumten ein, dass sie bei ihren Leuten kein einheitliches Meinungsbild hinbekommen haben. Der eine favorisiert eher die nachhaltige Energieerzeugung, der andere möchte keine Kulturlandschaft vernichten, damit ein Investor damit Geld verdient.

CSU-Fraktionschef Josef Arnold gehört eher zum zweiten Lager. "Wir haben in Neustadt wenig so gute Ackerflächen mit Braugerste. Das sieht auch optisch schön aus, eine Photovoltaikanlage nicht." SPD-Mann Achim Neupert räumte ein, dass umweltfreundliche Energie irgendwo hin muss, wenn man sie haben will. "Aber uns geht das alles ein bisschen schnell, wir fühlen uns da überrumpelt.

Ebenso wie Arnold regte Neupert an, dass eine regionale Bürgergenossenschaft ebenfalls bauen könnte. "Dafür brauchen wir keine Firma aus München."

Am gespaltensten sind wohl die Freien Wähler. Gerhard Steiner und Peter Reiser stimmten als einzige Räte für den Antrag, ihr Fraktionskollege Hermann Schmid lehnte ihn ab. Seine Begründung: Das Areal ist zwei Fußballfelder groß. "Gegenüber ist ein Wohngebiet. Wenn die Solarpaneele spiegeln, kriegen die das dort noch ab."

Alois Zehrer (CSU) wunderte sich, als er die Pläne sah: "Beim Thema Stromtrassen heißt es doch immer, dass ein 100-Meter-Puffer an der Autobahn freigehalten werden muss. Die Anlage liegt aber mittendrin." Das bestätigte Bürgermeister Rupert Troppmann. Dies alles führte letztlich zu einer mehrheitlichen Kontra-Abstimmung. Die Verwaltung will sich aber einmal mit der Bürgergenossenschaft Zeno in Verbindung setzen, um zu fragen, was sie von einem Solarpark an der Stelle hält.

Wesentlich klarer ist die Haltung alle Parteien zu zwei kleinen Baugebieten. In beiden Fällen winkten sie den Aufstellungsbeschluss einstimmig durch. Zunächst ging es um die Rastenhofer Straße, wo vier Parzellen ausgewiesen werden. "Eine tolle Sache, das ist ein Gebiet mit hohem Freizeitwert, und die Nachfrage nach Baugrundstücken in Neustadt ist enorm", schwärmt Neupert.

Ähnliches gilt für das Areal "Gramau Ost IV". Dazu sagte Bürgermeister Troppmann Grundsätzliches: "Wir weisen Bauland nur noch aus, wenn uns der Grund gehört. Was nützt es uns sonst, wenn wir ausweisen, aber der Eigentümer will partout nicht verkaufen?"

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