25.04.2019 - 16:46 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Kippen nicht achtlos wegwerfen

Die Trockenheit macht nicht nur Landwirten und Hobbygärtnern zu schaffen. Auch die Feuerwehr ist wegen erhöhter Waldbrandgefahr in Alarmbereitschaft. Kreisbrandrat Marco Saller appelliert an alle, wachsam zu sein.

Kreisbrandrat Marco Saller ruft die Bevölkerung zur Achtsamkeit auf.
von Redaktion ONETZProfil
Am Ostermontag entdeckten Spaziergänger in Eschenbach Rauch und Flammen. Das Feuer konnte durch das schnelle Eingreifen gelöscht werden.

ONETZ: Herr Saller, Trockenheit in der Region sorgt für eine erhöhte Waldbrandgefahr. Gab es bereits Vorfälle im Landkreis?

Marco Saller: Momentan sind wir noch von flächendeckenden Bränden verschont geblieben. Kleinere Wald- und Heckenbrände gab es bereits in Grafenwöhr und Eschenbach. Am Mittwoch, 24. April, brannte es direkt an den Gleisen der Bahnstrecke in Vorbach im Landkreis Neustadt.

ONETZ: Wie schätzen Sie die momentane Lage ein? Kann von einer Verschlimmerung im Vergleich zum Vorjahr gesprochen werden?

Marco Saller: Die Waldbrandgefahr ist zu Beginn der Osterwoche ab dem 18. April auf die Stufe fünf, also auf die höchste Stufe gestiegen. Das bedeutet natürlich eine sehr hohe Gefahr für die nördliche Oberpfalz. Momentan sieht es so aus, als würde sich ein neues Hochsommerjahr wie im vergangenen Jahr abzeichnen. Damals begannen die ersten Luftbeobachtung der Waldgebiete am 20. April. In diesem Jahr bereits am 18. April. Auf der Route Oberpfalz-Nord wurden 2018 insgesamt 67 Flüge durchgeführt. Die Lage in diesem Jahr lässt sich aber noch nicht abschätzen.

ONETZ: Gibt es bereits speziellen Maßnahmen zur Prävention von Waldbränden seitens der Feuerwehr?

Marco Saller: Der von der Regierung der Oberpfalz festgelegte Zeitraum der Luftbeobachtungsflüge, die zweimal täglich stattfinden, wurde um zwei Tage verlängert. Die Flüge fanden nun bis zum 25. April statt. Neben den Flügen zur Früherkennung arbeiten wir mit den Forstämtern und öffentlichen Ämtern zusammen, um die Bevölkerung zu sensibilisieren.

ONETZ: Was kann die Bevölkerung tun, um die Waldbrandgefahr zu verringern und wie soll man handeln, wenn man einen Waldbrand entdeckt?

Marco Saller: Zunächst appelliere ich an alle, wachsam zu sein. Natürlich sollte auf offene Feuer in Waldnähe verzichtet werden. Auch sollten Materialien wie Glas oder Plastik, die zu einem Entzünden führen können, nicht einfach im Wald liegen gelassen werden. Probleme sind auch Zigarettenkippen. Wenn man die Stummel aus dem Autofenster in Straßengräben wirft, können diese zu brennen beginnen.
Wer eine Rauchentwicklung bemerkt, soll sofort den Notruf wählen. Am besten bis zum Eintreffen der Feuerwehr mit genügend Abstand zum Feuer warten. Eine genaue Beschreibung des Brandortes hilft der Einsatzleitung und der Feuerwehr.

ONETZ: Ganz konkret: Worauf soll man jetzt achten, wenn man in der Natur grillen möchte?

Marco Saller: Prinzipiell sind offene Feuer natürlich zu vermeiden. Wenn man grillen möchte, dann an gesicherten Feuerstellen. Aber dennoch gilt es, immer sensibel und wachsam zu sein.

ONETZ: Am Wochenende soll es regnen. Kann das die Situation entschärfen oder besteht auch in den kommenden Wochen erhöhte Waldbrandgefahr?

Marco Saller: Bis jetzt ist keine weitere Verlängerung der Beobachtungsflüge bekannt. Durch den vorausgesagten Regen und die niedrigeren Temperaturen soll der Waldbrandgefahrenindex am Freitag auf die Stufe drei und am Sonntag sogar auf die Stufe eins abgesenkt werden. Eine Besserung scheint in Sicht zu sein.

ONETZ: Der Deutsche Feuerwehrverband fordert die Anschaffung von Löschhubschraubern. Sehen Sie darin einen Nutzen?

Marco Saller: Die Löschung aus der Luft ist sehr effektiv. Momentan sind wir von sogenannten Flughelfergruppen abhängig, die die Löschwasserbehälter bedienen. Die Hubschrauber der Bundeswehr und der Bundespolizei unterstützen uns. Dadurch sind wir aber abhängig von deren Verfügbarkeit. Für die Zukunft sollte man sich über eine Alternative Gedanken machen, um unabhängig und dadurch zeitnah agieren zu können.

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