05.02.2020 - 16:31 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Kommunen immer mehr in der Pflicht

Einwohnerzahlen von 2013 dienen zur Berechnung der Verbandsumlage, die der Zweckverband Nordoberpfalz von den Landkreisen Neustadt und Tirschenreuth sowie der Stadt Weiden bekommt. Landrat Wolfgang Lippert will das ändern.

Die Entwicklung der Betriebskosten von 2013 bis 2020.
von Michaela Lowak Kontakt Profil

Der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Nordoberpfalz verabschiedete einstimmig seinen Haushalt für 2020. Die Mitglieder trafen sich zur Verbandssitzung in der BRK-Rettungswache in Neustadt. Geschäftsleiter Alfred Rast stellte die Eckdaten des Zahlenwerks vor.

Das Gesamtvolumen umfasst mit 4,83 Millionen Euro 9 Prozent weniger als im Vorjahr (5,3 Millionen Euro). Dieser Rückgang ist darauf zurückzuführen, dass 2019 in der Integrierten Leitstelle die Hardware ausgetauscht wurde. Ein Teil der Einnahmen stammt aus der Verbandsumlage, die die Landkreise Neustadt und Tirschenreuth sowie die Stadt Weiden jährlich zahlen müssen. Als Berechnungsschlüssel dienen die Einwohnerzahlen aus dem Jahr 2013. Landrat Wolfgang Lippert regte an, diesen Schlüssel spätestens nach 3 Jahren neu zu definieren. Rast nahm den Vorschlag zur Kenntnis. "Wir sind dafür durchaus offen", sagte er. Um den Modus zu ändern, müssten die Mitglieder eine neue Verbandssatzung verabschieden, die frühestens 2021 in Kraft treten würde. Im Vergleich zu 2019 ist die Verbandsumlage 2020 leicht gesunken. Neustadt zahlt 779.010 Euro (95.447 Einwohner), Tirschenreuth 599.534 Euro (73.457 Einwohner) und Weiden 340.555 Euro (41.726 Einwohner).

Der Verwaltungshaushalt schließt mit 4,05 Millionen Euro ab, der Vermögenshaushalt mit 774.200 Euro. Die Zuführung vom Verwaltungshaushalt an den Vermögenshaushalt beträgt 427.200 Euro. Die Rücklagen sind mit 150.000 Euro einkalkuliert. Der Schuldenstand zum 31. Dezember 2018 betrug 3,06 Millionen Euro. Eine Neuverschuldung wird es 2020 nicht geben, eine Tilgung von 253.000 Euro ist eingeplant.

Der größte Teil der Kosten entfällt mit 69,3 Prozent auf die Personalkosten (1,93 Millionen Euro). "Wir sind rund um die Uhr besetzt und für den Bürger im Einsatz", sagte Rast. Der Rest verteilt sich auf Gebäude-, Sach-, Wartungs- und Overheadkosten sowie Ausgaben für Kommunikationstechnik. Zusätzlich sind für 2020 verschiedene Maßnahmen wie Malerarbeiten, Gutachten, Zertifizierung, Ausbildung und Schulungen eingeplant. Insgesamt haben sich die Gesamtausgaben für die Betriebskosten in den vergangenen Jahren von knapp 2 Millionen Euro (2013) auf rund 2,8 Millionen Euro (2020) erhöht. Dabei sind auch die Kommunen immer mehr in der Pflicht. Während sich der Anteil der Krankenkassen im Zeitraum von 6 Jahren von 1,3 Millionen Euro auf rund 1,6 Millionen Euro erhöhte, stieg die kommunale Beteiligung von 475.431 Euro (2013) auf 1,06 Million Euro (2020).

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