20.11.2020 - 14:19 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Kreisjugendring Neustadt/WN hat sich gut gegen Corona gestemmt

Im Bezirk gilt der Kreisjugendring als sehr innovativ. Auch während der Pandemie haben mehr als 600 junge Leute ein attraktives Angebot, teilweise in Windeseile, aus dem Boden gestampft. Das zeigt die Online-Herbstversammlung.

Die Vorstandschaft des Kreisjugendrings wird erstmals online gewählt. Von links: Geschäftsführer Martin Neumann, Helmut Bauer, Rupert Seitz, Margit Kirzinger, Christina Ponader, Andrea Höning.
von Gabi EichlProfil

In der Einladung ist noch die Neustädter Stadthalle als Veranstaltungsort angegeben, dann reagieren die Verantwortlichen schnell auf die Pandemie-Entwicklung und stellen kurzfristig auf eine Videoschalte mit Online-Abstimmungstool um. Ein „ziemlicher Aufwand“, wie der Vorsitzende Rupert Seitz bekennt. Aber dank guter Vorbereitung von Geschäftsführer Martin Neumann einschließlich Technik-Test und Anleitung gibt es keine Probleme. Im Gegenteil: Die Wahl der Vorstandschaft geht so schnell über die Bühne, dass man sich nicht vorstellen kann, dass in Nach-Corona-Zeiten wieder jemand Stimmzettel von Hand auffalten und auszählen wird.

Ersatz aus dem Boden gestampft

Immer wieder mussten in diesem Corona-Jahr Veranstaltungen abgesagt werden. Trotzdem habe man versucht, das Beste aus der Situation zu machen, sagt Seitz. Und das sei dank der Geschäftsstelle, die immer wieder von heute auf morgen Ersatzveranstaltungen auf die Beine gestellt habe, mehr als gelungen. Seitz nennt ein Beispiel: Eigentlich wollte man in den Ferien mit Kindern und jungen Leute Bäume pflanzen. Ging nicht wegen Corona. So bat man die Jugendlichen, doch wenigstens einen Baum zu malen. Die Resonanz sei „überwältigend“ gewesen, sagt Seitz. Nun wolle man, sobald möglich, für jedes Bild einen Baum pflanzen: „Das wird fast ein kleiner Wald.“

Die Koordinierungs- und Fachstelle „Neustadt lebt Demokratie“ hat den Worten ihres Leiters Arno Speiser zufolge ebenfalls unter der Pandemie gelitten. Großartige Projekte mit einem Volumen von rund 30000 Euro hätten abgesagt werden müssen („Das tut in der Seele weh“). Speiser beschreibt verschiedene langfristig angelegte Projekte wie „Partnerkommune für Demokratie“, in dem es darum geht, mit Jugendlichen vor Ort ins Gespräch zu kommen, damit dort eigene Projekte entwickelt und umgesetzt werden. Aktuelle Partnerkommune ist Schwarzenbach, angemeldet sind Eslarn und weitere Gemeinden.

Das Projekt „Demokratie lesen“ wurde in der Version 2.0 neu aufgelegt; diesmal geht es vor allem um die Zusammenarbeit mit Schulen. Im Aufbau ist ein Projekt namens „No need for hate“, das sich an Jugendliche wendet, die unter den Folgen eines unbedachten Posts in sozialen Medien leiden.

Haushalt mit 556.000 Euro

Der Kreisjugendring hat keine Schulden, wie die Jahresrechnung zeigt. Die Versammlung beschließt einen Nachtragshaushalt zur Erhöhung des Stundenkontingents von „Neustadt lebt Demokratie“ und verabschiedet den Haushalt 2021 mit einer Höhe von 556.000 Euro.

Das Programm für 2021 wird übereinstimmend beschlossen. Neumann schränkt ein, dass eine langfristige Planung im Moment schwierig sei, aktuelle Änderungen würden aber schnellstmöglich auf der Homepage des Kreisjugendrings veröffentlicht (www.kjr-neustadt.de).

Der Landkreis sei stolz auf den Kreisjugendring, sagt die stellvertretende Landrätin Margit Kirzinger. Sie begrüßt die Aufstockung der Mittel für die Koordinierungsstelle „Neustadt lebt Demokratie“. Wie die Jugendamtsleiterin Andrea Höning bezeichnet sie die Arbeit des Kreisjugendrings gerade in Pandemie-Zeiten als unverzichtbar. Höning nennt die Veranstaltungen „Lichtblicke“ für Kinder und Jugendliche in schwieriger Zeit.

Vorstandschaft online gewählt

Die Vorstandschaft wird im Amt bestätigt. Vorsitzender bleibt Rupert Seitz (Bund der Deutschen Katholischen Jugend), Stellvertreterin Christina Ponader (Evangelische Jugend Bayern). Weitere Vorstandsmitglieder sind Barbara Heser (Bayerische Trachtenjugend), Elena Grünwald, Wolfgang Gollwitzer (Jugendfeuerwehr Bayern), Thomas Strebl, Helmut Bauer und Conny Haberkorn (Bayerische Sportjugend), Martin Puff (BDKJ), die Bürgermeister Karlheinz Budnik (Windischeschenbach) und Marina Hirnet (Georgenberg) und die Beauftragte für den Jugendzeltplatz Neukirchen St. Christoph, Sieglinde Soukup. Die Kasse prüfen Werner Kippes und Patrik Uhl.

Waldjugend-Antrag befürwortet

Den Aufnahmeantrag der Deutschen Waldjugend Eschenbach, dem einzigen Ortsverein im Landkreis dieser Jugendorganisation der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, befürwortet die Herbstvollversammlung, das letzte Wort hat der Landesvorstand.

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