30.07.2018 - 18:37 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Kriminalität auf dem Tiefstand

Weniger Straftaten, höhere Aufklärungsquote: "Der Landkreis Neustadt ist noch ein Stück sicherer geworden", bilanziert Landrat Andreas Meier am Donnerstag beim Sicherheitsgespräch mit Vertretern der Polizei im Landratsamt.

Landrat Andreas Meier und der Präsident der Oberpfälzer Polizei, Gerold Mahlmeister, stellen zusammen mit den Leitern der Polizeiinspektionen im Landkreis Neustadt und den Leitern der Kriminal- und Verkehrspolizei Weiden sowie der Bundespolizei Waidhaus den Sicherheitsbericht vor.
von Sonja Kaute Kontakt Profil

(jak) "Wir sind ein Landkreis, in dem man gut und sicher leben kann. Das haben wir auch der Polizei zu verdanken", sagte Meier an die Leiter der Inspektionen im Landkreis, der Kriminal- und Verkehrspolizei in Weiden sowie der Bundespolizeiinspektion Waidhaus gerichtet. So seien zum Beispiel die Zahl der Wohnungseinbrüche und der Crystal-Konsum rückläufig. Insgesamt ist die Zahl der Straftaten im Landkreis auf dem niedrigsten Stand seit zehn Jahren.

"Zahlen sind das Eine, aber auch die gefühlte Sicherheit ist absolut gegeben", so Meier. Gleichzeitig mahnte er: "Wo viel Licht ist, gibt es auch ein bisschen Schatten." So sei die Gewaltbereitschaft gegenüber Polizeibeamten, Rettungskräften, der Feuerwehr und auch seiner Verwaltungsmitarbeiter gestiegen. "Da müssen wir uns gegen erheben. Wir müssen das Bild vom Schutzmann wieder in die Köpfe bringen."

Gerold Mahlmeister, Präsident der Oberpfälzer Polizei, stellte die konkreten Themen und Zahlen aus dem Sicherheitsbericht vor:

  • Kriminalitätsentwicklung: Die Zahl der Straftaten (ohne Aufenthaltsrecht) ist von fast 3200 in 2016 auf 2822 in 2017 gesunken - ein Rückgang um fast zwölf Prozent. Rechnet man Verstöße gegen das Aufenthaltsrecht mit ein, sank die Zahl von fast 4000 in 2016 auf 3260 in 2017 (-18,5 Prozent).
  • Aufklärungsquote: 74,4 Prozent der Straftaten im Landkreis wurden 2017 aufgeklärt (77,7 Prozent inklusive Aufenthaltsrecht). Das waren zwei Prozent mehr als im Jahr zuvor. Im Vergleich der vergangenen zehn Jahre ist das die dritthöchste Quote.
  • Häufigkeit von Straftaten: Auf 100.000 Einwohner kommen im Landkreis 2985 Straftaten, ein Rückgang von 11,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und die niedrigste Zahl der vergangenen zehn Jahre. Zum Vergleich: In der gesamten Oberpfalz kommen auf 100 000 Einwohner 4040, in ganz Bayern 4533 Straftaten.
  • Gewaltkriminalität: Die Zahl der Fälle von Gewaltkriminalität hat sich im Landkreis von 2016 zu 2017 nicht verändert (97 Fälle) und liegt im Zahn-Jahres-Vergleich etwas oberhalb der Mitte.
  • Gefährliche und schwere Körperverletzung: Ähnlich sieht es in diesem Bereich aus. 2017 gab es 77 Fälle, 2016 waren es 80. Die höchste Fallzahl gab es 2013 (96), die niedrigste 2014 (55).
  • Straßenkriminalität: 315 Fälle hat es 2017 im Landkreis gegeben, 2016 waren es 375 - ein Rückgang um 16 Prozent. "Die Leute können sich sicherer fühlen, nicht nur objektiv, sondern auch subjektiv. Es gibt keine Angsträume", so Mahlmeister dazu. Tatsächlich handelt es sich um die niedrigste Zahl der vergangenen zehn Jahre.
  • Diebstähle: Ebenfalls auf dem niedrigsten Stand seit zehn Jahren befinden sich die Diebstähle. 527 Fälle wurden 2017 verzeichnet, etwas mehr als 21 Prozent weniger als 2016.
  • Wohnungseinbruchdiebstahl: Einen deutlichen Rückgang gibt es auch bei diesem Deliktfeld, von 50 Fällen in 2016 auf "nur" 26 in 2017. Im Neun-Jahres-Vergleich (auswertbar erst ab 2009) ist das der dritthöchste Wert. Trotzdem stimmt die Statistik positiv: Auf 100 000 Einwohner kamen 2017 bundesweit 145 solcher Delikte, in Bayern 48, in der Oberpfalz 36, und im Landkreis Neustadt nur 26. Meier appellierte an die Bürger, gegen Einbrüche vorzubeugen und Verdächtiges zu melden. Mahlmeister ergänzte: "Nehmen Sie die 110, auch bei Verdächtigen Wahrnehmungen in der Nachbarschaft."
  • Drogenkriminalität: Die Zahl der Drogendelikte lag 2017 in etwa auf dem Niveau von 2011 und war in den Jahren dazwischen immer höher. 2017 wurden 301 Drogendelikte gezählt, ein Rückgang um über 29 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. "Prävention und Kontinuität führen zum erwünschten Erfolg", so Meier.
  • Sachbeschädigungen: Bei Sachbeschädigungen gibt es im Vergleich zu 2016 einen Anstieg von 7,4 Prozent (299 Fälle). Das ist jedoch der zweitniedrigste Wert seit zehn Jahren.
  • Reichsbürger: 27 Fälle "von Leuten, die unseren Staat leugnen" gebe es im Landkreis, so Mahlmeister. "Die haben wir besonders im Fokus."
  • Verkehrsunfälle:2973 Verkehrsunfälle hat es 2017 im Landkreis gegeben, ein leichter Anstieg von 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Acht Menschen kamen dabei ums Leben.
  • Unfallursachen: Auffällig ist, dass es sich bei 40 Prozent der Unfälle (1222) um Wildunfälle handelt. So sei das, "wenn man ein bewaldeter Landkreis ist". Die Zahl der alkoholbedingten Unfälle stieg von 25 (2016) auf 33 (2017), die der Unfälle durch überhöhte Geschwindigkeit von 87 auf 94. Besonders letztere sind jedoch im Zehn-Jahres-Vergleich deutlich zurückgegangen.

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