Neustadt an der Waldnaab
10.05.2019 - 14:15 Uhr

Kritik an Schutzkonzept

„Ängste nehmen und nach Kompromissen suchen.“ Mit diesen Worten umschreibt Bürgermeister Rupert Troppmann den Sinn des Treffens mit Anliegern der Waldnaab und Vertretern des Wasserwirtschaftsamtes im Bereich Naabstraße und Stadtmühlweg.

Bürgermeister Rupert Troppmann setzt den"Freibord bei der Hochwassermauer mit Hilfe einer Anliegerin etwas tiefer an, was Bauoberrat Andreas Ettl (Mitte) akzeptiert. Bild: bey
Bürgermeister Rupert Troppmann setzt den"Freibord bei der Hochwassermauer mit Hilfe einer Anliegerin etwas tiefer an, was Bauoberrat Andreas Ettl (Mitte) akzeptiert.

Doch der Weg war für das Stadtoberhaupt schwerlich und bedurfte viel Überzeugungskraft. Bereits beim Auspflocken des möglichen Verlaufs der Hochwasserschutzmauer durch den Abteilungsleiter Planung und Bau beim Wasserwirtschaftsamt Weiden, Bauoberrat Andreas Ettl und Christoph Hartmann, Projektleitung, stiegen bei mehreren von der geplanten Hochwassermauer betroffenen Anwohnern die Emotionen.

Sie zeigten für den finanziellen Aufwand kein Verständnis. Ins Erdreich eingeschlagene Holzlatten verdeutlichten den Pegel eines potentiellen 100-jährigen Hochwassers und die Höhe der geplanten Schutzmauer. Ettl begründete die Maßnahme mit einer Basisstudie. Die hatte der Freistaat an Gewässern erster und zweiter Ordnung erstellt. Dafür trägt Bayern die Unterhaltslast. Die Studie habe gezeigt, wo wirtschaftliche Schutzbauten errichtet werden können. „Mit wenig Kosten viel Schadenspotential schützen“, laute die Prämisse, sagte der Bauoberrat.

Die Stadt sei mit der Waldnaab als Gewässer erster Ordnung und der Floß als einem zweiter Ordnung betroffen. Sie sei bei Planung und Bau mit je 35 Prozent der Kosten beteiligt. Dieser Beitrag könne bar oder unbar erbracht werden. Unbar bedeutete die Erbringung entsprechender Leistungen, die kapitalisiert würden.

Die blauen Streifen an den Stangen signalisierten die Höhe des Wasserstandes, die gelben den notwendigen Freibord. Diese Höhen schockierten vor Ort die Anlieger. Sie befürchteten, dass ihnen damit der Blick auf die Waldnaab von ihren Grundstücken aus genommen werde.

Ettl lenkte etwas ein, folgte der Anregung des Bürgermeisters, die gedachte Schutzmauer unmittelbar auf die Grundstücksgrenzen oder an die Grenzsteine zu verlegen. Er schlug auch vor, die Areale hinter dem Wall etwas anzufüllen.

Als Troppmann anregte, die zwischen zwei Pflocken gespannte Schnur bei der gelben Markierung als Zeichen der Höhe des Freibordes etwas tiefer zu legen, konnte sich der Wasser-Experte auch damit anfreunden. Der Versuch zeigte: eine Grundstückseigentümerin hatte wieder Sicht bis zum Fluss. Das Wasserwirtschaftsamt wird jetzt die eigentlichen Planungen erstellen.

Bürgermeister Rupert Troppmann (Zweiter von rechts) erläutert den Anliegern das Interesse der Stadt an einem funktionierendem Hochwasserschutz an der Waldnaab. Bauoberrat Andreas Ettl (Dritter von rechts) beschreibt die Notwendigkeit des Schutzes, die sich aus den gesetzlichen Vorgaben für ein 100-jährige Hochwasserereignis, ergibt. Bild: bey
Bürgermeister Rupert Troppmann (Zweiter von rechts) erläutert den Anliegern das Interesse der Stadt an einem funktionierendem Hochwasserschutz an der Waldnaab. Bauoberrat Andreas Ettl (Dritter von rechts) beschreibt die Notwendigkeit des Schutzes, die sich aus den gesetzlichen Vorgaben für ein 100-jährige Hochwasserereignis, ergibt.
Die blaue Markierung zeigt die errechnete Höhe eines 100-jährigen Hochwassers: Dder gelbe Streifen markiert den Freibord. Hier gelang es Bürgermeister Rupert Troppmann die Höhe etwas herunterzuhandeln. Bild: bey
Die blaue Markierung zeigt die errechnete Höhe eines 100-jährigen Hochwassers: Dder gelbe Streifen markiert den Freibord. Hier gelang es Bürgermeister Rupert Troppmann die Höhe etwas herunterzuhandeln.
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