27.03.2019 - 08:41 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Landkreis Neustadt setzt auf E-Mobilität

Elektro-Autos gehört die Zukunft. Auch der Landkreis Neustadt will seinen Beitrag zur umweltfreundlichen Mobilitätswende leisten. Bei gerade einmal sieben vorhandenen Ladestationen an öffentlichen Plätzen ist da noch einiges zu tun.

Die Möglichkeiten für E-Autos im Landkreis Neustadt/WN Strom zu tanken, sind noch begrenzt.
von Stephanie Hladik Kontakt Profil

Auf diese Zahl kommt das Büro für Energiewirtschaft und technische Planung (BET) aus Aachen bei seinen Recherchen für ein E-Mobilitätskonzept. Das hat der Kreisausschuss im Mai 2018 bei BET in Auftrag gegeben. In der letzten Kreisausschusssitzung präsentierte Sebastian Seier den aktuellen Stand des Konzeptes und einen Entwurf für ein politisches Leitbild zur Elektromobilität, das am Ende von den Kreisräten einstimmig beschlossen wurde. Das Leitbild unter dem Motto „Mobil – Verantwortungsvoll – Umweltfreundlich“ ist Bestandteil des E-Mobilitätskonzeptes 2019 für den Landkreis.

Die sieben bestehenden Ladesäulen sind das Ergebnis einer ersten Online-Umfrage unter den Landkreisgemeinden. „Es gab 23 Rückmeldungen“, sagte Seier. „In 15 Gemeinden sind öffentliche Ladestationen geplant.“ Ein Anfang. 25 weitere hält Seier aufgrund verschiedener Standortfaktoren noch für möglich. In einem weiteren Fragebogen an die Kommunen soll ausgelotet werden, welche Plätze sich für Ladestationen eignen würden, wie deren Erreichbarkeit sei und wie weit die nächste Station entfernt sei.

SPD-Kreisrat Udo Greim merkte an, dass es im Landkreis mehr als sieben Ladesäulen geben muss. „Wir haben ja bei uns im Westen schon vier“, zeigte er sich verwundert, dass diese in der Aufzählung nicht auftauchen. Vielleicht hätten die Kommunen es versäumt, sie zu melden, entgegnete Landrat Andreas Meier.

So oder so, das Netz an E-Ladesäulen muss ausgebaut werden. Daran ließ der BET-Experte keinen Zweifel. Hochrechnungen zeigen, dass bis zum Jahr 2025 rund 3200 E-Autos im Landkreis unterwegs sein könnten. Gemessen an der EU-Richtlinie von 1:10 Ladepunkten müsste es dann im Landkreis auch 320 öffentliche Ladestationen geben, so Seier.

Wirtschaftlich betrachtet, tanken Kunden für 39 Cent pro Kilowattstunde bei einer Auslastung von 28 Prozent und einer Amortisation nach fünf Jahren. Auch die Erstellungs- und Betriebskosten müssten dabei berücksichtigt werden.

Interessant werde es für die Kommunen bei den Kooperationsmöglichkeiten, sagte Seier. Hier gebe es drei Optionen: Ausschreibung: Der Landkreis erstellt eine Liste an Ladestationen, die Kommunen stellen den öffentlichen Zugang sicher.

Kooperative: Der Landkreis tut sich mit den Kommunen zusammen und spricht direkt lokale Anbieter (z. B. Stadtwerke) an. Vorteil: Eine Tankkarte für alle Stationen.

Individuelle Optimierung: Jede Kommune kümmert sich selbst. Nachteil: verschiedene Anbieter.

Klaus Bergmann (Grüne) bat ergänzend, auch die halb öffentlichen und privaten E-Ladesäulen in das Konzept mit aufzunehmen. Das erweitere das Netz an Stationen. „Ich fahre seit 2014 E-Auto und kenne mein Ladeverhalten. Je dichter das Netz, desto besser.“ Bergmann könnte sich auch Kooperationen mit privaten Anbietern vorstellen.

Mit dem Mobilitätskonzept soll auch die Akzeptanz in der Bevölkerung geschaffen werden, die Zukunft umwelt- und klimagerecht zu gestalten. Der Landkreis sieht sich hier auf einem guten Weg.

Übrigens: Im Landkreis sind aktuell 64 353 Pkw zugelassen (Stand: 28.2.2019). Davon sind 101 reine E-Autos und 391 Hybrid-Autos.

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