Susanne Hausdorf
Die Neustädterin Susanne Hausdorf gründete 2007 die bis dahin erste Hebammenpraxis im Ökologia in Altenstadt. Mit der Eröffnung entwickelte sie ein Netzwerk der selbständigen Hebammen in Neustadt, Weiden und Tirschenreuth. „Frauen konnten dadurch über das Netzwerk an Hebammen vermittelt werden und in Notsituationen schneller Hilfe erhalten“, sagte Landrat Andreas Meier bei der Preisverleihung am Montagabend im Gasthaus „Zum weißen Rößl“. Zudem stellt sich die 46-Jährige seit Beginn ihrer Tätigkeit uneigennützig als Ausbilderin für angehende Hebammen zur Verfügung und bietet Schülern Praktikumsplätze an.
Die Preisträgerin war über die Verleihung des Sozialpreises überrascht, betrachtet diesen aber als außergewöhnlich und eine große Anerkennung. „Für mich ist meine Arbeit eine Selbstverständlichkeit. Ich versuche immer Lösungen zu finden, wie etwas funktionieren kann und nicht, wie heute vielfach praktiziert, wie etwas erst einmal nicht geht.“
Willy Koegst
Der Etzenrichter Diplom-Psychologe Willy Koegst ist seit vielen Jahren in verschiedenen Vereinen ehrenamtlich engagiert. Seit über 15 Jahren ist er Sprecher der Bewohnervertretung des BRK-Seniorenheims in Weiden und engagiert sich seit zehn Jahren im Helferkreis für Asylbewerber. Dort kümmert er sich um Flüchtlinge und arbeitet unter anderem intensiv mit den Schulen zusammen. Dies betrifft vor allem die Organisation und Erteilung von Deutschunterricht, die Unterstützung in der Kommunikation und auch bei der Integration. „Diese ist eine große Herausforderung aber auch eine große Chance für die Besetzung von Lehrstellen und Arbeitsplätzen mit Fachkräften.“
Der Sozialpreis sei eine Anerkennung für die Arbeit der ganzen Gruppe in Sachen Flüchtlingsbetreuung. Das damit verbundene Preisgeld in Höhe von 1000 Euro werde in entsprechenden Projekten Verwendung finden. Koegst brachte in seinen Dankesworten auch einige kritische Anmerkungen über die Einstellung unserer heutigen Gesellschaft an. „Ich wünsche mir, dass sich noch mehr lebenserfahrene Menschen für die Gesellschaft einsetzen und dafür bessere Unterstützung von staatlicher Seite erfahren sollten."
Tafelausgabestelle Vohenstrauß
Die Tafelausgabestelle Vohenstrauß der Tafel Weiden-Neustadt startete 2015 mit der ersten Ausgabe von Lebensmitteln an Bedürftige. Hedwig Reger, Antonia Gruber, Luise Schmidt-Huber und Josef Schmidt, die den Preis stellvertretend für die 15 Mitarbeiter der Vohenstraußer Tafel entgegen nahmen, sind seit der ersten Stunde dabei. Die Zahl der Abholer lag bis zu Beginn des Ukraine-Kriegs zwischen 60 und 80 Personen. „Heute richten wir pro Ausgabetag 141 Körbe her. 40 Prozent aller Kunden sind ukrainische Flüchtlinge“, informierte Reger. „Ein Tafelöffnungstag macht mehr als 50 Stunden ehrenamtliche Tätigkeit erforderlich“, betonte der Landrat. „Über den Preis haben wir uns sehr gefreut. Er motiviert uns für unsere weitere Arbeit“, freute sich die 68-jährige Rentnerin.
„Auf dem flachen Land gibt es den sozialen Zusammenhalt noch in größerem Rahmen als in der Großstadt“, stellte Meier weiter fest. Wenn die Wertschätzung verloren ginge und nur das Anspruchsdenken im Vordergrund stünde, sei das für die ehrenamtlich Engagierten demotivierend. „Deshalb müssen wir das Engagement hochhalten, denn sonst geht ein Stück Lebensqualität verloren“. „Sie haben Herausragendes auf ihrem jeweiligen Gebiet geleistet, Hilfe, die definitiv bei den Menschen ankommt“, lobte der Neustädter Bürgermeister Sebastian Dippold. Er ermutigte die Preisträger, nicht aufzuhören und weiter zu machen, so lange es ihnen gut täte. Sie sollten Strahlkraft haben für 94.835 andere Landkreisbewohner.
Sozialpreis des Landkreises Neustadt
- heuer zum 15. Mal verliehen
- erstmals 1994 unter Landrat Anton Binner
- Preisverleihung alle zwei Jahre
- Preisgeld: 3000 Euro
- Beispielhaftes Handeln im sozialen, außerfamiliären Bereich, das oft unbemerkt von der Öffentlichkeit im Dienste des Menschen erbracht wird, soll ausgezeichnet werden
- Zuständig für die Auswahl der Preisträger ist der Ausschuss für Soziales im Kreistag
- kann auf bis zu drei Personen, Personengruppen oder Vereinigungen aufgeteilt werden
- bisher 40 Preisträger













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