13.08.2019 - 15:05 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Landkreis Neustadt/WN steigt bei Busfahrkarten-App ein

Anfang Juni startete das kostenlose Bayern-Wlan in den Bussen im Landkreis Neustadt, nun macht die Digitalisierung des ÖPNV den nächsten Schritt:

Die Linienbusbetreiber Friedrich Mädl, Alfred Meller (von links) sowie Maximilian Wies (rechts) sind vom neuen Handyticket überzeugt. Landrat Andreas Meier (Mitte) und ÖPNV-Mann Martin Koppmann begrüßen das neue Angebot ebenfalls.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Ab September können Kunden des Tarifverbunds Oberpfalz-Nord (Ton), der vom Stiftland bis hinter Nabburg reicht, Fahrkarten via Smartphone-App kaufen. Zunächst sind nur Einzelfahrscheine erhältlich, ab Oktober auch Sechser- und Zehnertickets.

Vertreter der regionalen Busunternehmen, Landrat Andreas Meier und Martin Koppmann, ÖPNV-Sachgebietsleiter im Landratsamt, stellten am Dienstag Einzelheiten vor. Der Kunde muss sich einmalig per Mobiltelefon unter https://handyticket.de registrieren (Apple oder Android). Nach dem Kartenkauf erhält er einen QR-Code auf seinen Bildschirm und zusätzlich einige Zeilen, die belegen, dass er gerade gekauft hat. Das zeigt der Kunde beim Einsteigen dem Busfahrer vor - fertig. "Ein Scanner kommt später, das ist noch zu teuer", sagt Alfred Meller von Regionalbus Ostbayern (RBO).

An dieses System sind 26 Beförderungsunternehmen in den Kreisen Neustadt, Tirschenreuth, Schwandorf-Nord, Amberg-Sulzbach und die Stadt Amberg angeschlossen. Die Stadt Weiden ist assoziiert, weil im Stadtverkehr die Tickets etwas günstiger sind als die Wabentarife des Ton-Systems. Gleichwohl kann auch der Weidener wie die Bürger aus seinen Nachbarlandkreisen mit einer Karte zum entsprechenden Tarif quer durchs Ton-Gebiet reisen, ohne dass er zweimal einen Fahrschein löst.

Die technische Abwicklung des Handytickets erledigt die Firma "HanseCom". Sie ist bereits in vielen Regionen Deutschlands aktiv. Die Ton-Unternehmen müssen dafür 5 Prozent des Fahrkartenpreises an "HanseCom" abführen, weitere 3,5 Prozent kassiert ein Finanzdienstleister, der sich um die Abrechnung kümmert. "Wir haben einen sehr guten ÖPNV, aber das muss sich erst langsam in den Köpfen festsetzen", sagt Landrat Andreas Meier. Die Busunternehmer sehen es ähnlich. An der Tarifschraube wollen sie deshalb vorerst nicht drehen. Die App sei ein zusätzlicher Service, um Kunden in Zeiten sinkender Schülerzahlen zu halten und zu gewinnen.

Wer sich mit dem Handyticket beschäftigt, kann die Vorteile eventuell auch im Urlaub oder auf Geschäftsreise nutzen. Große Regionen wie Berlin-Brandenburg, Rhein-Ruhr oder weite Teile Oberfrankens, Sachsens oder Thüringens nutzen ebenfalls das System. Wer einmal in der Nordoberpfalz registriert ist, kann somit auch dort Fahrkarten online kaufen, inklusive Park- oder Freizeittickets.

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