25.06.2019 - 16:22 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Lernen von Spitzenköchen

Speisen auf beachtlichem Niveau: Die Neustädter dürfen sich im kommenden Jahr auf ein Restaurant freuen, in dem das möglich wird. Der Chef schaut im Moment noch europäischen Spitzenköchen über die Schulter.

Adrian Kuhlemann während einer seiner Produzentenwochen im Käsekeller der Dorfsennerei Andeer. Für ein gutes Restaurant sind auch regionale Zuliefererbetriebe wichtig.
von Martin Staffe Kontakt Profil

Adrian Kuhlemann, der in wenigen Tagen 30 Jahre alt wird, hat bereits in namhaften Häusern gekocht. Nach der verkürzten Ausbildung im "Weiherblasch" in Schönsee arbeitete er in den Sternerestaurants "Essigbrätlein" in Nürnberg und "Wielandshöhe" in Stuttgart. Weil er sich selbstständig machen will, hat er sich noch für eine besondere Weiterbildung entschlossen.

Er bewarb sich im vergangenen Jahr um einen Platz in der "Fundazium Uccelin". Das ist rätoromanisch und heißt "Vögelchen". Diese erst 2015 ins Leben gerufene Stiftung vergibt eine Art "Kochstipendium" für Nachwuchskräfte im gehobenen Gastrobereich.

Gründer Andreas Caminada vom Schloss Schauenstein in der Schweiz liegt es am Herzen, ambitionierte Talente zu fördern. "Dieser Rückhalt soll ihnen den Weg ebnen, Einblick in die weltweite kulinarische Vielfalt zu bekommen, damit sie die Qualität ihres wunderbaren Handwerks nachhaltig sichern können", sagt der der Drei-Sterne-Koch aus Fürstenau in Graubünden. Als Botschafter sollen sie die Qualität der Spitzengastronomie in die Welt hinaustragen.

Kuhlemann musste sich mit einem Motivationsschreiben um Aufnahme in die Stiftung bewerben. Seine Argumentation, dass er sich auf hohem Niveau die letzten Inspirationen für sein eigenes Lokal holen wolle, hat den Stiftugnsrat offenbar überzeugt. In die letzte Bewerberphase schafften es nur vier Nachwuchsköche, zwei davon aus Deutschland, einer davon ist Kuhlemann vom Hotel Grader aus Neustadt.

Das Stipendium dauert ein halbes Jahr. Zwei Wochen war er beim Gründer Caminada im Schloss Schauenstein. Sehr beeindruckt hat den Oberpfälzer das "Stucki" in Basel mit Sterneköchin Tanja Grandits. "Diese klassische französische Kochkunst ist gigantisch", schwärmt Kuhlemann. Wenn er mehr Zeit gehabt hätte, wäre er länger in Basel geblieben.

Weitere Stationen sind das Hotel de Ville de Lausanne (drei Sterne) und aktuell das Steirereck in Wien. Das Zwei-Sterne-Haus steht regelmäßig in der "50 best list" der angesagtesten Lokale der Welt. Dazwischen liegen Stationen bei einem Bäcker, Metzger, Winzer und in einer Käserei, alles Zuliefererbetriebe eines Restaurants, ebenfalls auf hohem Niveau.

Im nächsten Jahr will Kuhlemann dann in seine Heimatstadt zurückkehren und im Hotel Grader, das seiner Mutter gehört, ein Restaurant eröffnen. Zurzeit ist darin noch die Pizzeria Messer untergebracht. Doch die schließt Ende des Jahres, verrät Hotelbesitzerin Manuela Grader-Kuhlemann. "Wir werden Anfang richtig investieren, vor allem in eine neue Küche." Denn die bestehende sei schon über 30 Jahre alt. Ihr Mann, Diplomingenieur Jochen Kuhlemann, stehe ihr und Sohn Adrian hilfreich zur Seite. Aber auch das Restaurant werde aufgepept. Damit habe sie schon begonnen.

Manuela Grader-Kuhlemann freut sich schon auf die Zusammenarbeit mit ihrem Sohn. "Ich führe das gut ausgelastete Hotel und Adrian das Restaurant." Und der hat schon ganz konkrete Vorstellungen. Eine gut bürgerliche Küche werde es nicht geben. Er möchte vielmehr zeigen, was er gelernt hat, und im Hotel Grader moderne europäische Küche mit frischen Produkten aus der Region auftischen. Das Preisniveau werde leicht gehoben, aber nicht abgehoben sein. Wer sich einen schönen Abend machen wolle, werde bei ihm bestens aufgehoben sein.

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