05.11.2020 - 12:18 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Neustädter AWO-Seniorentreffs momentan auf Eis gelegt

Persönliche Kontakte zu Senioren, die mit „Essen auf Rädern“ beliefert werden oder an den Treffen des AWO-Seniorenclubs teilgenommen haben, gibt es momentan nicht. Der AWO-Ortsverband kümmert sich trotzdem um die Senioren.

Voll ausgelastet ist derzeit das "Essen auf Rädern" des AWO-Ortsverbandes Neustadt. Kürzlich musste ein neues Lieferfahrzeug angeschafft werden. Vorsitzender Franz Witt (rechts) und Horst Washausen holen das Fahrzeug nach Anbringung der Werbung ab.
von Hans PremProfil

Der AWO-Ortsverein Neustadt kümmert sich in erster Linie um die Senioren in der Kreisstadt. Dass die es in Zeiten der Corona-Pandemie mit Kontaktbeschränkungen nicht leicht haben, davon können Vorsitzender Franz Witt und Stellvertreterin Karin Rößler ein Lied singen.

„Bei unserem Seniorenclub Gretl Fastner ist kein Mitglied mehr unter 80 Jahren“, erzählt Rößler. Sie betreut die 14-tägigen Zusammenkünfte im AWO-Heim seit nunmehr zwei Jahren. Den älteren Menschen sei vor allem der „Ratsch“, das Gespräch und der Kontakt untereinander, wichtig. „Seit Anfang März mussten wir unsere Treffen durch coronabedingt leider einstellen“, bedauert sie. Karin Rößler hält aber nach wie vor Kontakt zu den Senioren. In Anrufen erfährt sie, wie sehr den Mitgliedern die regelmäßigen Treffen fehlen, wie sehr sich viele isoliert und einsam fühlen. Auch mit netten Briefen und kleinen Geschenken wie zum Beispiel einer Rose zum Muttertag, die sie vor die Haus- oder Wohnungstüre gelegt hat, will sie den Mitgliedern des Seniorenclubs zeigen, dass man nach wie vor für sie da ist und an sie denkt.

Bei den Zusammenkünften werde vor allem Brauchtum und Tradition mit Nikolausfeier, Ernte-Dank, Kirchweihessen oder Oktoberfest hochgehalten. Auch Ausflüge mit dem Besuch von Restaurants werden in normalen Zeiten organisiert. „An Gymnastik oder Vorträgen haben die Senioren kein Interesse. Sie wollen in erster Linie miteinander ratschen“, stellt die 76-jährige Leiterin fest.

Vorsitzender Franz Witt kann sich noch gut an die Zeit erinnern, als sich 60 bis 80 Seniorenclubmitglieder regelmäßig im Saal des AWO-Heims trafen. Heute zählt der Club nur noch 12 Mitglieder zum Stamm. „Vielleicht sind wir auch zu wenig bekannt“, vermutet er. Obwohl es den Seniorenclub schon seit 1971 gibt und im nächsten Jahr das 50-Jährige gefeiert werden könnte. Ob und wie das von statten geht, weiß er noch nicht.

Im Gegensatz dazu erfreut sich die zweite Säule des AOW-Ortsvereins, das „Essen auf Rädern“, über eine große Resonanz. 30 Essen werden täglich von Montag bis Freitag ausgefahren. „Mehr geht aber auch nicht, denn mehr bringen wir in unserem Lieferfahrzeug nicht unter“, bedauert Witt. Die Kunden haben die Auswahl zwischen wechselnden dreigängigen Menüs die aus Suppe, Hauptspeise und Dessert oder frischem Obst bestehen. „Die Qualität des Essens wird allgemein gelobt. Es wird auch nicht in Papp- oder Plastikbehältnissen serviert, sondern auf Porzellangeschirr“.

Mit „Essen auf Rädern“ erfüllt die AWO seit 1983 eine wichtige gesellschaftliche und soziale Aufgabe. Witt erinnert sich noch gut an die Anfänge des Lieferservice, der damals von Erich F. Schmid und Franz Peter initiiert worden sei. „Gekocht hat das Gasthaus Holzer und abgefüllt wurden die Speisen in „Bitscherler“ (Essensgefäße), so wie sie die Glasmacher hatten“. Kürzlich sei die Neuanschaffung eines Lieferfahrzeugs notwendig geworden, da das Vorgängerfahrzeug 180.000 Kilometer auf dem Buckel gehabt habe. Täglich würden die beiden Ausfahrer Manfred Nier und Sieglinde Kellnhofer und aushilfsweise auch Witt rund 80 Kilometer mit dem Lieferfahrzeug zurücklegen. Witt bezeichnete die beiden als„echten Glücksfall für den Verein. „Sie suchen auch das Gespräch mit den Senioren oder führen spontan kleine, nötige Hilfsdienste nebenbei durch“.

Heute kommen die zur Auswahl stehenden beiden Menü aus der Großküche des AWO-Seniorenheims Hans Bauer aus Weiden. Leider leide der persönliche Kontakt zu den Senioren in Zeiten der Corona-Pandemie. Das Menü müsse vor der Haustüre abgestellt werden. Auch hier fehle momentan das nette Gespräch oder eine kleine Geste der Hilfe. „Manchmal beschränkt sich der Kontakt auf ein Zuwinken hinter geschlossenen Fensterscheiben“, bedauert Witt.

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Bürgermeister Sebastian Dippold überreicht dem AWO-Vorsitzenden Franz Witt Desinfektionsmittel und Reinigungstücher für das neue Lieferfahrzeug, mit dem "Essen auf Rädern" ausgefahren wird.
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