08.03.2020 - 17:57 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Noch neun Tage "Volle Kanne Kommunalwahl"

Das Wahlkampffinale wird mit der Parteihymne der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) eingeläutet. Die Anwesenden singen kräftig mit. Für den Wahltag sind die Genossen im Landkreis Neustadt/WN zuversichtlich.

Landratskandidat Peter Lehr bei seiner Rede.
von Jürgen MaschingProfil

Die letzte große Wahlkampfveranstaltung am Freitag stand ganz im Zeichen der in neun Tagen stehenden Kommunalwahl. Viele Reden wurden bereits geführt, vieles wurde bemängelt oder gelobt. Doch jetzt waren sich die Genossen einig: Sie haben ihrer Meinung nach einen hervorragenden Wahlkampf geführt.

SPD-Kreisvorsitzende Markus Ludwig begrüßte in der Stadthalle in Neustadt/WN neben vielen Kreistagskandidaten auch Landratskandidat Peter Lehr, Uli Grötsch, Generalsekretär der SPD Bayern, und zudem eine Abordnung der SPD Leipzig-Mitte mit Vorsitzendem Nathanael Meyer. Ludwig stellte in seiner Rede fest, dass die Hälfte der Wahlberechtigten ihre Kreuze bereits durch die Briefwahl gemacht haben. „Das heißt aber auch, dass 50 Prozent noch nicht gewählt haben." Diese Bürger müssen in den letzten Tagen vor der Wahl von unseren Zielen überzeugt werden. „Zudem müssen wir unsere Demokratie verteidigen und gegen den Einfluss von rechts anzukämpfen“, so Ludwig. Der Wahlkampf habe sehr viel Kraft gekostet, aber auch Spaß gemacht. „Ich danke allen, die uns unterstützt haben“. Kritische Worte fand er gegenüber den Medien. Auch wenn "von Anfang an gegen uns geredet wurde", sollten doch die Wähler entscheiden und nicht die Presse, meinte der Vorsitzende.

Auch Neustadts Bürgermeisterkandidat Sebastian Dippold strich die Tatsache heraus, dass bereits über die Hälfte der Wähler per Briefwahl abgestimmt hätten. „So viel wie noch nie“. Dippold betonte auch, was für eine starke Liste es gebe, und dass die SPD „etwas reißen“ kann im Landkreis, in den Städten und Gemeinden.

Landratskandidat Peter Lehr bedankte sich für die Unterstützung im Wahlkampf. „Ich bin stolz auf die 59 weiteren Frauen und Männer aus allen Landkreisteilen, die ein breites Spektrum an beruflicher Erfahrung, aber auch und vor allem an menschlicher Qualifikation und Lebenserfahrung in die Waagschale werfen, um die Bürger von unserer leistungsfähigen SPD zu überzeugen“. Danach ließ Lehr die zurückliegenden sechs Jahre der SPD-Kreistagsfraktion kurz Revue passieren. Hier betonte er die Entwicklung der Gebietskörperschaft, die erfolgreich mitgestaltet wurde. Der Hochbau sei durch den Neubau des Nebengebäudes des Landratsamtes, der laufenden Sanierung des Gymnasiums Neustadt und der Generalsanierung des LRA-Gebäudes in Eschenbach geprägt worden. Zu den Finanzen stellte er fest: „De faco ist der Landkreis zum Ende der Legislaturperiode eigentlich schuldenfrei, wobei das nicht über die vor uns stehenden großen finanziellen Aufgaben hinwegtäuschen darf“. Auch das „Kind der SPD-Kreistagsfraktion“, das BAXI sprach er an. Danach gab er die bekannten Ziele für die Jahre 2020 bis 2026 bekannt. (Umwelt, ÖPNV, Wirtschaft und Digitalisierung, Gesundheit und Pflege sowie Soziale Gerechtigkeit). Am Ende seiner Rede stellte er fest: „Wir haben in den vergangenen Monaten eine SPD auf Kreisebene präsentiert, die sicherlich eine sehr gute Alternative zu den Mitbewerbern darstellt und ich kann heute nur noch an die Wähler appellieren, uns das Vertrauen zu schenken“.

Nathanael Meyer, der gebürtige Schirmitzer, dankte für die Einladung und freute sich, seinen mitgereisten Kollegen den „schönsten Teil von Bayern“ zeigen zu dürfen. „Wahlkampf ist wundervoll und macht Spaß“, so Meyer. „Gegenseitige Unterstützung ist für uns Sozialdemokraten selbstverständlich und auch über Landesgrenzen hinweg. Dies wird die CSU niemals können und kennen. Denn sie gibt es ja nur in einem Bundesland“.

Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch bezeichnete den Kommunalwahlkampf als aufregendsten Wahlkampf, den es überhaupt gebe. „Man kenne ja alle Kandidatinnen und Kandidaten“. Die Kommunalwahl 2020 sei keine Wahl wie jede andere. „Auch bei uns steht zum ersten Mal eine rechtsextreme Gruppierung auf dem Stimmzettel“, so Grötsch. „Und niemand, dem etwas an unserem Landkreis gelegen ist, hat nur ansatzweise ein Interesse daran, das Rechtsextremisten in den Kreistag einziehen“. Zu Bürgermeister Jürgen Kürzinger aus Kirchenthumbach gewandt, sagte er: „Glaubt denn ein Mensch im Ernst, dass sich ein konservativer Bürgermeister an einem Schulhausneubau gewagt hätte, ja ganz sicher nicht“. Denn Bildung ist der Schlüssel zu allem und dies wissen Sozialdemokraten. Und zu Landratskandidaten Lehr meinte er: „Du bist nicht einer, der den Menschen das Blaue vom Himmel verspricht, nur um gewählt zu werden. Und es ihm danach egal ist, ob er es halten kann oder nicht“. Neun Tage „Volle Kanne Kommunalwahl“ stünden nun an. „Wenn die Basis stimmt, dann muss uns vor der Zukunft nicht bange sein“, betonte Grötsch.

Uli Grötsch, Generalsekretär der SPD Bayern.
Die Kreis-SPD dankt den vielen Helfern während des Wahlkampfes

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