Neustadt an der Waldnaab
14.10.2018 - 23:32 Uhr

"Das Optimale herausgeholt"

Von Stephan Oetzinger ist am Sonntagabend die ganze Anspannung des monatelangen Wahlkampfs abgefallen. Mit seinem Ergebnis ist er mit Blick auf das Abschneiden der CSU in Bayern mehr als zufrieden.

Der Grüne Klaus Bergmann muss um den Einzug ins Parlament bangen. Bild: Ingrid Popp
Der Grüne Klaus Bergmann muss um den Einzug ins Parlament bangen.

"Wir haben das Direktmandant souverän verteidigt", stellt Oetzinger fest. Jetzt freuen sich der 34-Jährige und auch seine Frau Barbara "ganz narisch" auf die neue Aufgabe im Landtag. Schon am Dienstag, 16. Oktober, ist die erste Fraktionssitzung. Am 5. November tagt erstmals das neue Parlament.

Auch Landrat und CSU-Kreisvorsitzender Andreas Meier freut sich, dass Oetzinger das Direktmandat klar und deutlich für die CSU verteidigt hat, ebenso Tobias Reiß. "Wir brauchen gemeinsam mit Tobias Reiß eine starke Stimme der Nordoberpfalz in München." Im Landkreis will sich Meier speziell die Ergebnisse der AfD genauer anschauen und analysieren, ob man eventuell auch auf der kommunalpolitischen Ebene noch Dinge tun müsse, um von der Politik vielleicht enttäuschte Menschen wieder zurückzugewinnen. Insgesamt gelte für die CSU jetzt das, was Erwin Huber am Abend gesagt hat: „Die falsche Analyse dieses Ergebnisses wäre jetzt bereits der Same für die nächste Niederlage.“

Altlandrat Simon Wittmann zollt Oetzinger ("mein Traumkandidat") ein großes Kompliment: "Er hat aus der Gesamtsituation das Optimale herausgeholt." Das Positive des katastrophalen Ergebnisses: Gegen die CSU könne keine Regierungskoalation zustandekommen. Wittmann sieht für Markus Söder dennoch eine gute Basis für eine vernünftige Regierung.

Annette Karl muss das Debakel der SPD erst einmal verdauen. Natürlich sei sie enttäuscht, sie habe mehr Stimmen erwartet. Die Neustädterin geht aber davon aus, dass es wieder reicht. Genau feststehen werde dies aber erst am Montagvormittag.

Kein Hehl aus ihrer Enttäuschung über das schlechte Abschneiden macht ÖDP-Spitzenkandidatin Barbara Kindl, weil die Partei dem Wähler ein sehr gutes Programm angeboten habe. Problem sei die Fünf-Prozent-Hürde. An Infoständen hätten die Leute immer wieder gesagt, "weil ihr nicht in den Landtag kommt, geben wir die Stimme den anderen". Kindl lässt sich aber nicht entmutigen. Der Blick gehe nach vorne zur Europawahl, da gebe es keine Fünf-Prozent-Marke, und zum Volksgbegehren gegen das Artensterben. "Wir kämpfen weiter."

AfD-Mann Roland Magerl streckt nach einem agressiven Wahlkampf die Hand zur Zusammenarbeit aus. Sollte er in den Landtag einziehen, womit zu rechnen ist, stehe er in München für konstruktive Politik zur Verfügung. Von Fundamentalopposition halte er nichts.

Bombastisch war die Stimmung am Abend bei den Freien Wählern in "D'Wirtschaft" in Altenstadt. Der Neustädter Karl Meier darf sich mit seinem unerwartet guten Ergebnis durchaus Hoffnung auf ein Mandat machen.

Das gilt ebenso für den Grünen Kreisrat Klaus Bergmann. "Passt scho", kommentierte der Windischeschenbacher sein Abschneiden und das der Grünen im Landkreis. Fifty-Fifty stünden die Chancen für den Sprung ins Maximilianeum.

 
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