19.06.2019 - 16:46 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Platznöte auf dem Kulturhügel

Die Lobkowitz-Realschule freut sich über den enormen Zulauf, doch der bringt auch Probleme mit sich. Und noch eine Schule auf dem Felix stößt an seine Kapazitätsgrenzen.

Lobkowitz-Realschule (Mitte) und Sonderpädagogisches Förderzentrum (vorne, links) platzen aus allen Nähten. Ungewiss ist, wie es mit dem BSZ (oben, links) weitergeht.
von Martin Staffe Kontakt Profil

An der Lobkowitz-Realschule haben sich für das neue Schuljahr 149 Buben und Mädchen angemeldet. Das sind noch einmal 18 mehr als im laufenden Jahr. 700 Kinder werden es dann ab September sein. Jetzt rächt sich die Fehleinschätzung der Regierung der Oberpfalz. Sie hat im Zuge der von 2009 bis 2017 dauernden, 6,8 Millionen Euro teuren Generalsanierung der Realschule das vom Landkreis beantragte Raumprogramm deutlich gekürzt. Begründung: Die Schülerzahlen würden sinken.

Nach Angaben der zweiten Konrektorin Martina Fels werden nun sechs fünfte Klassen gebildet. Das bedeute, dass vier bis fünf Klassenzimmer fehlen. Schon jetzt habe man alle möglichen Räume belegt, und Fachräume dürften wegen der giftigen Stoffe nicht als Klassenzimmer genützt werden. Die Realschule habe mit allen umliegenden Bildungsstätten Kontakt aufgenommen. Aber die seien selbst alle ziemlich voll.

Landrat Andreas Meier bestätigt, dass die "Lobkowitzer" zusätzlichen Raumbedarf angemeldet haben. "Wir prüfen zurzeit, wie wir unter Umständen auch kurzfristig reagieren können." Favorisiert wird offenbar die Aufstellung von Containern. Einen passenden Platz gibt es auch schon: das Areal, auf dem die Schüler zurzeit Basketball spielen. Fels spricht von einer Ideallösung. Die Schüler müssten lediglich 30 bis 40 Meter gehen, und der Schulbetrieb würde nicht beeinträchtigt.

Ebenfalls ergänzenden Platzbedarf hat nach den Worten des Landrats wegen der zunehmenden Nachfrage nach Ganztagesangeboten das Sonderpädagogische Förderzentrum, die St.-Felix-Schule. Die Regierung der Oberpfalz hat bereits den Raumbedarf bestätigt. Demnach fehlen für die über 150 Kinder in 12 Klassen mehr als 400 Quadratmeter.

Rektor Rainer Hetz verweist auf die strukturellen Veränderungen im Schulbetrieb. Etwas ganz besonderes seien die beiden Stütz- und Förderklassen. Sie sind für Kinder gedacht, die einen besonders umfangreichen Förderbedarf in ihrer sozialen und emotionalen Entwicklung haben und deshalb vorerst nicht eine Regelklasse der Grundschule oder des Sonderpädagogischen Förderzentrums besuchen können. Diese Ganztagesklassen bräuchten auch mehr Platz. Zudem gebe es drei offene Ganztagsgruppen.

Schon am Mittwoch, 26. Juni, wird sich der Bau- und Vergabeausschuss des Kreistags mit der Erweiterung des Förderzentrums beschäftigen. Konkret geht es um einen Anbau in Richtung Pausenhof.

Weiterhin ungewiss ist, wie es mit dem Staatlichen Beruflichen Schulzentrum (BSZ) weitergeht. Der Landkreis hat sich inzwischen an das Kultusministerium gewandt. Er möchte wissen, wie sich die Münchener Behörde die weitere personelle Zukunftsplanung vorstellt und warum bis dato die ab August frei werdende Schulleiterstelle noch nicht wieder besetzt worden ist.

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.