Neustadt an der Waldnaab
25.07.2019 - 16:11 Uhr

Postenrochade am Landratsamt Neustadt/WN

In der Politik würde man von einer Kabinettsumbildung sprechen. Die Sachgebietsleiter im Landratsamt sind zwar keine Minister, dennoch wechseln einige von ihnen die Ressorts. Das hängt vor allem an einer Personalie.

Martin Koppmann (links) war 20 Jahre lang das Gesicht des Naturparks Nördlicher Oberpfälzer Wald. Seinen Job sollen Stefan Härtl (rechts) und Bernd Stengl übernehmen. Bild: exb
Martin Koppmann (links) war 20 Jahre lang das Gesicht des Naturparks Nördlicher Oberpfälzer Wald. Seinen Job sollen Stefan Härtl (rechts) und Bernd Stengl übernehmen.

Zum 1. November geht der Leiter des Kreisjugendamts, Klaus Egelseer, in Pension. Er ist Chef zahlreicher Mitarbeiter und verwaltet einen der höchsten Etats des Landkreises, hinter dem sich vor allem die Kosten der Jugendhilfe verbergen.

Diese verantwortungsvolle Aufgabe soll Andrea Höning stemmen. Die 50-jährige Neuhauserin hatte erst vor zwei Jahren den Fachbereich "Kommunalaufsicht, Schulen und ÖPNV" übernommen. Darunter fällt etwa die Organisation von Wahlen, Gastschulanträge, Bafög-Anträge und Buskartenvergabe. Hinzu kommt die Geschäftsführung beim Regionalen Planungsverband.

Auf Hönings Stuhl rückt ebenfalls ein erfahrener Beamter. Martin Koppmanns Terrain war lange das Sachgebiet "Öffentliche Sicherheit und Ordnung und Zentrale Bußgeldstelle". Dazu gehören etwa Gewerbe-, Jagd- und Fischereirecht sowie der Katastrophenschutz. Ferner war Koppmann bis zu 50 Prozent seiner Arbeitszeit für die Arbeit als ehrenamtlicher Geschäftsführer des Naturparks Nördlicher Oberpfälzer Wald freigestellt. Da er also weiß, wie man auf mehreren Baustellen gleichzeitig arbeitet, wechselt er in die Kommunalaufsicht. In der stehen gleich einige Mammutaufgaben an. Dazu gehört die Abwicklung der Kommunalwahlen im März 2020 mit einigen gesetzlichen Änderungen und beim ÖPNV die Einführung des Baxis.

Damit er sich entsprechend einarbeiten kann, übernahm Koppmann den Job bereits am 1. Juli. Ihn ersetzt Hermann Schmid. Das Amt des Naturparkchefs will Koppmann am Montag, 29. Juli, abgeben. Dazu ist eine außerordentliche Mitgliederversammlung anberaumt.

Mit dem Abschied des 57-jährigen Mantelers von der Naturpark-Spitze ändert Landrat Andreas Meier auch die Organisationsstrukturen. Der Naturpark mit seinen vier Mitarbeitern ist künftig dem Sachgebiet "Kreisentwicklung und Wirtschaftsförderung" zugeordnet. Leiterin ist Barbara Mädl. "Damit können wir einige Synergien bündeln, etwa bei der Kampagne Original Regional", sagt Landratsamtssprecherin Claudia Prößl.

Koppmanns Aufgaben werden dabei auf zwei Köpfe verteilt. Stefan Härtl, ein 28-jähriger Tirschenreuther, übernimmt die Geschäfts- und Vereinsführung. Er kümmert sich dabei vor allem um Förderanträge. Bernd Stengl, der aus dem Regionalmarketing kommt, wird beim Naturpark ein ähnliches Feld betreuen und Ansprechpartner für die Direktvermarkter aus der Region sein. Stengl ist 49 Jahre alt und wohnt in Reuth bei Erbendorf.

Damit die Aufgabensplittung möglich ist, muss bei der Versammlung am Montag die Hälfte der 266 Naturpark-Mitglieder für eine neue Satzung stimmen. Das kommt möglicherweise nicht zustande. In diesem Fall wird am 16. August noch einmal eine Versammlung einberufen. In der würde dann eine einfache Mehrheit reichen.

Weichenstellung beim Naturpark:

Die Mitglieder des Naturparks Nördlicher Oberpfälzer Wald treffen sich am Montag, 29. Juli, um 15 Uhr im Gasthaus "Weißes Rößl" in Neustadt/WN. Dabei geht es um die künftige Vereinsstruktur und den Geschäftsführerwechsel von Martin Koppmann zu Stefan Härtl und Bernd Stengl. Dabei werden auch die Verdienste Koppmanns gewürdigt. Er ist unter anderem verantwortlich für die Einführung von Naturparkprodukten von Direktvermarktern aus der Region, denen er damit neue Absatzmärkte erschlossen hat. Diese Initiative hat sich auch die Metropolregion Nürnberg für ihre Kampagne "Original Regional" zum Vorbild genommen. (phs)

 
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