Neustadt an der Waldnaab
28.08.2018 - 17:55 Uhr

Schlussspurt für Nahwärmenetz

Das Projekt Nahwärmenetz auf dem Felixberg geht jetzt in die Endphase. Wenn alle Gebäude angeschlossen sind, wird die Luft in Neustadt sauberer sein.

Baustelle in der Zacharias-Frank-Straße. Bild: Gabi Schönberger
Baustelle in der Zacharias-Frank-Straße.

(ms) Das Millionenprojekt hat sich zur Dauerbaustelle entwickelt. Auftraggeber ist der Landkreis. Nach den ursprünglichen Plänen hätte das Vorhaben schon vor einem Jahr abgeschlossen sein sollen.

Pressereferentin Birgit Sigl von der Baywa AG, deren Tochter, die Baywa Dienstleistungs GmbH in München, sich das Großprojekt bei einer europaweiten Ausschreibung gesichert hat, führt die Verzögerungen auch auf den langen Winter zurück. Wegen des nassen Untergrunds konnten die restlichen Arbeiten an der Fernwärmetrasse nicht wie geplant in den Osterferien beginnen, sondern erst Pfingsten. Wegen des hohen Verkehrsaufkommens auf dem Kulturhügel zu den Unterrichtszeiten habe die Baywa die Grabungsarbeiten dann weitestgehend auf die Pfingst- und Sommerferien beschränkt.

Die Rohre mit einem Durchmesser von einem halben Meter mussten durch mehrere Straßen und quer durch den Felixwald verlegt werden. Das Wärmenetz ist insgesamt 1,7 Kilometer lang.

Angeschlossen wurden alle öffentlichen Gebäude: Gymnasium, Staatliches Berufliches Schulzentrum (BSZ), Lobkowitz-Realschule, Mittel- und Grundschule, Schwimmhalle, Landratsamts-Außenstelle und ehemaliges Krankenhaus. Aber auch fünf Gebäude mit zahlreichen Wohnungen werden künftig mit der umweltfreundlichen Energie versorgt. Der ASV hat nach Angaben des Vorsitzenden Juan Vilas wegen der hohen Kosten auf eine Anbindung verzichtet.

Hinter dem Lehrer-Parkplatz des Gymnasiums, beim Funkmasten, wurde die Heizzentrale betoniert. Das stattliche Biomassekraftwerk mit einer Leistung von 1700 Kilowatt und dem 20 Meter hohen Kamin ist das Herzstück. Es beherbergt den Biomassekessel und das Lager für die Hackschnitzel. Diese liefern Waldbauern in einem Umkreis von 30 Kilometern. Die Wertschöpfung bleibt somit in der Region. Vorbild war das schon seit langem mit großem Erfolg laufende Biomasse-Heizwerk in Vohenstrauß.

Die Baywa geht davon aus, dass jetzt die letzten Arbeiten an der Fernwärmetrasse im September abgeschlossen werden. "Die Restarbeiten am Heizwerk selbst werden voraussichtlich noch bis zum Jahresende dauern", prophezeit Pressesprecherin Sigl. Die Außenanlagen am Heizwerk werden schließlich im Frühjahr 2019 fertiggestellt.

Was müssen die Bezieher der Fernwärme bezahlen? Laut Sigl gibt es in Neustadt keinen allgemein gültigen Fernwärmetarif. Die Preise richten sich individuell unter anderem nach der jeweiligen Beteiligung des Kunden an den Baukosten der Hausanschlüsse und ist vom Anschlusswert abhängig.

Ausgerechnet hat die Baywa dagegen, dass verglichen mit einer Wärmeerzeugung rein aus Heizöl oder Erdgas durch das Projekt unter Ansatz der geplanten Wärmemengen jährlich über eine Million Kilogramm CO2-Emissionen eingespart werden.

 
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