Neustadt an der Waldnaab
07.06.2020 - 16:51 Uhr

Schnitzen, Musik und Familie

Das Bearbeiten von Holz, Musik und Gesang sowie seine Familie gehören zu den wichtigsten Dingen in seinem Leben. Am Samstag feierte der „Kiste“ einen runden Geburtstag.

Auch wenn die große Geburtstagsfeier momentan wegen der Corona-Krise auf Eis liegt. An seinem 70. Geburtstag erhob der Schnitzer, Musiker und Familienmensch Alfons Kistenpfennig trotzdem sein Glas vor seinen geschnitzten Relieffs mit den Stadtwappen und Silhouetten von Prag, Tachau, Neustadt und Nürnberg. Bild: prh
Auch wenn die große Geburtstagsfeier momentan wegen der Corona-Krise auf Eis liegt. An seinem 70. Geburtstag erhob der Schnitzer, Musiker und Familienmensch Alfons Kistenpfennig trotzdem sein Glas vor seinen geschnitzten Relieffs mit den Stadtwappen und Silhouetten von Prag, Tachau, Neustadt und Nürnberg.

Die Zahl sechs hat im Leben von Alfons Kistenpfennig schon immer eine große Rolle gespielt. Am 6.6.1950 wurde er in Windischeschenbach geboren und am 6.6.1966 feierte er seinen 16. und am 6.6.2020 wurde er nun 70 Jahre alt.

Die große Geburtstagsfeier musste er bedingt durch die Corona-Krise absagen. Trotzdem gaben sich am Samstag die Gratulanten die Türklinke in die Hand und gratulierten dem Alfons in seiner urgemütlich eingerichteten Wohnung in der Kaiser-Karl-Straße. Urgemütlich deshalb, weil Holz dominiert, die Wände dekoriert sind mit seinen Schnitzereien wie einer Wanduhr mit Soldaten der Bürgerwehr, verschiedenen Reliefs und verschiedenen von ihm geschnitzten Figuren. Das Prunkstück im Esszimmer ist ein von ihm 1983 entworfener und gebauter Schrank, dessen beide Türen die Reliefs der Burgen Neuhaus, Flossenbürg, Falkenberg und Leuchtenberg bewachen.

Kistenpfennig entwickelte schon in seiner Kindheit ein Fable für Holz. Deshalb erlernte er auch in der Schreinerei von Martin Sperber den Beruf des Schreiners und arbeitete bis zu seiner Rente vor zehn Jahren in der Möbelbranche. Bereits mit zehn Jahren begann er zu schnitzen, perfektionierte diese Kunst durch verschiedene Kurse und sitzt auch heute noch fast täglich an seinem Schnitztisch. Beim Schnitzen findet er Ruhe und Entspannung. „Wer nicht zeichnen kann, kann nicht schnitzen“, weiß er. Seine Projekte zeichnet er dreidimensional auf und kann sich vor seinem geistigen Auge das Endprodukt vorstellen. Er bevorzugt Reliefs, schnitzt aber auch Masken und Figuren, besonders Krippenfiguren. „Wenn du an bestimmten Stellen etwas zu viel wegnimmst, hat das Holz einen hohen Brennwert“, gibt er zu. Das komme auch öfter vor. Seit 2003 schnitzt er für seine Freunde hölzerne Zoiglorden, die alljährlich in der Zoiglstube „Zum Waldhauser verliehen werden.

Seit seinem zehnten Lebensjahr spielt er auch Gitarre. „Das hat mir meine Mutter beigebracht, die bis ins hohe Alter musizierte und erst am 17. April im Alter von 101 Jahren gestorben ist“. Sein erster Musikpartner war Luis Denz. Der Gitarrist und Bassist spielte viele Jahre in Tanzkapellen wie der „Medium Show Band“ und anschließend bei „Poseidon“. Gemeinsam mit Alfons Gollwitzer gründete er die „Dampfbroider“, überzeugte auch durch seine Stimme über zwölf Jahre lang bei der „Neisteder Zoiglmusi“ und spielt heute noch mit seinem Freund Gerhard Reber als „Böhmische Freunde“ zu den verschiedensten Anlässen. In der Zoiglstube „Zum Ströhern“ in Eslarn gelten sie als Hausband. Der hervorragende Sänger singt auch beim Neustädter Sängerbund und den „Waldhauser Sängern“.

Einfach war die Zeit für Ehefrau Erika, die er 1972 heiratete, nicht. Ihr Mann hatte viele musikalische Engagements und war in der ganzen Oberpfalz unterwegs. „Sie hielt immer zu mir und ohne sie wäre ich wahrscheinlich nicht so alt geworden“, gibt er zu. Aus der Ehe gingen mit Andi (geboren 1977) und Michael (geboren 1982) hervor. Der ganze Stolz des Jubilars sind seine drei Enkelkinder. Seit vielen Jahren ist die Familie sein Mittelpunkt. Eine große Geburtstagsfeier musste Kistenpfennig wegen der Corona-Krise absagen. Deshalb fühlt sich der gesellige Jubilar, der immer einen Witz oder eine humorvolle Anekdote auf den Lippen hat, derzeit auch „unterhopft“. Die Geburtstagsparty wird aber nachgeholt.

 
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