08.07.2018 - 16:01 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Selbst Horrorszenario Ruhe bewahren

120 Rotkreuz-Mitarbeiter treffen sich zu Fachdienstlager mit schwierigen Themen.

An Übungsfleisch trainieren die Notfallsanitäter und Ersthelfer das richtige Vorgehen.
von Externer BeitragProfil

(exb) In unregelmäßigen Abständen, zuletzt vor zehn Jahren in Flossenbürg, veranstaltet der BRK-Kreisverband Weiden-Neustadt ein Fachdienstlager. Bei diesem Camp treffen sich die Ehrenamtlichen unterschiedlicher Fachdienste der Bereitschaften, wie Technischer Dienst, Sozialdienst oder Rettungsdienst. Insgesamt waren es etwa 120 Teilnehmer. Traditionsgemäß werden am ersten Tag die örtlichen Schulen zu einer Infoveranstaltung eingeladen. Am Freitag waren rund das rund 250 Grund-, Mittel- und Förderschüler.

An verschiedenen Stationen versuchten die Rotkreuzler ihnen Einblicke in die vielfältige Arbeit des BRK zu geben: Absetzen eines Notrufs an einer Notruf-Übungssäule, stabile Seitenlage, Verbände an kleine Wunden anlegen, Vorstellung eines Rettungswagens und der BRK-Drohne. Dazu kam ein Luftballonwettfliegen.

Am Samstag stand das Notfallsymposium für Notärzte und Rettungsdienstmitarbeiter an. Rund 100 Zuhörer hörten Vorträge hochkarätiger Referenten wie Professor Robert Schwinger. Er schärfte dem Auditorium ein, dass akuter Brustschmerz oft, aber keinesfalls immer ein Herzinfarkt sein muss. Bisweilen könne es sich um eine Lungenembolie, eine Aortenruptur oder gar einen Schlaganfall handeln. Von nicht alltäglichen Einsätzen berichtete auch Professor Karlheinz Dietl, etwa einem Messer im Bauch, das innere Organe verletzt.

Der stellvertretende Leiter der Polizei Neustadt, Stefan Moller, sprach zu Einsatztaktik aus Sicht der Polizei. Er leitete gleichzeitig auf die Übung am Nachmittag hin. Bei Terror und Amok muss der Rettungsdienst den Anweisungen der Polizei folgen. Professor Hans Jürgen Heppner rundete mit seinem Fachvortrag zu nicht alltäglichen Vergiftungen den Referatsreigen ab. Dabei kam Erstaunliche zutage: "Wer denkt schon bei einer 85-jährigen Frau an einen Selbstmordversuch aus Liebeskummer?"

Am Nachmittag stand eine Sichtungsübung mit einem Horrorszenario an. Ein Amokläufer hat in der Mittelschule eine unbekannte Zahl von Opfern hinterlassen. Die perfekt geschminkten Mimen, etwa 30 schwer- oder minderschwer Verletzte mit zum Teil hässlichen Wunden mussten von den Teilnehmern in kurzer Zeit behandelt werden. Erschwerend, aber realistisch kamen lautes Kindergeschrei und Übungsrauch dazu. Herumliegende Waffen und Geschosshülsen perfektionierten die Amok-Atmosphäre.

Dies alles hatten Dr. Gudrun Graf und Jürgen Göppl im Abstimmung mit den Ausbildern und Notfallsanitätern Wolfgang Dietl, Jürgen Sollfrank, Patrick Süttner und Robert Schmid ausgezeichnet vorbereitet. Dr. Martin Poschenrieder machte sich im Anschluss mit den Beteiligten an die Manöverkritik. Gefordert waren intraossäre Punktion, Thoraxdrainage und Wundpacking.

Unter den Teilnehmern waren auch Gäste des tschechischen Rettungsdienstes, einige Medizinstudenten aus Bayreuth und Rettungsdienstler aus den Nachbarkreisverbänden. Gemeinsam bleibt ihnen der der Wunsch, sich wieder regelmäßig zu gemeinsamen Fortbildungsveranstaltungen zu treffen. Am Abend wurde nach einem Feldgottesdienst noch lange gemeinsam gefeiert, denn auch das gehört zur Förderung des Kameradschaftsgeists.





Grässlich, aber realitätsnah: Schussverletzungen an Kindern.
Beruhigen, den Überblick bewahren und die richtige Diagnose treffen. Das ist auch in Extremsituationen wie nach einem Amoklauf gefragt.
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