Wer kennt sie nicht, die unverkennbaren Country-Songs. Dabei denkt man natürlich in erster Linie an den legendären Johnny Cash. Doch diese Zeit wurde von zahlreichen anderen Künstlern mitgeprägt: Es waren Weggefährten wie Willie Nelson, Kris Kristofferson, Hank Williams, Elvis Presley, Buddy Holly und auch Bob Dylan. Und können zwei Interpreten diese Stimmung auf die Bühne und die Neustädter Stadthalle zaubern? Ja, Roman Hofbauer mit seiner bemerkenswerten Stimme und Josef Baumgärtner, der Saitenvirtuose, der seine Gitarren beherrscht, wie nur wenige.
Die "Folsom Prison Band" hält die Erinnerung an den legendären Johnny Cash wach und führt fort, was Cash einst schuf. Eine Hommage zu Ehren des Königs der Country-Music mit Hits und Raritäten, bei der die Spur von anfänglichem Material bis zu den späten "American Recordings" reicht. Doch in diesem Programm steckte weit mehr: Und dafür sorgte immer wieder Roman Hofbauer. Der Niederbayer wusste oftmals, wie diese Songs entstanden sind und was sie eigentlich ausdrücken sollen.
Ein weiteres, wirklich bemerkenswertes Detail war Hofbauers einzigartige Stimme. Diese tiefe Stimme, diese Klangfarbe, man brauchte nur die Augen zu schließen und dann konnte man ihn beinahe vor sich sehen: die Legende aus Amerika, unterlegt durch den stampfenden Rhythmus der Akustik-Gitarre.
Der zweite Eckpfeiler der Band ist Josef Baumgärtner, ein Ausnahmegitarrist. Bei jedem Stück merkte der Zuhörer ganz deutlich, und konnte es auch sehen, hier wird nicht nur irgendein Programm herunter gespielt, nein, hier steckt Spielfreude dahinter, jeder Titel wird mit gelebt. Es entstand eine tiefe Verneigung vor den Originaltiteln. Umgemünzt auf die Sologitarre bedeutete das, dass das Publikum neben den typischen Grooves auch immer wieder Einflüsse aus New Orleans – feinste Jazz-Nuancen – entdeckte. Diese bislang einmalige Kombination hebt die "Folsom Prison Band" ganz deutlich aus dem einfachen Genre „Country & Blues“ hervor, denn die Combo schafft damit einen eigenen Stil.
Das Publikum wurde auf einen Streifzug durch den amerikanischen Süden mitgenommen. Unsterbliche Cash-Klassiker wie „Walk the line“ oder „Ring of Fire“ gehörten ebenso dazu wie „Man comes around“ als auch Nummern von Wegbegleitern des „Man in Black“ wie etwa Willie Nelson, Elvis Presley oder Bob Dylan.
Und woher stammt eigentlich dieser eigenwillige Bandname? Die Cashkenner werden es wissen! 1968 spielte Johnny Cash sein legendäres Konzert im bundesstaatlichen Gefängnis Folsom Prison in Kalifornien vor den Häftlingen. Und er wusste, wie es diesem Publikum ging, hatte er schon einige Male selbst im Gefängnis gesessen.
Am Ende des tollen Konzerterlebnisses in Neustadt wartete auf die Besucher noch ein Klassiker, mit dem sie in den Abend und auf die Straßen entlassen wurden: "On the Road again".














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