11.07.2018 - 15:57 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Studie stimmt behaglich

Die Stadthalle hat mittlerweile 20 Jahre auf dem Buckel. Zeit, mal zu überprüfen, ob ihre Substanz energetisch noch in Ordnung ist. Das Ergebnis liegt nun vor.

Die Planer und Erbauer der Stadthalle Neustadt haben zukunftsorientiert gearbeitet. Das ergibt eine neue Studie zur Energiebilanz des aus dem Jahr 1998 stammenden Gebäudes.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

(phs) Ingenieur Stefan Schedl vom Institut für Energietechnik der OTH Amberg-Weiden hat mit Kollegen und Studenten das Gebäude auf Herz und Nieren geprüft. Sein Fazit bei der Präsentation im Stadtrat: Die Halle ist gut in Schuss und muss nicht saniert werden.

Kleinigkeiten seien laut Schedl aber schon wünschenswert. Etwa die Abdichtung der Fluchttüren, durch die es im Winter zieht. Auch an den Rundfenstern im Foyer dringt Kälte ein. Empfehlenswert sei laut Schedl aber vor allem besserer Sonnenschutz im Sommer. Insgesamt aber gebe es wenig Energie-Einsparmöglichkeiten. Etwa neun Prozent könne man bei 350 000 Euro Investitionskosten rausholen. Dieses Verhältnis von Ertrag und Aufwand entlockte Zacharias Rebl (Freie Wähler) ein kurzes "Schmarrn". Widersprechen wollte ihm keiner.

Die Fachleute hatten bei ihren Untersuchungen folgende Werte zugrunde gelegt: Zum einen 100 kWh pro Quadratmeter und Jahr beim spezifischen Energieverbrauch. Das ist etwas unter dem Durchschnitt vergleichbarer Immobilien. Zum anderen 46 kWh pro Quadratmeter und Jahr beim Stromverbrauch. Das ist leicht überdurchschnittlich, aber unter anderem dem Hallenrestaurant geschuldet. Der U-Wert des Daches, der die Wärmedurchlässigkeit kennzeichnet, liegt bei 19. "Super", meint Schedl, vor allem, wenn man die akustischen Anforderungen an die Decke bedenke.

Nehme man richtig Geld in die Hand, könne die Energiebilanz natürlich aufpoliert werden. Das aber greife in das Heizsystem der Halle ein. Am effektivsten wäre laut der OTH-Studie noch ein neuer Erdgaskessel, der aber die CO2-Bilanz verschlechtere. Als Alternative böte sich Fernwärme an. Schedl möchte dazu aber erst ein Angebot der Baywa sehen. Ein Blockheizkraftwerk komme teuer, bringe aber durch Einspeisung ins Energienetz auch Einnahmen. In Sachen Umweltfreundlichkeit schneidet ein Pelletkessel am besten ab. Pro Jahr brauche es aber 40 Tonnen Pellets. Platz dafür ist jedoch in der Halle nicht vorhanden und müsste erst mit einem teuren Erdlager geschaffen werden. Doch das alles sind wegen des guten Ist-Zustands nur Gedankenspiele. "Wir können weiter ohne energetische Gewissensbisse dort feiern", freute sich Bürgermeister Rupert Troppmann. Auch in diesem Fall war kein Widerspruch zu hören.

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