05.04.2019 - 14:42 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Tiefer Schluck und ein Bekenntnis

Sebastian Dippold ist Vorsitzender der SPD. Außerdem kandidiert er für das Bürgermeisteramt. Beim Starkbierfest hat er eine weitere Aufgabe übernommen.

SPD-Bürgermeisterkandidat Sebastian Dippold gibt beim Starkbierfest den „Bruder Ernst“.
von Sebastian DippoldProfil

Die Stimmung ist ausgelassen, Bruder Ernst bekennt nach dem tiefen Schluck aus dem Masskrug ironisch, dass der Spaß vorbei sei. Der kommt offenbar zu später Stunde zurück. Einige Gäste greifen sogar zu den Instrumenten.

Zuvor hatte Dippold in brauner Kutte die rund 100 Gäste im Schützenheim zum SPD-Starkbierfest begrüßt. Nach Jahren ohne Redner hatte sich der junge Obergenosse nicht lumpen lassen und gab den Fastenprediger. Es sei einfach nötig gewesen: „Ein Starkbierfest braucht einen Starkbierredner.“

Nach dem Auftritt vor rund 600 Leuten eine Woche zuvor in Wackersdorf sei dieses Heimspiel für den Bürgermeisterkandidaten aber etwas Besonderes gewesen. „Natürlich waren hier weniger Leute. Aber hier bin ich Zuhause. Das ist immer etwas sehr Spezielles.“

Die Rede kam wie das Bier bei den Gästen gut an. Gerne hätte er als Mönch auch die Neustädter Pfarrer begrüßt. „Den evangelische sowie den ‚echten‘“, witzelte Dippold. „Der Gag hat bei der nächsten Kirchenvorstandsitzung vielleicht ein Nachspiel“, grinste der Redner. Dippold engagiert sich in der evangelischen Gemeinde ehrenamtlich als Kirchenvorstand.

Über eine Stunde philosophierte der Sprecher über den Stadtplatz, der als „natürliche Barriere gegen Störnsteiner Zoigltouristen diene“. Er beklagte, dass die Feuerwehr bei Landrat Andreas Meier nichts zu trinken bekäme und er sinnierte über den „größten Deppen Neustadts“. Viele Gäste befürchteten, dass die Rede, die bis dahin ohne Beleidigung auskam, gegen Ende doch noch kippen könnte. Aber Dippold überraschte: Er sprach über sich selbst.

Er habe in der SPD angestoßen, dass Neustadt eine Plakatierungsverordnung bekäme. Zusammen mit Stadtrat und den anderen Parteien sei dies in einer gemeinschaftlichen Aktion umgesetzt worden. Obwohl hier alles ideal funktionierte und er selbst der Anstoß für die Verordnung gegeben habe, habe er doch vergessen, die Plakate für das Starkbierfest rechtzeitig anzumelden.

Das Schützenheim ist gut gefüllt.
„Bruder Ernst“ bei seiner Starkbierrede.
Bürgermeisterkandidat Sebastian Dippold als „Bruder Ernst“
Nach der Starkbierrede gab es noch eine Tombola mit der „Surprise Guggern“.
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