Bayer lag der Kompromiss stets näher als der Konflikt, die Lösung näher als das Problem, die Zusammenarbeit näher als die Ideologie. Am Dienstagvormittag kurz vor 11 Uhr verließen ihn im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Regensburg die letzten Kräfte. Er wurde 72 Jahre alt. Um ihn trauern an vorderster Stelle Ehefrau Hannelore, die Töchter Tanja und Miriam sowie fünf Enkel.
In Erinnerung bleibt ein angenehmer Mensch. "Er hatte immer eine positive Grundeinstellung. Sein Motto war: Geht nicht, gibt's nicht", sagt Bernhard Knauer, der Sprecher der Kulturfreunde Lobkowitz. Anfang der 1990er Jahre gehörte Bayer zu den Gründungsmitgliedern des Vereins.
Doch das ist eher ein Randaspekt von Bayers politischer Vita. Von 2002 bis 2008 war er stellvertretender Landrat. Sein Chef Simon Wittmann erinnert sich: "Er hat sich sehr stark bei der Gründung der Kliniken AG eingebracht. Auch die EDV-Umstellung unter dem Motto ,Ein Landkreis ist auf Draht' trägt seine Handschrift."
Bayer hat in vielen Funktionen Spuren hinterlassen: 1978 zog er als jüngster CSU-Kandidat in den Neustädter Stadtrat ein. Daraus sollten 36 Jahre Engagement werden. Von 1984 bis 1990 führte er die Fraktion, als Bürgermeisterkandidat unterlag er allerdings einmal gegen Gerd Werner (SPD).
Das tat seinem kommunalpolitischen Elan allerdings keinen Abbruch. Von 1996 bis 2014 arbeitete er im Kreistag mit. Mit all dem verdiente sich der aus Dietersdorf bei Schönsee geborene "Randlböhm" 1996 die Kommunale Dankurkunde und 2003 das Bundesverdienstkreuz am Bande. Bürgermeister Rupert Troppmann bescheinigte Bayer bei der Verleihung der Bürgermedaille 2015 "echte politische Leidenschaft. Er war ein Visionär für unsere Stadt".
Auf die Initiative des studierten Sozialpädagogen und Bewährungshelfers gehen der erste Trimmpfad in Neustadt, der erste Weihnachtsmarkt der Musikschule, die Weihnachtsbeleuchtung, die Besuche der Jungen Union im Altenheim und die erste Schuldnerberatung der Stadt zurück. "Ein sehr sozialer und verlässlicher Mensch", unterstreicht Wittmann.
Auch der Musik war der Verstorbene zugeneigt. 1982 hob er die Jugendblaskapelle Neustadt aus der Taufe, später sogar die Musikschule, obwohl er selbst nie richtig ein Instrument gelernt hatte. "Er war über zehn Jahre Vorstand dieser Vorzeigeeinrichtung und hat immer Musiklehrer rekrutiert. Darauf können wir stolz sein", betont Bürgermeister Troppmann. Hinzu kommen unzählige Mitgliedschaften Bayers in Vereinen und Verbänden.
"Sein Herzblut galt besonders denjenigen, die im Leben nicht auf der Sonnenseite stehen. Mit ihm hat uns ein herzensguter Kollege und Freund verlassen", trauert Landrat Meier.
Wie viele andere hat er nicht damit gerechnet, dass Ludwig Bayers Leben so abrupt zu Ende geht. Zwar hat der Neustädter aus seiner jahrelangen Krebserkrankung nie ein Hehl gemacht, dass er das Krankenhaus, in das er vor einigen Tagen eingeliefert wurde, nicht mehr lebend verlassen würde, ahnten indes die wenigsten. "Letztes Jahr bei der 800-Jahr-Feier der Stadt war er noch voll dabei, da haben wir gemeint, es geht aufwärts mit ihm", spricht Bernhard Knauer vielen aus der Seele.













Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.