19.09.2018 - 15:38 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Trendwende oder nur Ausreißer?

Ist das schon die Wende? Erstmals seit 2015 schreibt der Landkreis in einem Halbjahr wieder ein Plus bei der Bevölkerungsentwicklung. Wenn auch nur ein kleines, aber immerhin.

Bevölkerungsentwicklung im zweiten Halbjahr 2017.
von Martin Staffe Kontakt Profil

Das Bayerische Landesamt für Statistik hat jetzt die neuen Zahlen bekanntgegeben. Sie beinhalten auch Asylbewerber, die in einer der zahlreichen dezentralen Einrichtungen oder in einer Gemeinschaftsunterkunft gemeldet sind.

Demnach lebten am 31. Dezember 2017 exakt 94 486 Personen in den 38 Gemeinden und Kommunen zwischen Kirchenthumbach und Eslarn. Das sind 32 mehr als am 30. Juni. Trotzdem ist die Jahresbilanz negativ. Vom 1. Januar bis 31. Dezember 2017 sank die Einwohnerzahl um 42.

Dennoch gibt das zweite Halbjahr mit dem leichten Aufwind Anlass zu Optimismus. Landrat Andreas Meier freut sich jedenfalls sehr, dass der Abwärtstrend anscheinend gestoppt sei und sich sogar ins Gegenteil zu drehen scheine. Das sei ein klarer Indikator dafür, dass der Landkreis, was die Lebens- und Arbeitsbedingungen anbelange, äußert attraktiv sei und Zukunftschancen biete. "Wir arbeiten sehr intensiv daran, beispielsweise mit umfangreichen Investitionen in Infrastruktur und Bildung sowie mit deutlich verstärkter Öffentlichkeitsarbeit und Werbung, dass sich dieser positive Trend auch dauerhaft so fortsetzt."

Gleich 19 Kommunen verbuchen einen Zuwachs, so viele wie sehr lange nicht mehr. 18 schreiben Miese. Als einzige hält Schlammersdorf als kleinste Gemeinde den Stand.

Den größten Sprung nach oben schafft die Kreisstadt Neustadt: von 5766 auf 5813. Das Plus von 47 erklärt Katharina Mois im Meldeamt in erster Linie mit einer neuen Unterkunft für Spätaussiedler. Aber auch die 24 Geburten im zweiten Halbjahr 2017 seien überdurchschnittlich hoch gewesen. Ähnlich verhält es sich in Floß. Den Überschuss von 35 Leuten führt Heidi Grundler auf das von der Regierung eröffnete Spätaussiedlerheim für Russlanddeutsche mit einer Kapazität von 40 Plätzen zurück.

In Schirmitz(plus 28) sind dagegen laut stellvertretendem VG-Chef Josef Wittmann ausschließlich mehr Geburten und Zuzüge für den Zuwachs verantwortlich, ebenso in Waldthurn(plus 26), wie Petra Reil erläutert.

Den größten Aderlass beklagt erneut Grafenwöhr. In der Soldatenstadt sank die Bevölkerungszahl um 42. Das ist aber bei weitem nicht mehr so gravierend wie in der Vergangenheit. Die zweitgrößte Stadt im Kreis leidet nach Angaben von Bürgermeister Edgar Knobloch zwar unter einer hohen Sterberate (zwei Altenheime), ist aber auch ein Spezialfall. Denn die US-Soldaten sind nicht meldepflichtig. Allerdings gibt es immer wieder Zivilamerikaner, die sich registrieren lassen. Sie haben Zeitverträge und ziehen wieder weg. Die Folge ist eine hohe Fluktuation.Vohenstraußfolgt mit minus 37, bleibt aber weiter die größte Stadt. Dafür kommen nach Angaben von Geschäftsleiter Alfons Sier neben dem Geburtenrückgang wohl auch Änderungen im ehemaligen Hotel in Böhmischbruck in Frage. Der Rückgang um 21 Leute im prosperierenden Markt Parkstein ist für Bürgermeisterin Tanja Schiffmann nur eine Momentaufnahme. Schwankungen seien auch wegen der Witron-Mitarbeiter nicht ungewöhnlich. Inzwischen wirkten sich die neuen Baugebiete wie Parkstein West positiv aus. So sei die aktuelle Einwohnerzahl auf 2329 hochgeschnellt.

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