22.01.2020 - 15:44 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Verein "Die Jugend" in Neustadt/WN löst sich auf

Im besten Fall wäre daraus so etwas entstanden, "wie das Sündikat in Weiden, halt mehr auf dörflicher Ebene", erklärt Vorsitzender Adrian Kuhlemann. Daraus wurde nichts. Der Verein "Die Jugend e.V." löst sich nach zehn Jahren auf.

Wie die Zeit vergeht: Der Vorstand der „Jugend“ anno 2012. Zweiter von links ist der heutige SPD-Bürgermeisterkandidat Sebastian Dippold. Mit ihm engagierten sich im Verein (von links) Florian Stangl, Armin Peter, Stefan Rupprecht, Sabrina Kunz, Adrian Kuhlemann, Kathrin Schell und Alex Pecher.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Damit alles seine Ordnung hat, gab der Club im "Neuen Tag" als Amtsblatt eine Anzeige auf, in der er am Mittwoch auf seine Auflösungsversammlung am 5. Februar um 18 Uhr im Hotel Grader hinweist. Nach der Entlastung des Vorstands wird noch einmal neu gewählt, so sieht es die Satzung vor. Der neue Vorstand fungiert dann als Liquidator und wird das Ende bekanntgeben, sofern die Versammlung damit einverstanden ist.

Davon ist auszugehen, erklärt Kuhlemann. "Wir sind einfach inaktiv." Zum einen habe es die 32 Mitglieder beruflich und privat ein bisschen in alle Himmelsrichtungen verstreut, zum anderen sei ein Großteil der Jugend nicht mehr "twentysomething". Kuhlemann selbst ist 30. "Wir haben vielleicht zu lange vergessen, früher über unseren Freundeskreis hinaus Mitglieder zu werben", sagt er selbstkritisch. So richtig fest konnte sich der Zusammenschluss auch nie im Vereinsleben der Stadt verankern. Spontan fällt dem Noch-Vorsitzenden nur der Glühweinstand mit Plätzchenverkauf beim Christbaum am Stadtplatz ein. Kulturelle Veranstaltungen seien "eher intern" abgelaufen. Dennoch: Im Kalender fanden sich Brauereifahrten, Hüttenaufenthalte, der Faschingszug, Volleyballtunier, Glühweinstand, Fifa-Turnier und Bürgerfest-Stände.

"Generation Ich tu was", titelte "Der neue Tag" über die allererste Versammlung Anfang Januar 2010. Darin hieß es, dass ein Grund der Vereinsgründung sei, dass die Aktivitäten des städtischen Jugendgremiums etwas zurückgegangen seien. "Es war uns damals nahegelegt worden, doch dem Jugendgremium beizutreten, vielleicht hätten wir das machen sollen, aber wir wollten einfach ein bisschen unabhängiger sein." Das Jugendgremium ist eine Einrichtung der Stadt. Im Gegensatz zur "Jugend eV." ist es allerdings noch ziemlich rührig.

Doch auch die "Jugend", bei der Jusos wie Kuhlemann ebenso mitmischten wie Mitglieder der Jungen Union, brachten ihre Mitstreiter auf den Geschmack, sich zu engagieren. Ein Beispiel ist Patrick Zeitler. Der zweite Vorsitzende der Anfangsjahre kandidiert nun als Stadtratsbewerber für die CSU.

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