08.01.2020 - 15:49 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Viel Wind um Feuerwehr Neustadt

20 Sekunden – so lange braucht der Tunnellüfter der Feuerwehr Neustadt/WN, um bei einem Brand den Qualm aus dem 390 Meter langen Mühlbergtunnel zu blasen

Der Tunnellüfter der Feuerwehr Neustadt/WN ist in zwei Minuten einsatzbereit.
von Miriam Wittich Kontakt Profil

Rauchfrei in 20 Sekunden. Nein, das ist kein Versprechen an Abhängige, die von ihrer Zigaretten-Sucht loskommen wollen. 20 Sekunden – so lange braucht der Tunnellüfter der Feuerwehr Neustadt, um bei einem Brand den Qualm aus dem Mühlbergtunnel zu blasen. Nicht mal eine halbe Minute also. Zeit, die bei der Rettung von Menschenleben eine entscheidende Rolle spielt.

Der Mühlbergtunnel bei Neustadt ist 395 Meter lang und verbindet die Bundesautobahn 93 mit der Bundesstraße 15. Fünf Meter länger und der Tunnel hätte eine integrierte automatische Lüftungsanlage bekommen. „Die ist ab 400 Metern Pflicht“, erklärt Michael Spranger, Erster Kommandant der Neustädter Feuerwehr. Beim Mühlbergtunnel jedoch hat man sich gegen eine stationäre Lüftungseinrichtung entschieden. Stattdessen bekam die Feuerwehr in Neustadt 2006 einen auf einen Anhänger aufgebauten Tunnellüfter.

Tunnellüfter „einzigartig in ganz Bayern“

Der ist 2,80 Meter hoch und in dieser Größe „einzigartig in ganz Bayern“, sagt Stefan Plößner von der Neustädter Feuerwehr. Mit einer Windgeschwindigkeit von 133 Kilometern pro Stunde kann das Gerät im Ernstfall Rauch aus dem Tunnel pusten. „Dann sehen die Einsatzkräfte, wo Verletzte sind oder wo sich der Brandherd befindet“, erläutert Plößner. Ein wichtiger Baustein der Sicherheitsmaßnahmen des Tunnels also.

Tunnellüfter in zwei Minuten einsatzbereit

Die Windmaschine kostete rund 80.000 Euro und war damit „viel günstiger“ als eine fest eingebaute Anlage. Plößner: „Auch der Wartungsaufwand ist geringer.“ Im Mühlbergtunnel war der Lüfter der Neustädter – abgesehen von den jährlichen Übungen – noch nicht im Einsatz. Bei großen Fabrikhallen in der näheren Umgebung aber schon. Durch seine Mobilität ist er vielseitig nutzbar.

"Der zweiachsige Hänger hat ein Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen und muss von einem Großfahrzeug gezogen werden", erklärt Spranger. Im Ernstfall sei der Tunnellüfter innerhalb von zwei Minuten einsatzbereit. Das von der österreichischen Firma Rosenbauer konstruierte Gerät wird mit einem Dieselmotor betrieben, es hat 100 PS. Bei Vollbetrieb wälzen die rotierenden Flügel des Tunnellüfters, der optisch einer Flugzeugturbine ähnelt, bis zu einer Million Kubikmeter Luft um. Plößner erklärt: „Der Lüfter arbeitet wie alle anderen Feuerwehrlüfter mit Überdruck.“

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