21.10.2018 - 10:40 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Vielfältige Werkschau Neustädter Kunstschaffender

Die Herbstausstellung des Oberpfalzvereins wandelt sich im Jahr des Stadtjubiläums zur Werkschau für Neustädter Kunstschaffende. Sie beeindruckt bei der Vernissage im Alten Schloss durch ihre Vielfalt.

Ausschließlich Neustädter Kunstschaffende stellen bei der Herbstausstellung ihre Werke aus. Ernst Umann (rechts), der Vorsitzende des Oberpfalzvereins, hat die Ausstellung organisiert. Hermann Wild (Zweiter von links) hielt bei der gut besuchten Vernissage die Laudatio.
von Hans PremProfil

Zwölf Künstler präsentieren dort erstmals seit einigen Jahren wieder auf zwei Stockwerken ihre Bilder, Fotografien, Plastiken und ein Mobile mit Neustädter Fotografien, für das Christine Flor dickes Lob erhält.

Elf Kunstschaffende sind bekannt, ein Maler aber nicht. Dessen beeindruckendes Ölgemälde auf Holz, das die frühere Zoiglwirtin Doris Schmid unter einem Misthaufen ausgegraben hat (wir berichteten), steht aber gleich im Mittelpunkt.

Hermann Wild stellt es an den Beginn seiner Laudatio, in der er die Künstler und deren Werke ausführlich und mit großem Sachverstand vorstellt. Er schätzt die Entstehung der Darstellung der „Heiligen Sippe“ auf die Zeit um 1700. „Dann könnte es ein Neustädter gemalt haben: Friedrich Wilhelm Viechtacher oder dessen Schüler Mathias Götz.“

Ein Aquarell mit einer Stadtansicht und zwei Reliefdarstellungen aus Keramik erinnern an den 2016 verstorbenen Designer Lutz Zettler. „Erkenntnis“ und vor allem „Zeit“ lassen tiefer in seine künstlerische Mitte blicken. Die Zeit scheint für ihn wie ein Menetekel, ein Lebensproblem, ein Drama gewesen zu sein.

Aufschlussreiche Informationen zu den kreativen Arbeitsweisen von Max und Lilo Fischer, vom Anfang bis zum fertigen Werk, gibt es einen Stock höher. Ob Brunnenobjekt, Plastik, Glasfenster oder Wandteppich: Ihre Kunst im und am Bau findet sich in zahlreichen Orten des Landkreises. Roswitha Jobst hat in ihren Fotografien „Neustädter Impressionen“ viele, meist übersehene Details und außergewöhnliche Blickwinkel festgehalten.

Eine ungewöhnliche Präsentation schenkt Michael Fröhlich der Ausstellung. 28 kleinformatige Leinwandbildchen akkurat in Reih und Glied an die Wand gehängt, zeigen ähnliche Kompositionen. Viel Himmel und ein wenig Bodenanteil. „Jedes Bild ist anders, jedes auf seine Weise einzigartig“, führt Wild in seinen Betrachtungen aus.

Nur Neustadtmotive zeigen die Werke von Hubert Spachtholz und Hans Pöschl. Während Spachtholz den Stadtplatz, die Schulhäuser am Schulbühl und die Bildkapelle aus gewohnten Blickwinkeln handwerklich perfekt ausgeführt, darstellt, zeigt Pöschl eine Durchsicht zwischen Neuem und Altem Schloss auf die Felixkirche. Von der Stadtmitte zum Rand. Rita Beutler stellt ihre Neustädter Hühnerbilder aus und Andrea Sonnauer, die ihre Stadt bunt sieht, hat ein Rundbild, ein Tondo gemalt.

Viel zu entdecken gibt es in Stefan Schadecks Bildern „La canzone del mare“ und „La danza dei tori“. Das ungewöhnliche Kompositionsschema ist jeweils ein Notenblatt. Auf seinen drei Aquatintablättern geht es um Durchblicke und Gleichgewichtsstörungen. An den heißen Sommer erinnert schließlich Ernst Umanns „Sommer-Feuervogel“ mit feurigen Farben.

Umann, der als Vorsitzender des Oberpfalzvereins die Ausstellung organisiert hat, bedankt sich beim Haus- und Schirmherrn, Landrat Andreas Meier. „Die Arbeiten zeigen, dass Kunst und Kultur in Neustadt beheimatet sind.“ Leider fehle eine geeignete Örtlichkeit für solche Ausstellungen. Meier fand, dass Kunst ebenso polarisiere wie das neue Gebäude des Landratsamts. Die Behörde wolle sich keineswegs abkapseln, sondern im Gegenteil auch einen Ort für kulturelle Veranstaltungen schaffen.

Die „Zupfer-Moidln“ Waltraud und Renate gestalteten die Vernissage musikalisch mit ihrem zweistimmigen Gesang. Die Ausstellung kann zu den Öffnungszeiten des Landratsamts bis 2. November besucht werden.

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.