02.02.2020 - 13:48 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Wespentaille nach außen gewölbt

Fernsehreif waren die Darbietungen der fünfstündigen Faschingssitzung in Neustadt ebenso wie die Moderation von Ehrenpräsident Helmut Fukerider. Diesen Höhepunkt der närrischen Saison gibt es nur alle fünf Jahre.

von Autor gagProfil

Besonders begrüßte Fukerider den ehemaligen Prinzen von 1956, Gregor Rosner, sowie das Prinzenpaar von 1969, Ludwig Fritsch und Barbara Brünning. Die Prinzessin von 2006, Petra Bergler, war extra aus Neapel angereist.

Das kunterbunte Programm eröffneten drei Miesepeter, die im Gedenken an den Tod alle Faschingsfreude verbieten wollten. Ihnen folgten die beiden Neustädter Kindergarden der Neustädter. Deren Funkenmariechen Clara Vollath zeigte Salto rückwärts und Spagat. Derweil wartete das Luftpumpenorchester der Theatergruppe an der Tür. Auch die Jugendgarde mit Funkenmariechen Line Bayer begeisterte.

Was wäre eine Faschingssitzung ohne Büttenredner? Dritter Präsident Daniel Sommer zeigte, dass er Profi ist, nahm sowohl die Welt- als auch die Kommunalpolitik auf die Schippe. Er kommentierte Fridays for Future und Autobahnmaut. Nachdem die Jugendgarde gezeigt hatte, wie ein Gardetanz auszusehen hat, erklomm Lucky aus Kohlberg die Bühne. Mit "Gstanzln" und Humor nahm er die drei Bürgermeister der Kreisstadt aufs Korn. Besonders Heinrich Meier, früher mal sein Lehrer, bekam spöttische Bemerkungen, nicht nur wegen seiner körperlichen Größe. Und mit "Rup" Troppmann stieß er auf der Bühne an auf dessen künftigen Ruhestand.

Der Tanz der Neustädter Prinzengarde war der Auftakt für den Walzer der ehemaligen Prinzenpaare. Die wundervollen Kleider und Uniformen ergaben ein herrlich buntes Bild auf der Bühne. Nach kurzer Pause, in der die Bar dicht umlagert war, begann auch schon der zweite Teil. Die Prinzengarde der Faschingsgilde Marktredwitz-Dörflas begeisterte mit einem Spitzen-Gardetanz. Dem konnte nur noch das Neustädter Funkenmariechen Marie Spachtholz die Krone aufsetzen. Salto, Flik-Flak, Gesprungener Spagat? Scheinbar kinderleicht. Tosender Applaus belohnte sie.

Und plötzlich kam DJ Ötzi um die Ecke und sang sich als "Special Guest" in die Herzen der Damen, gefolgt von "Maite Kelly" (Monika Frischholz) zusammen mit Helmut Fukerider als singendes Traumpaar. Eine sagenhafte Leistung zeigte Bauchredner Martin Wagner mit seinem frechen Kamel Kalle. "Wann geht ein U-Boot unter? Am Tag der Offenen Tür" scherzte es. Wagner ist aktiv in der Faschingsgemeinschaft Auerbach, das Bauchreden hat er sich selbst beigebracht.

Staunend verfolgte das Publikum den Auftritt der Tanzpaare Sarah und Tim sowie René und Lena aus Marktredwitz-Dörflas. Spitzentanz, gesprungenes Rad, Standspagat wie im Ballett – ein Augenschmaus. Bei Wettbewerben haben sie damit mehrere erste Preise gewonnen und sich qualifiziert für die Süddeutsche Meisterschaft.

Lustig wurde es wieder, als der Neustädter Elferrat auf Pokemon-Jagd ging mit dem Tanz "Helden der Kindheit". Im Gefolge: Barbie und Ken, die Dschungelbuch-Helden, Heidi und die Bauarbeiter. Kaum draußen, wackelten die "Alten Schachteln" auf die Bühne. Haarsträubend komisch will Oma Internet lernen und für eine von ihnen einen Mann bei Parship finden. Erstes Problem: ein-"locken". Nach einer Runde Schnaps und einem Telefonat mit dem Enkel klappt es dann doch noch.

"Tschaikowsky versus Rammstein": die Ex-Elferräte hüpften als junge Schwäne im weißen Tutu zum Ballett "Schwanensee" über die Bühne. Mit zum Brüllen komischer Grazie und "nach außen gewölbter Wespentaille" sorgen sie für viele Lacher. Furioser Musikwechsel: zu "Engel" von Rammstein rocken sie mächtig ab. Erneut faszinierten die Marktredwitzer Gäste, diesmal mit "Hercule Poirot" und dem Mord im Orient Express im 20-er Jahre Stil, die Frauen in Charleston-Kleid und Bubikopf-Perücke, der Meisterdetektiv mit Zwirbelschnauzer und großartigen Tanzeinlagen.

Als Abschluss gingen drei Männer aus der Neustädter Garde auf Wolpertinger-Jagd. Mit dabei rothaarige Waldgeister und pelzige "Wolpertingerus bajuwarensis". Und weil so ein Fest einen richtigen Abschluss braucht, sangen noch die Doubles von Andrea Bocelli und Sarah Brightman "Time to say Goodbye".

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