29.11.2019 - 12:01 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

Zweckverband im guten Fahrwasser

Die finanzielle Situation gibt dem Abwasserzweckverband Altenstadt/WN-Neustadt/WN-Störnstein Spielraum für Investitionen. Auch in die Mitarbeiter.

Ein neuer Abflussregler ist in der Fabrikstraße in Neustadt/WN nötig geworden.
von Werner ArnoldProfil

Der Zweckverbandsvorsitzende Bürgermeister Ernst Schicketanz begrüßte die Verbandsräte und Dieter Bauer vom Wasserwirtschaftsamt. Geschäftsführer Peter Forster erläuterte die Eilentscheidung. Es ging zum einem um ein neues Gebläse in der Kläranlage. In der Frühjahrssitzung lag ein entsprechendes Angebot noch nicht vor. Die benötigten Mittel waren jedoch im Haushalt 2019 vorgesehen. Da das neue Gerät benötigt wurde, vergab es der Vorsitzende an die Firma Käser zum Preis von 52.821 Euro.

Die zweite Entscheidung betraf einen Hydroslide in den Kläranlagenliegenschaften in der Fabrikstraße in Neustadt. Der bisherige Abflussregler musste wegen einer neuen "Erteilung einer wasserrechtlichen Erlaubnis“ (Einleiten von Mischwasser aus Entlastungsanlagen) durch das Landratsamt erneuert werden.Bevor die neuen Regler montiert werden konnten, musste das Zulaufgerinne an die neuen Regler angepasst werden. Dazu war eine komplette Reinigung und ein Teilabruch des Gerinnes nötig (Kosten 16.988 Euro).

Weiter warf Geschäftsführer Forster einen Blick in den kommenden Haushalt. Er beläuft sich im Verwaltungshaushalt auf 859.978 Euro und im Vermögenshaushalt auf 206.395 Euro jeweils in Einnahmen und Ausgaben. Durch die Rücklagenentnahme von 30.000 Euro kann die Verbandsumlage (818.633 Euro) wieder gesenkt werden. Auch in den Folgejahren ist eine stabile Umlage zu erwarten, so Forster. Weiterhin bildet die Klärschlammentsorgung nach den Personalkosten den zweitgrößten Kostenpunkt im Haushalt. Dafür sind wie 2019 195.000 Euro angesetzt. Zudem ist nicht absehbar, ab wann in Schwandorf Klärschlamm angeliefert werden kann und wie sich das finanziell auswirkt. Sollte das positiv für den Zweckverband sein, werde sich das in den künftigen Haushalten widerspiegeln.

Nicht zu verachten sei die Tilgung von bestehenden Krediten. Hier ist aber ab dem Jahr 2021 eine deutlichen Senkung zu erwarten, da ein Kredit vollständig getilgt ist. Die kalkulierten Anlieferungsgebühren von 60.000 Euro würden nicht erreicht und wurden auf 45.000 Euro berichtigt. Dieser nun reelle Betrag kann bis zur Neukalkulation der Entsorgungskosten nach der Anlieferung nach Schwandorf konstant gehalten werden.

Weitere 31.000 Euro müssen nochmals berücksichtigt werden, für Restzahlung für den Digitalkataster, Honorarkosten für wasserrechtliche Erlaubnis und Erstellung des Betriebshandbuchs. Diese Kosten konnten im laufenden Geschäftsjahr nicht abgeschlossen werden. Die Fortbildung zur Fachkraft für Abwasserwirtschaft ist mit 15.000 Euro veranschlagt.

Für das kommende Jahr sind Investitionen vorgesehen. Von mehreren Seiten erhält das Personal der Kläranlage Lob in höchsten Tönen. Damit das Personal in der kleine Änderungen an der Steuerung vornehmen kann, erhält sie einen Laptop mit der entsprechenden Software von der Firma EAS System für 9.526 Euro. Die nötige Anschaffung von Klimageräten im Schaltraum und Maschinenhaus sowie der Einbau eines Sonnenschutzes mit Windsensor ist mit gut 15.000 Euro eingeplant. Die Vergabe erfolgt an den günstigsten und wirtschaftlichsten Anbieter. Die Verbandsräte stimmten dem zu, ebenso der Haushaltssatzung und dem Finanzplan 2020.

Geschäftsführer Forster unterrichtete die Räte, dass eine Rücklaufschlammpumpe defekt war und der Firma D.W.I. zur Reparatur übergeben wurde. Es stellte sich jedoch heraus, das eine Reparatur nicht mehr wirtschaftlich ist. Die Firma gab das günstigste Angebot ab und eine neue Pumpe wird bestellt.

Der Gewässerbeauftragte Boris Damzog sprach in seinen Ausführungen von hervorragenden Einleitwerten. Die Jahresabwassermengen sind gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen und der Stromverbrauch um fast 7.000 Kilowatt gesunken. Fast 29.000 Kilowatt konnten an Strom selbst mehr erzeugt werden und der Gasanfall stieg um fast 200 Kubikmeter. Damzog konnte von keinen Störanfällen und Überschreitungen berichten. Im Berichtszeitraum wurden Investitionen für 148.153.850 Euro getätigt.

Damzog regte an, dass die Mitgliedsgemeinden Maßnahmen zum Hochwasserschutz nach Möglichkeit verbessern oder vorangetreiben sollten, um die Verbandsanlage nicht unnötig zu belasten. Viele Anregungen durch den Abwassermeister und seinen Kollegen wurden umgesetzt. Dies führe zu finanziellen Einsparungen und trotzdem würden alle Vorschriften und Auflagen eingehalten.

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