(lep) Der Wegesrand ist ein großer, wilder Kräutergarten: Das zeigte Kräuterpädagogin Arina Schultes auf Einladung der Ortsbäuerinnen bei zwei Führungen am Ortsrand.
Nach einer kurzen allgemeinen Einführung ging es gemütlich am Straßenrand entlang, wo die saftig grünen Wiesen und der angrenzende lichte Wald einen reich gedeckten Tisch an frischen Wildkräutern boten. Insgesamt 27 Teilnehmer fühlten, rochen und schmeckten an Löwenzahn, Brennnessel, Taubnessel, Giersch und Waldmeister - und staunten nicht schlecht, was für Kraft in diesen zarten Pflänzchen steckt.
Die zertifizierte Kräuterführerin pries die angenehme Würze der wilden Petersilie, dem Giersch. Würze sprach sie auch der Brennnessel zu, die in Suppen und als Gemüse verwendet werden kann. Auch im Garten sollten die "Unkräuter" Platz finden. Sie bereichern den Speiseplan nicht nur mit ihrem Geschmack, sondern auch mit Mineralien und Vitaminen.
Als Spitzenreiter dabei bezeichnete die Referentin die Brennnessel, die Calcium, Eisen, Vitamin C und Provitamin A liefere. Zum Schluss erklärte Schultes die verschiedenen Möglichkeiten der Verarbeitung. Viele davon können direkt ins Essen gegeben werden, konserviert werden sie durch Trocknen oder Einfrieren.
Andere lassen sich gut etwa in Salben, Elixieren, Tinkturen und Sirup verarbeiten. Weitere Möglichkeiten der leckeren Veredelung sind gesunde Brotaufstriche wie Löwenzahngelee und -honig, Holundermarmelade, Hagebuttenmark und Thymianhonig. Nach knapp zwei Stunden ging es, unter lebhaften Gesprächen über das mit allen Sinnen Erfahrene, zurück zur Kräuterverköstigung.
Zur schmackhaften, bereits vorbereiteten Wiesenlimonade, Kräutertee und Kräuterquark, die frisch zubereitet wurden, gab es Dost-Lavendel-Kekse mit Kräuterbutter süß. Fröhlich ging eine interessante Wanderung zu Ende, und alle waren sich einig: Mit Wildkräutern sollte man sich viel öfter befassen.
Neuzirkendorf bei Kirchenthumbach
18.06.2018 - 16:19 Uhr
Leckeres von der Wiese
von Petra Lettner
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