10.07.2018 - 16:26 Uhr
NiedermurachOberpfalz

Brandszenario fordert Wehren

Der alte Ortskern von Niedermurach mit seiner engen Bebauung könnte im Brandfall große Probleme bereiten. Mit einem Großaufgebot an Feuerwehren sollten Vorgehensweisen ausgelotet und Erfahrungswerte gesammelt werden.

Für die Atemschutzgeräteträger der Feuerwehr Niedermurach mit Unterstützung der Nachbarwehr Pertolzhofen war die Personenrettung schon ein hartes Stück Arbeit.
von Josef BöhmProfil

(boj) Sirenen und Piepser lassen am frühen Samstagabend die Feuerwehrleute zu den Gerätehäusern eilen. Angesichts der großen Trockenheit wird sich so mancher gefragt haben: "Wo wird's denn wieder brennen?" Doch diesmal handelte es sich "nur" um eine Alarmübung in Niedermurach. Das angenommene Brandobjekt umfasste die Anwesen von der Pfarrkirche aus entlang der Oberviechtacher Straße bis zur Dietersdorfer Straße.

Scheunen und Stallungen

Dieser alte Dorfkern mit seiner engen Bebauung mit Scheunen, Stallungen, Maschinenhallen, Wohnhäusern und der unmittelbaren Nähe zur Pfarrkirche hat durchaus das Potenzial zum Großbrand. Es ist ein komplexes Viertel, das zwar von mehreren Seiten zugänglich, aber sehr schwer überschaubar ist. Die Niedermuracher Feuerwehr ist sich schon immer der Gefahr bewusst, die dort schlummert. Um die Vorgehensweise bei einem Brand auszuloten, planten sie eine Großübung mit den fünf gemeindlichen und drei auswärtigen Feuerwehren.

Dominik Schießlbauer hatte als Einsatzleiter alle Hände voll zu tun, die ankommenden Feuerwehren einzuweisen. Die Ortsfeuerwehr Niedermurach erkundete die Lage im Abschnitt Pirzer, startete einen Erstangriff und begann mit den Atemschutzgeräteträgern die Personenrettung aus der dunklen Scheune unter Mithilfe der Feuerwehr Pertolzhofen. Die Feuerwehr Rottendorf verlegte eine zusätzliche Löschwasserleitung von der Murach zum Anwesen Pirzer. Die Feuerwehr Teunz übernahm die Abschnittsleitung im Anwesen Prey mit Löschangriff und Personenrettung aus der Scheune. Die Feuerwehr Pertolzhofen verlegte zwischenzeitlich eine Schlauchleitung vom Werkbach am Mühlweg zum Anwesen Prey für die Löschwasserversorgung der Drehleiter. Die Feuerwehr Schwarzhofen verlegte die Schlauchleitung zur Löschwasserspeisung der Drehleiter der Feuerwehr Neunburg, welche in der Mitte des Haberlbauern-Hofes Stellung bezogen hatte. Außerdem unterstützten die Schwarzhofener Atemschutzgeräteträger die Feuerwehr Teunz bei der Personenrettung. Die Feuerwehren Nottersdorf und Wagnern hatten eine zusätzliche Schlauchleitung von der Murach über die Brauhausgasse zur Löschwasserversorgung im Anwesen Prey aufgebaut.

Überaus vorteilhaft und leistungsfähig erwies sich natürlich die Drehleiter, mit der aus 30 Metern Höhe aller Unübersichtlichkeit ein Ende bereitet und ganz gezielt Löscharbeit geleistet werden kann. Überwacht und genau beobachtet wurde das Szenario von den Kreisbrandmeistern Christian Weinfurtner und Konrad Hoch. Bei der Abschlussbesprechung am Gerätehaus dankte Kommandant Gerhard Fleck allen Beteiligten für ihren Einsatz. KBM Christian Weinfurtner bezeichnete das Übungsobjekt als sehr schwierig und ließ keinen Zweifel, dass hier Erfahrungswerte unverzichtbar seien. Er lobte die Personenrettung mit Atemschutz und das effektive Zusammenspiel der acht Feuerwehren. Auch wenn, wie bei jeder Großübung, Fehler vorkommen, so könne man ja daraus lernen.

Im Ernstfall wieder anders

Bürgermeister Martin Prey, in dessen Gehöft sich der Großteil der Übung abspielte, wies darauf hin, dass in den vergangenen Jahrzehnten die Ortsfeuerwehr, wohlwissend um die Gefahren für den alten Dorfkern, hier immer wieder Übungen abhielt. Er sah die Alarmübung mit den acht Feuerwehren doch sehr nahe an der Realität, meinte aber, dass im Ernstfall doch vieles anders sein werde. Kritik kam von Feuerwehrkameraden, welche die Alarmübung zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt sahen, der denkbar günstigste Zeitpunkt konnte aber nicht genannt werden. Die Feuerwehr Niedermurach lud schließlich alle zu einer kostenlosen Brotzeit ein.

Zusätzliches Löschwasser förderte die Feuerwehr Rottendorf aus der Murach zum Anwesen Pirzer.

Geballte Löschkraft war im Haberlbauernhof aufgefahren. Geübte Schnelligkeit herrschte hier, bis alle Schlauchleitungen aufgebaut und die Löschwasserzufuhr gesichert war.

Nachdem alles „rund“ lief, machte sich Entspannung breit. Der absolute Hingucker war natürlich die 30 Meter ausfahrbare Drehleiter der Feuerwehr Neunburg mit ihrer enormen Löschkraft.

Ein Blick auf den Haberlbauernhof, der als zentraler Punkt für Löschangriff und Personenrettung diente, sowie auf einen kleinen Teil des Übungsobjektes.

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