17.04.2019 - 10:04 Uhr
NiedermurachOberpfalz

Wenn Fake-News auf Haschkekse treffen

„Nieder mit der Schwerkraft, es lebe der Leichtsinn“ – dieser Ausspruch trifft den Kern des Theaters in Niedermurach. Wenn Flower-Power im Landratsamt Einzug hält, lacht sich das Publikum schlapp.

Nach dem Genuss von Haschkeksen nimmt die Party im Landratsamt immer mehr Fahrt auf. Landrat Bernhard Oppenau (Alfons Wittmann, rechts) und seine Frau Bärbel (Christine Süß, Dritte von rechts) sind schockiert. Mit dem Stück "Love and Peace im Landratsamt" hat die Niedermuracher Theatergruppe bei der Premiere überzeugt.
von Josef BöhmProfil

Einen großartigen Erfolg verbuchte die Theatergruppe von KLB, KLJB und Murachtaler Schützen unter der Regie von Anni Prey bei der Premiere des Stücks Stück „Love and Peace" (Liebe und Frieden) im Landratsamt". Schnell bereitete sich Frohsinn im Publikum aus und Dank einer bemerkenswerten schauspielerischen Leistungen hatten die Akteure die Zuschauer von Anfang an hinter sich. Die dreiaktige Komödie von Andreas Wening hatte es wahrlich in sich und entlockte den Besuchern Lachsalven in immer kürzeren Abständen.

Wortgefecht mit Wahlhelfer

Das Stück drehte sich um die Wiederwahl von Bernhard Oppenau (Alfons Wittmann) zum Landrat des Kreises Oberviechtach mit den üblichen Auswüchsen eines Wahlkampfs. Das Ganze spielte sich im Vorzimmer des Landrats ab, wo Sekretärin Elfriede Stegner (Katrin Deyerl) mit burschikosem Auftreten die Fäden in der Hand hält. Ein erstes Wortgefecht lieferte sie sich mit des Landrats angeberischem Wahlhelfer Marcel Meisner (Martin Urban) als sie dessen Wahlkampfstrategie in Zweifel zog. Auch der Landrat reagierte ungehalten, als Marcel für eine "Home-Story" einen Journalisten anforderte, und dazu Tochter Lotte Oppenau (Katharina Glaser) unter dem Vorwand, ihr Vater liege im Sterben, von Berlin nach Hause lockte. Und außerdem lebt der Landrat ja schon seit Monaten von seiner resoluten Ehefrau Bärbel (Christine Süß) getrennt. Mit der Ausrede eines angeblichen Wasserrohrbruchs in seinem Haus verlangte Bernhard Oppenau die Verlegung des Termins mit dem „Pressefritzen“ ins Landratsamt.

Während sich der Landrat mit dem Mouracher Bürgermeister Friedbert Rappel (Bernhard Bierler) zu einer Sitzung begab, tauchte die in Amerika lebende "Urmutter aller Hippies" Tamara Bloomberg (Angela Wittmann) im Amt auf. Flippig und agil durchbrach sie nicht nur das geruhsame Leben des Landrats. Als sie Bernhard Oppenau, mit dem einst die damaligen Ideale und das Bett teilte, ihre mitgereiste Tochter Aurora Butterfly (Lea Wittmann) auch als sein Kind vorstellte, brach des Landrats heile Welt zusammen.

Landrat als Wasserleiche

Derweil reimte sich die emanzipationswütige Oppositionsführerin Hilde Brustwickel-Schnödesenf (Martina Fronhofer) aus Gesprächsfetzen zusammen, dass der Landrat in einem überfluteten Keller ertrunken ist. Mit diesen falschen Informationen fütterte sie den eifrigen Journalisten Timo Lustig (Christian Raiml), der den Landrat in einer Schlagzeile in der Lokalpresse zur Wasserleiche machte. Unter dem Motto "Frauen an die Macht" bereitete die Oppositionschefin die Übernahme der Amtsgeschäfte vor. Zusätzlich befeuerte die naive Schlagersängerin Gaby Stern (Marie-Christin Bauer) das heillose Durcheinander. Als dann noch Tamaras Haschkekse die Runde machten, gab es im Landratsamt kein Halten mehr. Schallendes Lachen ging durch die Reihen der Zuschauer, diese Szene war ein echter Brüller.

Nach der Party herrschte totale Katerstimmung. Ein paar ruhigere Szenen verschafften den Besuchern eine Lachpause, ehe der überhebliche und äußerst skeptische Wachtmeister Krämer (Peter Kirchhammer) auftauchte, der die Vorfälle im Landratsamt untersuchen soll. Welches Ende diese Komödie nimmt, können Theaterfreunde am Ostersonntag und Ostermontag jeweils um 20 Uhr in der Mehrzweckhalle Niedermurach erleben. Nach der ausverkauften Premiere am Palmsonntag war sicherlich kein Theaterbesucher dabei, der nicht mit einer ordentlichen Portion Heiterkeit den Heimweg antrat.

Bunte und flippige Kostüme setzen das "Flower-Power-Flair", das sich im Amt ausbreitet, in Szene.

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