30.07.2019 - 09:21 Uhr
NiedermurachOberpfalz

Feuerwehr-Nachwuchs geht motiviert in den Einsatz

Vom Brand im Steinbruch bis zum Verkehrsunfall: Mit fordernden Einsatz-Szenarien wird der Feuerwehr-Nachwuchs bei einer 24-Stunden-Übung konfrontiert. Die knapp 40 Buben und Mädchen überzeugen mit Wissen und Können.

von Josef BöhmProfil

Zum Glück war die große Hitze gewichen als sich 36 Buben und Mädchen der Jugendfeuerwehren Niedermurach/Rottendorf (23) und Pertolzhofen (13) in die jeweiligen Gerätehäuser einquartierten. Spannend, bisweilen anstrengend und schweißtreibend waren die fünf Alarmeinsätze, zu denen die Jugendlichen ausrücken mussten. Die Bandbreite reichte von der Brandbekämpfung über das Verhalten bei Verkehrsunfällen bis hin zur technischen Hilfeleistung.

Der erste Einsatz führte den Nachwuchs in den Steinbruch Dürnersdorf. Der Aufbau einer Löschwasserversorgung aus einem Teich und die Bekämpfung des Brandes in einer Brecheranlage waren hier angesagt. Nicht lange ließ der nächste Einsatz auf sich warten, der zu einem simulierten Verkehrsunfall beim Mehrgenerationenplatz in Niedermurach führte. Ein Pkw war in einen Schlepper mit Anhänger gefahren und ein Motorroller krachte seitlich in den Pkw; es gab insgesamt vier verletzte Personen. Hier galt es, die Unfallstelle abzusichern, Personen aus dem Gefahrenbereich zu bringen, die Verletzten zu versorgen und zu betreuen, ausgelaufenes Öl zu binden und einen Motorbrand zu verhindern.

Den eingeklemmten Pkw-Fahrer hatten die Jugendlichen über die Heckklappe zu bergen. Dies geschah unter der fachkundigen Anleitung von Rettungssanitäter Thomas Eckl. Für die Bewältigung dieser sehr komplexen und heiklen Aufgabe sprach Sanitäter Eckl den jungen Leute ein großes Lob aus, auch im Hinblick auf den sensiblen Umgang mit den „Verletzten“.

Bei einbrechender Dunkelheit wurden die Einsatzkräfte zu einem Forstunfall nach Rottendorf gerufen, wo eine Person (Puppe) unter einen Baum geraten war. Nachdem kein Hebezeug eingesetzt werden konnte, musste mit den zur Verfügung stehenden Mitteln aus den Feuerwehrfahrzeugen und einem Holzlager der schwere Baumstamm angehoben werden. Nach der Bergung galt es, den "Verunglückten" zu einem ausgeleuchteten Hubschrauberlandeplatz im Gelände zu bringen.

In den Morgenstunden folgte der nächste Einsatz: Auf dem Hackschnitzellagerplatz in Enzelsberg war ein Feuer ausgebrochen. Um den Brand bekämpfen zu können, musste eine Wasserversorgung aus dem Löschweiher in der Dorfmitte aufgebaut und die Flammen bekämpft werden, um den großen Hackschnitzelberg zu sichern. Der letzte Alarm am Vormittag rief die Feuerwehrjugend zum Brand eines landwirtschaftlichen Anwesens in Höflarn. Unter Mithilfe der Ortsfeuerwehr Nottersdorf erfolgte der Aufbau einer gut 300 Meter langen Schlauchleitung über mehrere Pumpen zum Brandherd. Gleichzeitig lief im angrenzenden Gebäude erfolgreich eine Personen- und Tierrettung.

Sehr zufrieden und mit berechtigtem Stolz über die Leistungen ihrer Schützlinge äußerten sich die beiden Jugendwarte Christoph Forster (Pertolzhofen) und Dominik Schießlbauer (Niedermurach) bei der Abschlussbesprechung im Feuerwehrhaus Niedermurach. Die Einsätze hätten den Buben und Mädchen einen tieferen Einblick in die Feuerwehr vermittelt und seien für alle ein Erlebnis gewesen.

„Es ist eine Freude zu sehen, wie motiviert ihr diese bemerkenswerten Leistungen erbracht habt“, lobte Bürgermeister Martin Prey die Jugendlichen. Er war beeindruckt, wie gut der Nachwuchs bereits die Handhabung der Gerätschaften beherrscht und ermunterte sie zum Weitermachen. Dank und Anerkennung sprach er nicht nur dem Nachwuchs, sondern auch den beiden Jugendwarten aus. Er würdigte deren organisatorischen Leistungen, die vereinsübergreifend zur zweiten 24-Stunden-Übung auf Gemeindeebene geführt hatten.

Dank an "Übungshelfer":

Viele Leute haben im Hintergrund zum Erfolg der 24-Stunden-Übung beigetragen. Den Jugendwarten Dominik Schießlbauer und Christoph Forster war es ein Bedürfnis, allen Beteiligten ihren Dank auszusprechen: dem Team der Integrierten Leistelle für die Alarmierungsabstimmung, den Aktiven der gemeindlichen Feuerwehren für die Unterstützung, den Grundstückseigentümern für die Überlassung von Übungsflächen, allen Helfern für die Vorbereitung der Einsatzstellen, Sanitäter Thomas Eckl für die Betreuung beim „Verkehrsunfall“, Kristina Kraus mit der Jugendgruppe des BRK Oberviechtach für das Schminken der „Verletzten“, Konrad Schlagenhaufer für die Getränkespenden, Patrick Rausch für das Filmen mit der Drohne sowie dem ganzen Organisationsteam für die Zusammenarbeit. (boj)

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