03.06.2020 - 10:05 Uhr
NiedermurachOberpfalz

Ein Leben, das der Heimat gewidmet war

Mit vielfältigem und unermüdlichen Engagement war Johann Kirchhammer ein Glücksfall für die Dorfgemeinschaft, die Pfarrei und die Gemeinde Niedermurach. Am 27. Mai ist der einstige Zweite Bürgermeister im Alter von 82 Jahren verstorben.

Johann Kirchhammer ist im Alter von 82 Jahren verstorben.
von Josef BöhmProfil

Johann Kirchhammer verlor den Kampf gegen eine längere Krankheit. Beim Requiem und der Beerdigung am Samstag vor Pfingsten konnten ihm wegen der derzeitigen Kontaktbeschränkungen leider nur wenige Menschen die letzte Ehre erweisen. Kirchhammer hatte sich in hohem Maße für die Heimat und ihre Bewohner engagiert, er übernahm Verantwortung und war Impulsgeber. Schon als junger Mann schloss er sich dem Burschenverein, dem Vorläufer der heutigen KLJB, an und war von 1958 bis 1965 dessen Vorsitzender. Bei Theateraufführungen des Vereins war er mit seinem Talent eine feste Größe.

1956 trat Johann Kirchhammer in die Feuerwehr ein und übernahm bereits 1960 Verantwortung als stellvertretender Kommandant und von 1969 bis 1976 als erster Kommandant. Dies war der Beginn einer neuen Ära in der Ausbildung, denn 1971 erwarben erstmalig zwei Gruppen das Leistungsabzeichen in Bronze. Außerdem war Kirchhammer treibende Kraft im Festausschuss zum 100-jährigen Bestehen 1971. Als der FC Niedermurach 1971 ins Leben gerufen wurde, war Johann Kirchhammer als Gründungsmitglied dabei. Als Fördermitglied und später als Gemeinderat trug er dazu bei, dass sich die Dorfjugend sportlich betätigen konnte.

Breiten Raum im Leben von Johann Kirchhammer nahm die Kommunalpolitik ein. Von 1972 bis 2002 war er Mitglied des Gemeinderats, von 1984 bis 1990 fungierte er als Zweiter Bürgermeister. „Der ,Webersefn-Hans‘ war ein engagierter Kämpfer für eine lebenswerte und gute Zukunft unserer Gemeinde“, erklärte Bürgermeister Martin Prey und würdigte dessen kommunale Lebensleistung in seiner Grabrede. „Mit seinem Sachverstand und seinem Weitblick brachte er immer wieder wertvolle Impulse in das Gemeindeleben. Sein Wort hatte stets Gewicht.“ 30 Jahre gehörte Johann Kirchhammer ehrenamtlich dem Aufsichtsrat der Raiffeisenbank an, ehe er 2003 als Vorsitzender nach Erreichen der Altersgrenze ausschied.

Als überzeugtem Christen und regelmäßigem Kirchgänger lagen Johann Kirchhammer die Pfarrei und das Pfarrleben besonders am Herzen. So schloss er sich 1949 der Herz-Marien-Bruderschaft an und war hier 71 Jahre Mitglied. 1960 trat er der Marianischen Männerkongregation bei, brachte sich mit Diskussionsbeiträgen ein und nahm oft am Hauptfest in Cham oder an Einkehrtagen teil.

Von 1968 bis '98 brachte sich Johann Kirchhammer in den Pfarrgemeinderat ein und fungierte in dieser Zeit als Vorsitzender. Außerdem war er von 1977 bis 2006 Mitglied der Kirchenverwaltung, davon sechs Jahre (von 2000 bis 2006) als Kirchenpfleger. In seiner Amtszeit erfuhr die Pfarrkirche eine umfassende Außenrenovierung.

Johann Kirchhammer schaffte es immer wieder, Leute für unentgeltliche Arbeitseinsätze zu motivieren, beispielsweise bei der Errichtung der Friedhofsbeleuchtung oder bei der Renovierung der Wieskapelle. Dass aus dem ehemaligen Pfarrhaus ein schmuckes Pfarrheim entstand, war für ihn eine besondere Genugtuung. Regelmäßig hatte er in den Wintermonaten das leerstehende Gebäude beheizt, um so den einsetzenden Verfall zu verlangsamen. Auch beim Tradlfest brachte sich Johann Kirchhammer als Anrainer aktiv mit ein.

Johann Kirchhammer war ein geselliger Mensch mit feinem Humor, der bei Vereinsfesten nie fehlte und hier wie am Stammtisch großen Wert auf gute Unterhaltung legte. Seine Freundlichkeit, sein herzhaftes Lachen und sein einnehmendes Wesen machten ihn zu einem beliebten und respektierten Mitmenschen, dessen Gastfreundschaft nie an der Haustüre endete. Sein Hang zur Natur, seine Achtung vor der Schöpfung, seine Liebe zu Heimat und Dorf, aber auch seine Bescheidenheit zeichneten ihn aus. Er war ein Vorbild in den Bemühungen um Niedermurach, blickte aber auch weit über den Tellerrand seines Heimatdorfes hinaus. Mit seinem Lebenswerk hat er tiefe Spuren im Dorf, in der Pfarrei und in der Gemeinde Niedermurach hinterlassen. Pfarrer Herbert Rösl brachte die Würdigung des Verstorbenen bei seiner Ansprache in der Kirche auf den Punkt: „Vergelt's Gott ist der beste Ausdruck des Dankens.“

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