16.05.2019 - 13:49 Uhr
NiedermurachOberpfalz

Maßgefertigt für die Bürger

Mit dem Enkel im Arm macht der "Generationenschwinger" gleich doppelt so viel Spaß. Die neue Schaukel am Ortsrand kommt gut an – und Europa ist in Niedermurach angekommen.

Der Mehrgenerationenplatz in Niedermurach kommt gut an bei den Kleinen, die als erste, die Rutsche testen dürfen.
von Monika Bugl Kontakt Profil

Mehrgenerationenplatz: Dieses Zauberwort hat seit Anfang 2016 die Kommunen im Landkreis elektrisiert. Neun Kommen sind auf den Zug aufgesprungen, haben über "Leader" Mittel von der EU abgerufen und einen Ort konstruiert, der zum Treffpunkt für Jung und Alt werden soll. Das ließ sich auch die Gemeinde Niedermurach nicht entgehen. Jetzt blickt Bürgermeister Martin Prey stolz auf ein ganzes Arsenal an Spielgeräten, die den Ort ein Stück attraktiver machen sollen.

Sinnespfad und Wippe

Rund um die Kleinkinderanlage mit Rutsche sprießt schon frischer Rasen. Das Beachvolleyball-Feld steckt noch unter einer blauen Plane, aber das Pflaster für die Stockbahn ist schon verlegt, und auch die Pfosten für die Seilbahn sind bereits fest im Gelände verankert. Kletternetz, Federwippe und Vogelnestschaukel werden mit Spannung erwartet, für den Sinnespfad mit Kneippanlage ist das Terrain schon vorbereitet, und der Generationenschwinger hat den ersten Test bestanden.

"Um den Grillplatz kümmert sich die Jugend", berichtet Prey beim Pressetermin mit einer ganzen Gruppe von "Architekten", die den Platz gemeinsam geplant haben: Junge Mütter wie Christine Blab waren dabei, die Landjugend hat ihre Wünsche angemeldet, der Seniorenkreis ein Wörtchen mitgeredet. "Von den Bürgern für die Bürger, eben genau so, wie es bei Leader laufen soll", freut sich Regionalmanagerin Stephanie Wischert, bei der im Landkreis die Fäden für solche von der EU geförderte Projekte zusammenlaufen. Niedermurach hat dazu 18 000 Euro bekommen, 46 000 Euro wurden insgesamt in den Mehrgenerationenplatz investiert, "plus Eigenleistung im Bereich von 10 000 Euro", wie der Bürgermeister betont.

Weiher im Griff

Die Kommune hat damit auch die "Badeweiher-Thematik" in den Griff bekommen. "Alt, groß und sanierungsbedürftig" war dieses Gewässer am Ortsrand, das nun in verkleinerter Form Teil der Begegnungsstätte für Menschen im Alter von "0 bis 99" ist. "Jetzt ist daraus eine schöne Freizeitanlage geworden", sagt Prey. "Ein Ort für Begegnung und Bewegung", ergänzt Wischert. Wenn das Areal am 27. Juni eingeweiht wird, ist die anfängliche Skepsis vergessen. "Was hilft uns Geld, wenn wir als Gemeinde nicht attraktiv sind?", argumentiert der Bürgermeister und merkt an, dass die Kommune immerhin "kindermäßig gut aufgestellt" ist - bei 16 Geburten allein im Jahr 2018.

"Wenn die Leute sehen, was mit dem Geld entstanden ist, dann kippt das irgendwann", weiß Anton Brand von der Verwaltungsgemeinschaft Oberviechtach. "Da kommen Leute dazu, auch von außerhalb", prophezeit Prey mit Blick auf das Areal, das wie die anderen acht Mehrgenerationenplätze im Landkreis individuell gestaltet wurde, sozusagen "maßgefertigt". Weil so viele Akteure beteiligt waren, sei der Umfang entsprechend. Und so manche Anregung kam auch erst in letzter Minute, wie der Wunsch nach einer Stockbahn. Im allerletzten Moment ist dafür sogar noch Flutlicht genehmigt worden, weil das nun mal ein idealer Sport ist, bei dem die Senioren oft die Nase vorn haben. "Von wegen alte Deppen", so der Bürgermeister, der hofft, dass beim Eisstöckeln auf dem sanierten Weiher auch der Winter wieder mitspielt.

Auch für den Nachwuchs ist noch Platz im "Generationenschwinger" mit Lehne.
Info:

Mehrgenerationenplätze

Mit 60 Prozent der Nettosumme und maximal 18.000 Euro werden seit 2016 im Landkreis neun Mehrgenerationenplätze gefördert. Das Maximum schöpfen Bruck, Neukirchen-Balbini, Neunburg, Niedermurach und Winklarn aus. Nach Dieterskirchen fließen rund 12.600 Euro, nach Schönsee rund 17.300 Euro, nach Teublitz 13.300 Euro und nach Thanstein 15.500 Euro. Für die Ko-Finanzierung des Leader-Projekts sind die jeweiligen Kommunen zuständig.

So ein Mehrgenerationenplatz soll ein Ort der Begegnung und Bewegung sein.

Stephanie Wischert, LAG-Management Schwandorf

Stephanie Wischert, LAG-Management Schwandorf

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.