22.07.2020 - 11:20 Uhr
NiedermurachOberpfalz

Niedermurach feiert Priesterjubiläum von Max Stigler

Der Dienst im Weinberg des Herrn führt Pfarrer Max Stigler quer durch die Oberpfalz. Im Ruhestand ist er in seine Heimatpfarrei Niedermurach zurückkehrt. Dort feiert er den 50. Jahrestag seiner Priesterweihe.

In der Pfarrkirche Sankt Martin fand der Festgottesdienst zum Priesterjubiläum von Pfarrer Max Stigler (links) statt. Die Eucharistie feierte er in Konzelebration mit Pfarrer Herbert Rösl und Kaplan William Akkala.
von Josef BöhmProfil

Die Feierlichkeiten von Max Stiglers goldenem Priesterjubiläum sollten eigentlich ein Fest für die ganze Niedermuracher Pfarrfamilie werden, doch Corona machte dies unmöglich. Zwar war die Kirche entsprechend den Kontaktbeschränkungen „voll besetzt“ und im Außenbereich hatte man mit aufgestellten Bänken weitere Sitzmöglichkeiten geschaffen, doch insgesamt waren es nur wenige Besucher beim Festgottesdienst.

Pfarrer Herbert Rösl stellte den Jubiläumsgeistlichen in die Mitte der Feier und betonte: „Für 50 Jahre Priester Jesu Christi zu sein, ist es ihm und uns ein Herzensbedürfnis, Gott für diese Gnade zu danken und um seinen Segen zu bitten.“ In seiner Predigt ging Rösl auf die Situation und Ansprüche des heutigen Priestertums ein. Er nannte Fragen und Probleme der heutigen Zeit, wie sie auch im synodalen Weg diskutiert werden und für die es richtungweisende Antworten zu finden gilt.

„Es ist faszinierend, zu erleben, wie Gott durch den Priester in den Menschen etwas bewirkt, etwas wachsen lässt“, lies Pfarrer Herbert Rösl wissen. Er verwies auf den Primizspruch des Jubilars, der den Kern des Priesterberufs besonders gut treffe: „Freunde, euch gehöre ich, mit euch bin ich Mensch und für euch bin ich Priester“. Er beglückwünschte Pfarrer Max Stigler, dessen Werdegang er schilderte, zum goldenen Priesterjubiläum und dankte ihm dafür, dass er mit seinem Dienst die Aufgaben in der Pfarreiengemeinschaft unterstützt.

Ein Festtag für die Pfarrei Niedermurach war im Vorjahr die Einweihung des Pfarrheims Sankt Martin

Im Namen der Pfarrei Niedermurach und der Expositur Pertolzhofen überbrachte Pfarrgemeinderatssprecherin Irmgard Glaser die Glückwünsche. Sie erinnerte an das große Ereignis der Primiz von Max Stigler vor 50 Jahren sowie an seine Besuche im Elternhaus auf dem Motorrad – damals war ein motorradfahrender Priester doch ziemlich ungewöhnlich. Es sei ein Glücksfall, dass Stigler in seine Heimatpfarrei zurückkehrte und nun regelmäßig Gottesdienst feiert. Zum Dank für sein priesterliches Wirken überreichte sie ihm, dem Fan des volkstümlichen Bauerntheaters, Eintrittskarten für das Chiemgauer Volkstheater.

Sichtlich bewegt dankte Pfarrer Max Stigler allen, die sich um diesen Festtag bemüht hatten. Vor allem die Mitglieder des Gartenbauvereins hatten den Eingangsbereich und den Altar mit Blumen geschmückt. „Ich habe diesen Aufwand nicht erwartet“, meinte er bescheiden, brachte aber auch seine Freude zum Ausdruck, in seiner Heimat wieder angekommen zu sein. „Es tut gut, zu spüren, dass man angenommen und willkommen ist.“ Mit „Großer Gott wir loben dich“ endete der Festgottesdienst, bei dem das Ehepaar Hans und Frieda Heumann aus Sinzendorf im Duett besondere Akzente mit anrührenden Liedern setzte.

Zum anschließenden Stehempfang waren die Gottesdienstbesucher ins Pfarrheim eingeladen. Bürgermeister Martin Prey würdigte dort das priesterliche Wirken von Max Stigler. Er rief die Primiz vor 50 Jahren in Erinnerung, die er als Kommunionkind hautnah miterleben durfte. Er freute sich, dass Max Stigler als Ruhestandspfarrer sein Elternhaus als Alterssitz gewählt habe. Dies habe den Vorteil, „dass dadurch in unserer Pfarrei von einem Priestermangel kaum etwas zu spüren ist“. Martin Prey gratulierte dem Jubelpfarrer und überreichte ihm die Ehrennadel der Gemeinde.

Pfarrer Max Stigler ist den Niedermurachern als humorvoller Mensch bekannt, der in Gesellschaft die Unterhaltung gerne mit Witzen bereichert. Beim Stehempfang meinte er scherzhaft, dass ein Jubiläum letztlich eine Alterserscheinung sei, und man lediglich bei Jubiläen oder wenn man gestorben ist, gelobt werde. Er freute sich, in seiner Heimat eine erfüllende priesterliche Aufgabe gefunden zu haben: „Es gibt mir das Gefühl, dass ich nicht für die Katz' bin.“ In seinem aktiven Ruhestand beschenkt Max Stigler die Heimatpfarrei mit seiner Zeit. Ad multos annos!

Werdegang von Pfarrer Max Stigler:

Max Stigler wurde 1944 in Niedermurach geboren. Hier besuchte er die Volksschule, wechselte danach an das Augustinus-Gymnasium nach Weiden und war dort im Bischöflichen Studienseminar untergebracht. Nach seinem Abitur studierte er Philosophie und Theologie in Regensburg mit Diplomabschluss.

Bischof Rudolf Graber weihte ihn am 18. Juli 1970 im Hohen Dom zu Regensburg zum Priester. Es folgte seine Kaplanzeit in Waldershof und Nabburg, ehe er als Pfarrer in Krummennaab und später in Weiherhammer/Kaltenbrunn wirkte. Ab 2004 war er Klinikseelsorger im Krankenhaus Donaustauf, danach Hausgeistlicher im Dominikanerkloster Hl. Kreuz in Regensburg. Seit drei Jahren verbringt er seinen Ruhestand in Niedermurach und unterstützt die Seelsorge vor Ort. (boj)

Dieses Gruppenbild beim Stehempfang hat einen besonderen Hintergrund: Maria Kiener (links) und Edeltraud Ritz (rechts) waren vor 50 Jahren die "Primizbräutchen" von Max Stigler. Hans Praß (Zweiter von links) und Bürgermeister Martin Prey durften als Erstkommunionbuben ganz nahe am Primizgeschehen dabei sein.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.