Niedermurach
18.09.2018 - 09:46 Uhr

"Politischem Reinheitsgebot" verpflichtet

"Gemeinsam ein blühendes Bayern schaffen“ ist der Wahlslogan der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP). Beim Besuch in Niedermurach fordert Landesvorsitzender Klaus Mrasek eine Obergrenze für Flächenfraß.

ÖDP-Landesvorsitzender Klaus Mrasek (Mitte, sitzend) erläuterte die Eckpunkte des Landtagswahlprogramms. Die Kandidaten der ÖDP für die Landtags- und Bezirkstagsliste (von links) Alfred Damm, Heidi Eckl, Arnold Kimnmerl, Felix Sailer sowie Bürgermeister Martin Prey stellten sich und ihre Schwerpunkte vor. Bild: weu
ÖDP-Landesvorsitzender Klaus Mrasek (Mitte, sitzend) erläuterte die Eckpunkte des Landtagswahlprogramms. Die Kandidaten der ÖDP für die Landtags- und Bezirkstagsliste (von links) Alfred Damm, Heidi Eckl, Arnold Kimnmerl, Felix Sailer sowie Bürgermeister Martin Prey stellten sich und ihre Schwerpunkte vor.

Im Gasthaus Gillitzer hieß ÖDP-Kreisvorsitzender und Landtagsdirektkandidat Alfred Damm den örtlichen Bürgermeister Martin Prey, der als Direktkandidat für den Bezirkstag antritt sowie die Landtagslistenkandidatin und Dritte Bürgermeisterin in Nabburg, Heidi Eckl, willkommen. Auch die Bezirkstagslistenkandidaten Arnold Kimmerl und Felix Sailer sowie der Referent des Abends, Landesvorsitzender Klaus Mrasek, galt sein Gruß.

„Die ÖDP ist das wertorientierte Angebot an Menschen, die bisher CSU gewählt haben, aber die aktuelle Entwicklung dieser Partei nicht mittragen wollen“, stellte Landesvorsitzender Klaus Mrasek zu Beginn seines Vortrags fest. Aus dem „besseren Bayernplan“, den die ÖDP aufgestellt habe, erläuterte er in drei Punkten das Landtagswahlprogramm. An erster Stelle steht die Gemeinwohlökonomie. Um dem Gemeinwohl und einem menschenwürdigen Dasein zu dienen, müsse die Wirtschaft „weg von Profitgier, sozialer Ausgrenzung und Umweltzerstörung hin zu einer öko-sozialen Marktwirtschaft“.

Gegen den Flächenfraß helfe nur eine gesetzliche Obergrenze, wie sie die ÖDP im Volksbegehren „Damit Bayern Heimat bleibt – Betonflut eindämmen“ gefordert hat. „Liebe Landwirte, schaut euch genau an, wer glaubwürdig eure Interessen vertritt!“, forderte der Referent. Gemeinwohlökonomie bedeute Wohlstand für alle, nicht nur für die Kapitalgeber. Es bedeute faire Löhne und Arbeitsbedingungen. Aber auch, dass alle mit ihren Steuern zur Finanzierung des Gemeinwesens beitragen.

Der zweite Punkt im Programm bezieht sich auf „ehrliche Demokratie“. Geldspenden von Konzernen, Verbänden und Lobbyisten an Parteien seien ein Schandfleck für die Demokratie und müssen gesetzlich verboten werden. „Die ÖDP hat sich dieses politische Reinheitsgebot selbst freiwillig auferlegt“, so Mrasek. Mit dem Volksbegehren „Rettet die Bienen!“ wende man direkte Demokratie an.

„Wir sind die Familienpartei“, nannte der Redner als weiteren Programmpunkt. Die Erziehungs – und Pflegeleistung müsse finanziell anerkannt werden. Deshalb laute die Forderung der ÖDP: „Das Bayerische Betreuungsgeld muss zu einem echten Familiengehalt ausgebaut werden!“ Die Schule müsse die Balance finden zwischen „digitalem Klassenzimmer“ und Unterricht in lebenspraktischen Dingen. Den „elektronischen Overkill“ vom Kindergarten bis zum Schulabschluss lehne die Partei ab. „Individuelle Förderung und Inklusion gelingen nur mit einer zweiten Kraft in jeder Klasse“, ist die Forderung der ÖDP. „Drei Punkte von 132 guten Gründen, die ÖDP zu wählen“, ist sich Mrasek sicher. Angesichts des gegenwärtigen Artensterbens und des Klimawandels habe das von der ÖDP angestoßene Volksbegehren „Rettet die Bienen“ den Nerv der Menschen getroffen und müsse von der Bevölkerung unterstützt werden.

Mit dem Zitat von Martin Prey, das er bei der Nominierungsversammlung gesagt hatte, schloss Mrasek: „Wir sind nicht die Letzten von gestern, sondern die Ersten von morgen.“ Anschließend stellten sich die Kandidaten mit ihren Zielen vor, und mit einer Diskussionsrunde endete die Veranstaltung.

 
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