12.11.2019 - 09:46 Uhr
NiedermurachOberpfalz

Mit Segnung der Außenanlagen erreicht Pfarrheim-Sanierung das Zielband

Am Gedenktag des heiligen Martin feiert die Pfarrgemeinde Niedermurach ihren Kirchenpatron. Heuer rückt zu diesem Fest auch das neue Pfarrheim in den Fokus: Der Segen für die Außenanlagen markiert den Schlusspunkt der Sanierung.

In großer Zahl hatten sich Vereine und Kirchenbesucher zur Segnung der Außenanlagen des neuen Pfarrheims St. Martin versammelt. Der Akt setzte den Schlusspunkt unter die zwei Jahre dauernden Bauarbeiten.
von Josef BöhmProfil

Um den heiligen Martin ranken sich mehrere Legenden. Die bekannteste ist natürlich die der Mantel-Teilung mit dem Bettler, die auch auf dem Altarbild der Pfarrkirche dargestellt ist. Mit dem Lied "Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind" eröffnete die Chorgemeinschaft "Venite" den Gottesdienst, zuvor waren die Vereine in die Kirche eingezogen.

In seiner Predigt sah Pfarrer Herbert Rösl im Brauchtum der Martinsumzüge ein Symbol für das wegweisende Licht Gottes, wenn Kinder mit ihren Laternen durch die Straßen ziehen. Er verglich das Leben des Kirchenpatrons mit einem Labyrinth, bei dem man nicht weiß, was nach der nächsten Biegung kommt. „Sein Leben war alles andere als geradlinig“, betonte der Seelsorger. Doch Martin habe mutig einen Schritt nach dem anderen gewagt, bis er am Ziel war. Auch jedes Menschenleben sei in gewisser Weise ein Labyrinth. Pfarrer Rösl stellte den Heiligen als leuchtendes Beispiel für die Kultur christlicher Barmherzigkeit und Nächstenliebe hin.

Nach dem Gottesdienst begaben sich Vereine und Gottesdienstbesucher mit der „Edelweißkapelle“ zum Pfarrheim, wo der Segnungsakt für die Außenanlage stattfanden. In einem kurzen Rückblick erinnerte Pfarrer Herbert Rösl an die Überlegungen zur Gestaltung der Freiflächen. Er dankte dem Landschaftsarchitekten Korbinian Schönberger, der mit seiner Planung ein "bleibendes Zeichen" gesetzt habe. Sein Dank galt auch dem ausführenden Bauunternehmen Josef Bauer und hier vor allem Facharbeiter Horst Fleischmann und seinem Kollegen, die mit großem Fleiß und Herzblut der Außenanlage zu ihrem heutigen Aussehen verhalfen. Allen Anliegern dankte der Geistliche für ihr Verständnis bei den Einschränkungen in den zwei Jahren Bauphase.

Bürgermeister Martin Prey freute sich über das nun fertiggestellte und gelungene Gesamtprojekt „Pfarrheim“. Er wies darauf hin, dass auch die Gemeinde in Bezug auf Städtebauförderung und Eigenfinanzierungsanteil sich in das Projekt eingebracht habe. Die erfolgte Asphaltierung des Mühlweges trage ebenfalls zum positiven Erscheinungsbild bei. Martin Prey sah im neuen Pfarrheim eine echte Bereicherung für Dorf, Pfarrei und Gemeinde und wünschte der neuen Begegnungsstätte eine erfolgreiche Zukunft.

Bevor Pfarrer Rösl die Umgebung mit Weihwasser besprengte sprach er ein Gebet und erbat Gottes Segen für die Außenanlage und für alle Besucher. Anschließend konnten die Anwesenden das Patrozinium und die Segnung beim Frühschoppen im Pfarrsaal noch gebührend feiern.

Die Fertigstellung der Außenanlage beendete die Bauphase des Gesamtprojekts und die Vormittagssonne warf ein besonderes Licht auf das gelungene Werk. 14 Parkplätze und ein Behindertenparkplatz stehen Besuchern zur Verfügung. Großzügige Grünflächen umgeben das Pfarrheim (Alt- und Neubau). Mit der Pflanzung von blühenden Bäumen – im Bereich des Altbaus Rotdorn, entlang der Parkplätze Wildbirne sowie ein Apfel- und ein Birnenbaum im verbliebenen Pfarrgarten – hatten die Planer auch die Natur und vor allem die Bienen im Blick.

Ein sozialer Heiliger:

Martin von Tours ist weit mehr als der mantelteilende Soldat oder der Prozessionsreiter, den Kinder bei Laternenumzügen ehren. Tiefen Einblick in sein Leben gibt sein Freund Sulpicius Severus, der schon zu Lebzeiten eine Biographie über ihn schrieb. Daraus geht hervor, dass Martin sich sein Leben lang für Arme, Schwache und Ausgegrenzte einsetzte. Der berühmte Mantel, der für zwei reicht, wenn er geteilt wird, ist ein starkes Zeichen, im Moment der Not anderen zu helfen. Der Soldat Martin hat gezeigt, wie teilen geht. Papst Benedikt XVI. nannte ihn „eine Ikone der Nächstenliebe“. (boj)

„Das Leben gleicht einem Labyrinth“. Pfarrer Herbert Rösl bei seiner Festpredigt zum Kirchenpatrozinium.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.