16.09.2019 - 12:13 Uhr
NiedermurachOberpfalz

Seit 111 Jahren befreundet

Bereits am 15. Juli 1908 haben die Feuerwehr Rottendorf und die Pfarrei Niedermurach zusammen ihre Fahnenweihe und die Primiz von Lorenz Kleber aus Rottendorf gefeiert. Nun steht wieder ein Fest an.

Der Jubelverein des nächsten Jahres, die Feuerwehr Rottendorf marschriete zu den Klängen der Edelweißkapelle Pertolzhofen bei der Nidermuracher Feuerwehr zum Patenbitten auf.
von Christof FröhlichProfil
Erst einmal hieß es „Holzscheitelknieen“, dann konnte der Vorsitzende der Rottendorfer Wehr, Reinhard Schneeberger (knieend rechts), das Anliegen seiner Wehr vorbringen.
Erst einmal hieß es „Holzscheitelknieen“, dann konnte der Vorsitzende der Rottendorf Wehr, Reinhard Schneeberger (knieend rechts), das Anliegen seiner Wehr vorbringen.
Mit einer „Punktlandung“ sollten die Festdamen ihre Treffsicherheit beweisen.
Mit einer „Punktlandung“ sollten die Festdamen ihre Treffsicherheit beweisen.
Vielleicht schon vom Inhalt des Bierkruges enttäuscht, würgte Georg Süß den halben Liter Milch hinunter.
Mit Hilfe eines Verteilers musste ein Luftballon aufgeblasen werden.

Eigentlich war es fast eine Selbstverständlichkeit, dass sich die Feuerwehr Rottendorf für ihr 125-jähriges Gründungsfest, das vom 11. bis 14. Juni 2020 gefeiert wird, die Niedermuracher Feuerwehr als Patenverein ausgesucht hat. Die beiden Vereine haben nämlich schon sechs große Festlichkeiten miteinander gefeiert und alle sind gut gelungen.

Fahnenweihe im Jahr 1908

Das erste gemeinsame Fest liegt schon 111 Jahre zurück. Es war im Juli 1908 die Fahnenweihe der Rottendorfer Wehr, die sie zusammen mit der Pfarrei Niedermurach mit der Primiz von Lorenz Kleber aus Rottendorf gefeiert hat. Das letzte große gemeinsame Fest "Mouara feiert" im Jahr 2009 ist beiden Vereinen noch in bester Erinnerung. Dazwischen lagen 1979 die Fahnenweihe in Rottendorf, 1984 die Fahnenweihe in Niedermurach, 1995 das 100-jährige Gründungsfest der FFW Rottendorf und 1996 das 125 jährige Gründungsfest der FFW Niedermurach. Außerdem bilden die beiden Feuerwehren seit Jahren gemeinsam ihre Jugendfeuerwehren aus und arbeiten auch auf Gemeindeebene zum Wohle der Bürger zusammen.

Als sich die Bittsteller der Rottendorfer Feuer-wehr, begeleitet von einer große Fahnenabordnug und den 15 Festdamen zu den Klängen der Edelweißkapelle Pertolzhofen vor dem Feuerwehrgerätehaus in Niedermurach einfanden, auch Bürgermeister Martin Prey und die Gemeinderäte dabei waren. Die Rottendorfer Feuerwehr, allen voran die hübschen Festdamen, ließ schon beim Anmarsch ihre kaum mehr zu zügelnde Feierlaune erkennen.

Sie ließ wissen, dass sie zu ihrem Fest im nächsten Jahr noch einen Patenverein braucht und da sich bisher alle gegenseitigen Patenschaften so gut bewährt haben, trugen die Rottendorfer auch für dieses Jubiläumsfest der Niedermuracher Feuerwehr die Patenschaft an. Insgeheim war für die Niedermuracher längst klar, dass sie ihren Rottendorfer Freunden diese Bitte nicht abschlagen werden. Doch so leicht wollten sie es der "Feierwehr" aus dem Nachbardorf dann doch nicht machen. Die Bittsteller mussten erst einmal "Holzscheitelknien", während sich die Feuerwehroberen der Niedermuracher Wehr unter der Führung ihres Vorsitzenden Martin Prey (junior) und Kommandant Michael Fleck erst einmal zur "Beratung" zurückzogen, was dann doch einige Zeit dauerte. Dann war man sich einig, dass den Bittstellern erst einmal ein paar "Fest-Tauglichkeitsprüfungen" abverlangt werden müssen. Die Festdamen mussten mit gefüllten Masskrügen "Punktlandungen" und Mitglieder der Damenwehr und der Jugendwehr "Mundwasser-Löschübungen" hinlegen. Viel Heiterkeit erzeugte die Prüfung der Trinkfestigkeit, bei der fünf Aspiranten plus ein Ersatzmann ein Halbe-Krügel leeren mussten.

Trügerische Bierkrüge

Doch die Bierkrüge waren trügerisch, denn während sich in den ersten beiden ein in helles Bier und ein Weizenbier befand, hatte ausgerechnet der "Löffel-Girgl" (Georg Süß aus Rottendorf) das Pech, dass sich in seinem Krug Milch befand. Auch die letzten beiden Krüge hatten es in sich. In einem befand sich Asbach-Cola, im anderen waren Spaghetti Bolognese. Erst als auch noch mit Atemluft durch einen Verteiler und einen Schlauch zwei große Luftballone zum Platzen gebracht werden konnten und die Rottendorfer Wehr im wahrsten Sinne des Wortes einen "langen Atem" bewiesen hatte, konnte die Patenschaft besiegelt werden. Gemeinsam ging es zur Niedermuracher Mehrzweckhalle, wo die Edelweißkapelle aufspielte und die Patenschaft "begossen" werden konnte.

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