11.07.2018 - 15:46 Uhr
NiedermurachOberpfalz

Trotz Anpassung noch günstig

Die Unterhaltung eines Friedhofs muss kostendeckend sein. Gebühren sind aber von Pfarrei zu Pfarrei höchst unterschiedlich. Im Niedermuracher Friedhof profitieren die Grabbesitzer von einer beispielhaften Gemeinschaftsleistung.

Im Zuge der Sanierung und Neugestaltung des Niedermuracher Friedhofs sollen unter anderem die holprigen Gehwege erneuert und ein barrierefreier Zugang zum Leichenhaus geschaffen werden.
von Josef BöhmProfil

(boj) Der Friedhof in der Pfarrei Niedermurach steht unter kirchlicher Verwaltung. Aufgrund verbindlicher Vorgaben der Diözese muss die Anlage kostendeckend geführt werden. Nachdem die letzte Gebührenanpassung 15 Jahre zurückliegt - und im Hinblick auf die zu erwartenden Kosten für die Sanierung und Neugestaltung des Friedhofs - sah es die Kirchenverwaltung als unumgänglich an, die Grabgebühren anzuheben. Am 3. Mai 2018 beschloss die Kirchenverwaltung Niedermurach die Neufassung der Friedhofsgebührenordnung. Demnach kostet ein Doppelgrab 550 Euro, ein Einzelgrab 400 Euro und ein Urnengrab ebenfalls 400 Euro. Die Beträge setzen sich zusammen aus der Grabnutzungsgebühr (Einmalzahlung) sowie der Friedhofsinstandhaltungsgebühr (jährliche Zahlung) und beziehen sich auf einen Zeitraum von 15 Jahren.

Durch verschiedene Änderungen von Ausführungsbestimmungen, Ergänzungen und Anpassungen war auch eine Neufassung der Friedhofsordnung erforderlich, welche von der Kirchenverwaltung gleichzeitig beschlossen wurde. Am 14. Juni 2018 erteilte die Bischöfliche Finanzkammer die Genehmigung für Friedhofsordnung und Friedhofsgebührenordnung, die nun beide rechtskräftig sind. Ab sofort liegen diese in der Pfarrkirche St. Martin Niedermurach zur Einsichtnahme auf.

Der Niedermuracher Friedhof ist in die Jahre gekommen. Unter Pfarrer Hans Kraus erfolgten dessen Erweiterung, die Errichtung des Leichenhauses und die terrassenförmige Anlage, welche damals als vorbildlich galt. 1967 erhielten der erweitere Friedhof und das Leichenhaus den kirchlichen Segen. Seit über 50 Jahren hat sich am Erscheinungsbild der Friedhofsanlage bis auf die stark sanierungsbedürftig gewordenen Gehwege kaum etwas verändert.

Die Kirchenverwaltung sieht es deshalb absolut nicht als Luxus, wenn im kommenden Jahr eine umfassende Renovierung und Neugestaltung erfolgen soll. Als wichtigste Maßnahmen sind die Erneuerung der Gehwege, der barrierefreie Auf- und Zugang zum Leichenhaus, zwei zusätzliche Wasserstellen und einige Parkplätze zu nennen. Im Zuge der Neugestaltung sollen auch weitere Plätze für Urnengräber ausgewiesen werden. Da die Katholische Kirchenstiftung Niedermurach Träger des Friedhofs ist, wird von der Bischöflichen Finanzkammer als stiftungsaufsichtliche Behörde verlangt, dass die Gebühren auch im Hinblick auf Investitionsaufwendungen kostendeckend sein müssen. Die neuen Gebühren dienen somit derzeit zur Rücklagenbildung und später zur Tilgung von Krediten. Dass die Grabgebühren trotz der Anpassung noch sehr günstig sind, macht der Vergleich zu umliegenden Friedhöfen in kommunaler Trägerschaft deutlich. Dort sind die Gebühren teilweise mehr als doppelt so hoch.

Die niedrigen Grabgebühren sind den vielen freiwilligen Helfern zu verdanken, die sich Jahr für Jahr in die Friedhofsunterhaltung einbringen. Pfarrer Herbert Rösl findet immer wieder lobende und dankende Worte für die Gemeinschaftsleistung der Vereine und des Kirchenpflegers für den Friedhof der Pfarrei. Organisatorisch ist die Arbeit so geregelt, dass die Feuerwehr Niedermurach den Winterdienst verrichtet und alle anderen Vereine der Pfarrei vom Frühjahr bis zum Spätherbst für ein gepflegtes Erscheinungsbild der Ruhestätte ihrer Verstorbenen sorgen.

Hoch anzurechnen ist auch die vorbildliche Arbeit von Kirchenpfleger Jakob Kiener, der vollkommen unentgeltlich den Friedhof verwaltet. "Wer nichts für andere tut, tut nichts für sich", damit unterstrich schon Goethe das werthaltige Ziel, für andere Gutes zu tun. So gesehen sollte sich jeder Grabbesitzer verpflichtet fühlen, an dieser Gemeinschaftsaufgabe mitzuwirken, denn ausnahmslos jeder profitiert von niedrigen Gebühren.




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