Nittenau
13.09.2018 - 11:05 Uhr

Die Absolution gibt's bei Felix Börner

Kreisvorsitzender der AfD arbeitet sich an angeblicher "Unterwerfung" ab

Eröffneten den Wahlkampf für die AfD in den Stimmkreisen Schwandorf und Cham (von links): Dr. Felix Börner, Dr. Wolfgang Pöschl, Reinhard Mixl, Josef Lankes und Johann Kellermeier. Bild: Hirsch
Eröffneten den Wahlkampf für die AfD in den Stimmkreisen Schwandorf und Cham (von links): Dr. Felix Börner, Dr. Wolfgang Pöschl, Reinhard Mixl, Josef Lankes und Johann Kellermeier.

"Das deutsche Volk hat die Seuche befallen". Diese Diagnose stellt der Arzt und Psychiater Felix Börner und verabreicht dem "Patienten" gleich die "volle Dosis". Er glaubt aber nicht an eine schnelle Heilung. "Der Leidensdruck ist noch nicht groß genug", sagte der AfD-Kreisvorsitzende Schwandorf/Cham beim Wahlkampfauftakt der Partei am Dienstag im Landgasthof Schmidbauer in Muckenbach.

"Wie konnte Merkel derart über uns kommen?" fragt sich Börner. Er könne sich das nur mit "dem verheerenden Hang der Deutschen zur Selbstaufgabe" erklären. Der Redner will "die hündische Unterwerfung des deutschen Volkes" nicht mehr länger mitmachen und sieht nicht ein, warum er für geschichtliche Ereignisse der Vergangenheit in Sippenhaft genommen werden soll. Welcher Art diese "Unterwerfung" sein soll, lässt er offen.

Die Kirche befreie die Gläubigen von der Sünde, die AfD das deutsche Volk vom "Schuldgefühl der kollektiven Mithaftung". Doch das dauere. "Die Verhältnisse im Land müssen noch schlimmer werden", ist Börner überzeugt. Der Referent aus dem Landkreis Cham bietet den 80 Zuhörern schwere Kost. Er leitet die Entwicklung der Überfremdung psychologisch her und versucht den angeblichen "Kniefall der Deutschen vor der Welt" analytisch zu erklären. "Den mache ich aber nicht mit, warum auch", sagt Börner. Die Kandidaten für die Landtags- und Bezirkstagswahlen stellten sich und ihr Programm vor. Reinhard Mixl ist 57 Jahre alt und lebt mit seiner Familie in Schwandorf. Im November 2016 trat der Diplom-Betriebswirt der AfD bei und bewirbt sich nun im Stimmkreis Schwandorf um das Landtags-Direktmandat. Er kritisiert die aus seiner Sicht "ungerechte Steuerpolitik" und die Bevorzugung des Großkapitals zum Nachteil der mittelständischen Betriebe und der "kleinen Steuerzahler". Mixl schlägt eine Kürzung der Subventionen zugunsten von Steuerentlastungen für die Arbeitnehmer vor.

Das Umsatzsteuerrecht müsse familienfreundlicher gestaltet werden. Der Kandidat tritt für eine "bayerische Leitkultur" ein und lehnt "multikulti" ab. Integration ist für ihn mehr als "nur Deutsch zu lernen". Mixl ist für den Erhalt einer "intakten und vielfältigen Natur" und fordert ein Ende der Subventionen für Bioenergie.

Der selbständige Handwerksmeister Johann Kellermeier aus Maxhütte-Haidhof kandidiert für den Bezirkstag. Er ist für eine Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft. Was das mit den Aufgaben des Bezirkstags zu tun hat, erklärt er nicht. Kellermeier glaubt, "dass eine Integration von Muslimen nur begrenzt möglich ist". Er bekennt sich zur traditionellen Vater-Mutter-Kind-Familie als gesellschaftliches Leitbild.

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