07.10.2019 - 14:29 Uhr
NittenauOberpfalz

Helfer hoffen auf Hilfe

Der "First Responder" ist zwar Teil der Rettungskette und wird mit Notarzt und Krankenwagen alarmiert - bei der Vergütung bleibt der Ersthelfer der Nittenauer Feuerwehr aber außen vor.

Kommandant Michael Kerkez, Vorsitzender Andreas Weidmüller, First Responder Georg Ernst sowie die Bürgermeister Karl Bley und Jürgen Kuprat (von links) begrüßten Finanzminister Albert Füracker (Zweiter von links) in der Nittenauer Feuerwache.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Die Hilfe durch den "First Responder" in Nittenau ist eine freiwillige Leistung. Das erklärte Vorsitzender Andreas Weidmüller dem bayerischen Finanzminister Albert Füracker, der nach der Eröffnung der Nord-Ost-Umfahrung (wir berichteten) in der Feuerwache vorbeischaute. Zumindest ein Versuch war es für Bürgermeister Karl Bley wert, den Finanzminister mit der Problematik zu konfrontieren. Seit 18 Jahren befinden sich ausgebildete Sanitäter der Feuerwehr rund um die Uhr in Bereitschaft und leisten Erste Hilfe, bis der Notarzt eintrifft.

"Nittenau hat nämlich keinen eigenen Standort für einen Rettungswagen", gibt Feuerwehr-Vorsitzender Andreas Weidmüller zu verstehen. Es dauere also eine Weile, bis der Notarzt eintreffe. 350 Mal rückt der "First Responder" im Jahr aus und leistet 11 000 ehrenamtliche Stunden, wie die Statistik zeigt. Die Gruppe um Georg Ernst besteht aus 15 Leuten, die rund um die Uhr Bereitschaftsdienst leisten, ohne dafür eine Entschädigung zu erhalten.

Jetzt erhofft sich die Feuerwehr zumindest eine einmalige Hilfe vom Staat, denn sie braucht für den "First Responder" ein neues Fahrzeug. Der BMW X3 ist 13 Jahre alt und muss ersetzt werden. Kommandant Michael Kerkez ist gerade dabei, sich Angebote für ein neues Auto einzuholen, und rechnet mit Anschaffungskosten von 60 000 Euro.

Die Stadt Nittenau gewährt einen Zuschuss von 25 000 Euro, den Rest muss der Förderverein aufbringen. Finanzminister Albert Füracker will beim Innenminister nachfragen, "ob eine Förderung möglich ist". Feuerwehr-Kommandant Michael Kerkez hat nach dem Gespräch mit dem Minister zwar wenig Hoffnung, wollte aber die Gelegenheit nutzen, ihm die freiwillige Leistung der Feuerwehr bewusst zu machen.

Albert Füracker zollte den Kameraden auch Respekt und Anerkennung und konnte ihnen zumindest eine kleine Hilfe in Aussicht stellen. Der Freibetrag für die Besteuerung des Wirtschaftsbetriebes eines Vereins werde von 30 000 auf 45 000 Euro angehoben. Feuerwehr-Vorsitzender Andreas Weidmüller hatte sich zuvor über die Besteuerung der Einnahmen aus Vereinsfesten beklagt.

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