10.04.2019 - 13:06 Uhr
NittenauOberpfalz

Trotz Anstiegs kein Grund zur Sorge

Beim Blick auf die Statistik stellt der Leiter der Polizeistation Nittenau für 2018 eine Steigerung der Vermögens- und Fälschungsdelikte fest. Auf eine besondere Gefahrenstelle weisen die Beamten hin.

Zufrieden nahmen die Bürgermeister Hans Frankl (Bruck, links) und Karl Bley (rechts, Nittenau) den Sicherheitsbericht der Polizeibeamten Rainer Hirschmann, Egid Viehauser und Wolfgang Schumann (von links) entgegen.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

14 Prozent mehr Straftaten 2018 als im Jahr zuvor. Polizeihauptkommissar Rainer Hirschmann konnte bei der Präsentation der Kriminalstatistik im Rathaus aber gleich Entwarnung geben. Das Plus falle so deutlich aus, weil 2017 "ein außergewöhnliches Jahr" war. Mit den 383 Fällen bewege sich der Bereich der Polizeistation Nittenau in 2018 "wieder auf dem Niveau der Vorjahre". Ein Großteil des Zuwachses in der Statistik habe mit Warenbetrug im Internet zu tun. "In Nittenau und Bruck können die Bürger leben, ohne dass sie Angst haben müssen", stellte der Chef der Polizeistation fest.

Zwar hatten seine Mitarbeiter 47 Fälle mehr als 2017 zu bearbeiten. Doch auf den Ermittlungserfolg hatte das keinen Einfluss. Im Gegenteil: Die Nittenauer Polizei konnte 2018 knapp 72 Prozent der Straftaten aufklären. Im Vorjahr war ihnen das nur bei knapp 63 Prozent der Fälle gelungen. Mit der aktuellen Quote kann Hirschmann sehr zufrieden sein. Bayernweit wurden im vergangenen Jahr 64,5 Prozent der Straftaten aufgeklärt, oberpfalzweit waren es 68,3 Prozent. "Da sind wir nicht schlecht aufgestellt", lobte er seine Kollegen. Der Anstieg bei den Straftaten ist zum Teil den Diebstählen geschuldet. Hier verzeichnete die Polizeistation im Jahr 2018 einen Anstieg um 5,5 Prozent auf 115 Fälle. Am auffälligsten in der Statistik ist die Zahl der entdeckten Ladendiebstähle, die von 13 auf 26 kletterte. Die stärkeren Kontrollen in den Supermärkten machten sich hier bemerkbar. Erfreulich sei der Rückgang bei der Gewaltkriminalität. Im Jahr 2018 mussten sich die Beamten mit zwölf Fällen von gefährlicher Körperverletzung befassen. 2017 waren es noch 15 gewesen. Meist handelte es sich um nächtliche Prügeleien, bei denen Alkohol im Spiel war.

Zwei Autos und zwei Motorräder wurden als gestohlen gemeldet. 20 Mal ahndeten die Beamten Drogen-Verstöße. Im Vorjahr waren es 16 Fälle gewesen. Hauptsächlich seien hier Marihuana und Crystal Speed im Spiel gewesen, erläuterte Hirschmann. Einen großen Anteil machen in der Kriminalstatistik die Vermögens- und Fälschungsdelikte aus. Die Polizeistation Nittenau hatte es mit 60 Fällen (plus 20) zu tun. Als "besondere Gefahrenstelle" erweise sich das Internet, so der Polizeibeamte. Es sei ein "Tummelplatz für Kriminelle". Am häufigsten ging es um Fälle von Betrug. Bestellte Ware wurde bezahlt, aber nicht geliefert. "Die Täter sind hier sehr kreativ", so der Polizeibeamte. 226 Tatverdächtige hat die Polizei Nittenau im Jahr 2018 ermitteln können. 79 Prozent davon seien Deutsche, 21 Prozent Ausländer gewesen. Asylbewerber spielten in der Statistik eine untergeordnete Rolle, betonte der Leiter der Polizeistation. 2018 kam es zu zwölf Abschiebungen, 2017 waren es noch 34 gewesen.

Die Häufigkeitszahl in Nittenau liegt bei 29, in Bruck bei 27. Zum Vergleich: Bayernweit passieren 45 Straftaten pro 1000 Einwohner, in der Oberpfalz 40. Von den 226 Tatverdächtigen waren 167 männlich. 71 Prozent waren über 21 Jahre alt, 20 Prozent Heranwachsende zwischen 18 und 21 Jahren, fünf Prozent Jugendliche und vier Prozent Kinder.

Hintergrund:

Weniger Unfälle

Von einer erfreulichen Entwicklung sprach Wolfgang Schuhmann, der stellvertretende Leiter der Polizeistation, bei der Vorstellung der Unfallbilanz 2018. Die Verkehrsunfälle sanken um zehn auf 420. Auch die Zahl der verletzten Personen ging von 88 auf 82 zurück. Innerhalb geschlossener Ortschaften ereigneten sich laut Schuhmann 163 Unfälle, außerorts waren es 257. Bei neun Verkehrsunfällen war Alkohol im Spiel. Insgesamt registrierten die Beamten im vergangenen Jahr 17 Trunkenheitsfahrten. 2017 waren es neun. Einen Rückgang vermeldete Schuhmann bei den Wildunfällen. Hier sank die Zahl von 177 im Jahr 2017 auf 169 im Jahr 2018. Von den insgesamt 39 Fällen von Unfallflucht konnten die Beamten 18 Fälle aufklären. Hauptsächlich waren es „Parkrempler“. Hier ist die Polizei auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen. „Augen und Ohren auf, wenn es irgendwo kracht“, so der abschließende Appell von Wolfgang Schuhmann.

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