Nittendorf
13.08.2026 - 15:16 Uhr

Raubüberfall auf Markt in Nittendorf nach vier Jahren aufgeklärt

Ein Raubüberfall auf einen Verbrauchermarkt in Nittendorf ist nach vier Jahren geklärt. Zwei Tatverdächtige sitzen in Haft. Ein neuer Ermittlungsansatz bringt den Durchbruch.

Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft haben einen Raubüberfall auf einen Verbrauchermarkt in Undorf nach mehr als vier Jahren aufgeklärt. Symbolbild: Petra Hartl
Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft haben einen Raubüberfall auf einen Verbrauchermarkt in Undorf nach mehr als vier Jahren aufgeklärt.

Nach mehr als vier Jahren haben Ermittler einen bewaffneten Raubüberfall auf einen Verbrauchermarkt in Undorf bei Nittendorf (Landkreis Regensburg) aufgeklärt. Nach Angaben der Kriminalpolizei Regensburg und der Staatsanwaltschaft Regensburg sitzen zwei Tatverdächtige in Untersuchungshaft. Demnach hatte ein damals unbekannter Täter am 26. Juli 2022 den Markt betreten, sich unbemerkt einschließen lassen und später zwei Angestellte in einem Büro mit einer Schusswaffe bedroht. Einer der Mitarbeiter habe mit einem Brecheisen den Tresor öffnen müssen und dem Täter eine niedrige fünfstellige Bargeldsumme übergeben.

Bei der Flucht wurden mehrere Schüsse abgegeben. Nach den Ermittlungen handelte es sich bei der Waffe mit großer Wahrscheinlichkeit um eine Schreckschusswaffe. Noch in der Tatnacht sicherten die Ermittler Patronenhülsen und das Brecheisen, befragten Zeugen und werteten unter anderem Funkzellendaten aus. Eine wichtige Rolle spielten laut Polizei zwei Kinder, damals zehn und zwölf Jahre alt. Sie beschrieben den Täter detailliert, erinnerten sich teilweise an das Kennzeichen des Fluchtfahrzeugs und schilderten den Ablauf außerhalb des Marktes.

Den entscheidenden Fortschritt brachte der Fall erst später. Nach der Ausstrahlung in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ am 8. Mai 2024 gingen zwar Hinweise ein, der Durchbruch ergab sich laut Ermittlern aber erst, als sich der Verdacht auf Insiderwissen richtete. Demnach hatte eine Mitarbeiterin kurz vor der Tat telefonischen Kontakt zu einer zunächst unbekannten Person. Die Auswertung sichergestellter Mobiltelefone, weiterer Daten und Chatverläufe führte schließlich zu neuen Erkenntnissen. Auch die Fahrerin des Fluchtfahrzeugs wurde identifiziert. Die zum Tatzeitpunkt 18-jährige Frau habe bei ihrer Vernehmung wesentliche Ermittlungshypothesen bestätigt.

Am 6. August wurde zunächst eine 34-jährige Frau festgenommen, die in dem Verbrauchermarkt gearbeitet hatte. Eine Ermittlungsrichterin bestätigte den Haftbefehl. Nach dem mutmaßlichen Täter, einem 23-jährigen Mann, fahndeten die Behörden anschließend weiter. Er stellte sich am Sonntag, 10. August, im Beisein eines Rechtsanwalts bei der Kriminalpolizeiinspektion Regensburg. Gegen ihn bestätigte ein Ermittlungsrichter den Haftbefehl wegen besonders schwerer räuberischer Erpressung. Die Tatwaffe ist laut Polizei bislang nicht gefunden worden.

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